[{Image src='jazz001a.jpg' align='right' width='500' caption='Plauderstündchen: Krusche und Miles by KI.' height='281'}]
!!!Jazz: Intro
!!(Ich bin ein Zeitreisender)
von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\

Miles Davis sagt, daß er auch Musiker wäre, wenn ihm niemand zuhören würde.'' „Die Musik ist in meinem Kopf. Immer. Auch jetzt.“ ''In ähnlichem Sinn äußerte sich Howard Levy, ein Mundharmonika-Virtuose sowie ein exzellenter Kenner der Genres Blues und Jazz.

Als man ihn fragte, wo die Melodien herkämen, antwortete er: ''„Ich weiß es nicht.“'' Nach kurzer Überlegung fügte er hinzu: ''„Sie liegen einfach herum. Wir sammeln sie ein.“
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Es korrespondiert mit meiner eigenen Erfahrung, zu der ich sage: ''Ich lebe in der Kunst''. Es ist etwas Obsessives. Das bedeutet, meine Wahrnehmung und wie ich Eindrücke verarbeite, wozu sowas führt, all das löst Prozesse in einer Art der inneren Werkstatt aus. Daraus ergibt sich ein starken Antrieb, die Ergebnisse solcher Prozesse nach außen zu tragen.

!Conditio humana
Es ist auf spezieller Ebene genau das, was alle Menschen ohnehin tun. Sie haben ihre Sinnesorgane und ihre kognitive Ausstattung, schließlich die Möglichkeiten sich zu äußern, sich mitzuteilen. So stehen wir generell mit der (Außen-) Welt in einem permanenten Austausch. Das ist so angeordnet, weil unsere innere Instanz keinen direkt Draht nach draußen hat, keine unmittelbare Verbindung. (Sie zweifen? Fragen sie eine Neurowissenschafterin Ihrer Wahl!)
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[{Image src='jazz001b.jpg' align='right' width='500' caption='Johannes Rubey (rechts) bei der Vernissage „artgerecht“ im Gespräch mit unserem KI-Chefmaschinisten Jürgen Kapeller.' height='375'}]

Was in uns wirkt, bedarf medialer Vermittlung, damit andere Menschen davon erfahren, darauf reagieren können. Sogar was wir in inniger Nähe erleben können, ist das Ergebnis unserer sinnlich vermittelten Wahrnehmung, unseres symbolischen Denkens und der medialen Mittel, die wir haben, um uns zu äußern. (Darin ist ja auch der Körper ein Instrument.)

Die Kunst ist ein bedeutendes Terrain, wo all das zur Anwendung und zur Wirkung kommt. Sie ist für uns ein Genre, das nahelegt, auf ganz puristische Art zu pflegen, was ich vorhin skizziert habe.

Die Kunst dient in Kern keinen anderen Zwecken als jenen, die ich hier zusammengefaßt habe. Es ist eine besondere Eigenheit unserer Spezies. Soweit wir wissen, kommunizieren auch andere Spezies untereinander, benutzen Werkzeuge, zeigen komplexeres Sozialverhalten, aber sie haben keine Kunst.

Ich bin nun mit Johannes Rubey auf eine Art der künstlerischen Spurensuche gegangen. Er ist ein gelernter Tischler, war lange als Restaurator tätig, ist aber vor allem auch ein versierter Gitarrist mit einem Schwerpunkt im Gipsy Swing.

Ich bin seit jeher Autor, als Handwerker annähernd untauglich, aber diesem Genre seit Jahrzehnten eng verbunden. Da nun Rubey bei unserem Projekt „Mini Fabula“ als penibler Grafiker ins Spiel kam, fanden wir schnell heraus, daß wir ein Thema haben, dem wir mit künstlerischen und diskursiven Mitteln nachgehen wollen: ''Let there be Jazz!''
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>[Johannes Rubey|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/rubey] (Künstler)
>>[Let there be Jazz!|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/jazz] (Eine Erkundung)
[{Metadata Suchbegriff='Jazz, Miles Davis, Johannes Rubey, Tangente, Epoche Null, Kulturpolitik, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
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!Postskriptum
Der Untertitel „Ich bin ein Zeitreisender“ ist natürlich auf einen inneren Kosmos bezogen, wie er für Künstlerinnen ein selbstverständlich verfügbarer Raum ist, in dem viele andere Leute bloß zuhause sind und sich möglichst still verhalten, um nicht beunruhigt zu werden. Ander aber sind stets auf Erkundung aus, sind unterwegs, was freilich nicht bloß von der Kunst handelt. Wir Menschen haben dabei viele Optionen.