[{Image src='Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kulturraum04/kulturraum04.jpg' align='right' width='300' caption='(Martina Brandl: Sol – energy is life – life is energy)' height='362'}]
!!!Abstraktion
!!(Vom Erleben zum Bild)
!Von Martina Brandl
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Abstraktion beginnt für mich nicht mit dem Vorsatz, ein abstraktes Bild zu malen. Sie beginnt mit Wahrnehmung.
Wir sehen die Welt nicht einfach so, wie sie ist. Wir nehmen auf, ordnen, verbinden, erinnern und gewichten. Aus Licht, Bewegung, Farbe und unseren eigenen Erfahrungen entsteht eine persönliche Wirklichkeit. Vielleicht liegt genau hier ein Ursprung der Abstraktion.
Auch der Auftakt im Austria-Forum führt an diesen Gedanken heran: Abstraktion begleitet den Menschen seit den Anfängen des Bildermachens. Sie hat mit der Art zu tun, wie wir wahrnehmen und wie wir Wahrgenommenes in eine andere Form übersetzen.
Mein Bild Sol – energy is life – life is energy begann ganz unspektakulär: mit einem Spaziergang an der Mangfall. Nach einer längeren Kälteperiode war dies der erste wirklich warme Tag. Ich spürte die Sonne auf meinem Rücken, hörte das Wasser und fühlte mich lebendig.
Im Atelier wollte ich dieses Erlebnis nicht abbilden. Ich wollte festhalten, was davon in mir geblieben war.
Zuerst entstanden die starken Strukturen. Dann kam die Farbe – dieses sonnige Gelb, die erdigen Brauntöne im Zentrum. Das Bild entwickelte sich Schritt für Schritt. Nicht alles war geplant. Vieles entstand im Tun und im Reagieren auf das, was bereits da war.
[{Image src='kulturraum04a.jpg' align='center' width='600' caption='(Mangfall, Martina Brandl)' height='400'}]
Eine ähnliche Haltung findet sich etwa bei Joan Mitchell. Landschaften, Wasser, Felder oder Bäume waren für sie wichtige Ausgangspunkte. Sie malte jedoch nicht die Landschaft selbst, sondern das, was sie als Erinnerung und Gefühl davon in sich trug – und verwandelte es in Farbe und Bewegung.
Auch Emil Schumacher interessierte weniger die Abbildung eines Gegenstandes als die Eigenständigkeit von Farbe und Material. Pigment, Oberfläche, Kratzen, Schichten und Struktur wurden bei ihm selbst zum Bildgeschehen.
Das ist auch mein Zugang zur Abstraktion:\\
*Sie ist keine Entfernung von der Wirklichkeit.\\
*Sie ist ihre Verwandlung.
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>[Übersicht: Der Kulturraum IV: Abstraktion|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kulturraum04] (Vom Erleben zum Bild)
[{Metadata Suchbegriff='Abstraktion, Martina Brandl, Kulturraum, Epoche Null, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
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!Die KI-Persona Margarethe
*[„Vom Erleben zum Satz“|https://cgr55.entropyhackers.org/glosse-abstraktion.html]
…als Antwort auf Martina Brandls Text zur Abstraktion