!!!Abstraktion – was bleibt
!!(In die Wortlosigkeit)

Was bleibt von einer Geschichte, wenn ihre Worte nicht mehr gelesen werden?
Für den Zyklus Artgerecht – An solchen Tagen war ein Buch der Ausgangspunkt. An solchen Tagen von Martin Krusche und Richard Mayr wurde zur Quelle meiner Inspiration. Fotografien, Texte, Stimmungen und die besondere Atmosphäre des Buches haben einen Denkprozess ausgelöst.
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Nichts davon wurde zum Material meiner Arbeit. Aus dem Gesehenen und Gelesenen wurde Farbe, Struktur und Bewegung. Was mich berührt hatte, musste nicht sichtbar bleiben. Es durfte sich verändern, auflösen und an anderer Stelle wieder auftauchen. Daraus entstand „Silent Woods“ – Der stille Wald.

Vielleicht berührt dieser Prozess etwas sehr Altes in uns. Schon die Menschen, die vor rund 36.000 Jahren die Wände der Chauvet-Höhle bemalten, übersetzten ihre Wahrnehmung in Bilder und Zeichen. Sie bildeten Wirklichkeit nicht einfach ab – sie hinterließen Spuren davon.

Auch in meiner Arbeit geht es um solche Spuren. Nicht um die Wiederholung einer Geschichte, sondern um das, was von ihr in mir geblieben ist.

Das Auge sucht in den Strukturen nach Bekanntem, erkennt vielleicht eine Form oder eine Bewegung und beginnt, eigene Bilder zu entwickeln. Damit wird das Bild wieder zur persönlichen Erfahrung.\\

Abstraktion bedeutet für mich nicht, etwas auszulöschen.\\

Sie bedeutet, etwas zu verwandeln – und dabei Spuren zu bewahren.
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>[Übersicht: Der Kulturraum IV: Abstraktion|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kulturraum04] (Vom Erleben zum Bild)
>>[Das erwähbnte Buch: An solchen Tagen|https://www.editionkeiper.at/shop/produkt/an-solchen-tagen]
[{Metadata Suchbegriff='Abstraktion, Martina Brandl, Kulturraum, Epoche Null, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
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[{Image src='kulturraum04d2.jpg' align='center' width='450' caption='„Silent Woods“' height='600'}]