!!!Flaming Ingeborg
!!(Atlantis ist mein Böhmen)

von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\

Die Bachmann, eine „ausgemachte Narzisstin“ oder sogar „eher eine Borderlinerin“, denn „die haben auch narzisstische Züge“? Oho! Und falls ja, gäbe es gute Gründe, das öffentlich zu verhandeln? Ich möchte das bezweifeln.

Das „Flaming“ ist Jargon aus der frühen Netzkulturszene. Man könnte sagen: die Vorstufe zum „Shitstorm“. Unter „Flames“ verstanden wir einzelne, herabwürdigende Botschaften, mit denen jemandem am Zeug geflickt werden sollte.
[{Image src='gezeiten009a.jpg' align='center' width='600' caption='Man käme zu keinem Ende: Ingeborg Bachmann und Martin Krusche by KI.' height='394'}]

In dem Kontext erlebten wir damals „Trolle“, die sich hauptsächlich als Angreifer hervortaten, um sich in Gemeinschaften auf solche Art wichtig zu machen. Es war dann Sache der Admins, der Moderatorinnen und Moderatorinnen, einzugreifen und solche Aktivitäten zu unterbinden.

!Doctor Who?
Ich hatte ein paar Quellen gesucht, um das Bachmann’sche Denken über die Quellen von Gewalttätigkeit und Faschismus zu belegen. Dabei stieß ich in den Kommentarzeilen eines Kultursenders auf staunenswerte Dialogsequenzen von Menschen, die man eigentlich nicht dem Boulevard zurechnen kann. (Oder doch?)

Daher hab ich erst einmal gut ausgeschlafen, nur mäßig gefrühstückt, und dann die Zeitmaschine angeworfen, um Ingeborg zu besuchen. (Man sollte für die Prozedur der Zeitreise körperlich in guter Verfassung sein, sonst macht es wahrlich kein Vergnügen.) Ich wollte wissen, wie sie mit derlei Verlautbarungen – wie ich sie hier unten zitiere - allenfalls umgeht.

Wir haben uns darüber nur ganz kurz unterhalten. Sie machte mit der Hand eine wegwerfende Geste und sagte: ''„Das ist nicht der Rede wert. Du findest ja immer wen, der sich auf deine Kosten hervortun möchte. Man käme zu keinem Ende, wollte man darauf näher eingehen.“''

!Was der Fall ist
Seit Social Media boomen, erlebe ich laufend, wie geradezu Legionen bedenkenloser Leute psychologische Fernbefunde erstellen und diese via Massenmedien ausstreuen.

Ich finde es auf spezielle Art frivol, wenn solche Botschaften aus den Reihen des Kulturvölkchens kommen, also von Menschen, die erkennbar in den Bereichen Kunst und Wissenschaft tätig sind.

Nun habe ich zu Anschauungszwecken ein Stück solcher Abschätzigkeiten herausgegriffen, um zu demonstrieren, woran genau ich mich da stoße; vor allem an dieser Wichtigtuerei, vermischt mit einem Mangel an intellektueller Selbstachtung.
[{Image src='gezeiten009b.jpg' align='center' width='600' caption='Psychologische Heimwerkerei.' height='232'}]

Ich meine, es sollte erstens außer Streit stehen, daß Fernbefunde unzulässig sind. Es sollte zweitens als gesichert gelten, daß es Patientenrechte gibt. Falls daher jemand massiv leidend ist, was auf Bachmann für einen Teil ihres Lebens sicher zutraf, wüßte ich gerne, mit welcher a) Legitimation und b) Qualifikation jemand in diesem Seelenleben hobbymäßig herumkramt, um das dann auch noch via Massenmedien zu publizieren. (Ich halte das für gleichermaßen unredlich wie unzulässig.)

!Ein Ausschnitt
*Uta T.: Sie trug ein Trauma mit sich herum und Max Frisch - ein intellektueller Narzisst gab ihr dann den Rest.
*Margit N. an Uta T.: und Paul Celan!
*Uta T. an Margit N.: Der war sicher auch nicht einfach, aber kein Narzisst in Reinkultur, auch eher ein Borderliner wie sie selbst.
*Margit N. an Uta T.: Ja, ich beschäftig mich nicht mehr mit den Störungen von Männern; und mit Männern generell.
*Sabine B. an Uta T.: ich schätze eher Ingeborg Bachmann als ausgemacht Narzistin ein- sie hat mit Max Frisch gespielt und ausgetestet, als er dann nicht mehr aushielt, hat sie es nicht verkraftet, dass er ausgebrochen ist und sie verlassen hat. Das wird ziemlich deutlich, wenn man sich ihre Geschichte genauer anschaut.
*Uta T. an Sabine B.: Eher eine Borderlinerin, die haben auch narzisstische Züge! Sie quälte sich ja durchs Leben, litt viel und kompensierte dann mit einer gewissen Attitüde. Sie weckt eher Mitleid in mir. Trotzdem bleiben ein paar wundervolle Gedichte von ihr. Da ich an Wiedergeburt glaube, gehe ich davon aus, dass sie sich weiterentwickelt hat, hoffentlich.
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[{Metadata Suchbegriff='Ingeborg Bachmann, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
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