!Der Kulturraum, Episode V
!!!Andrea Habeler: Aura
!!(Was Dinge in uns auslösen)
von __[Martin Krusche|User/krusche martin]__\\
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Die Kunstpraxis steht der Wissens- und Kulturarbeit gegenüber wie die Grundlagenforschung den angewandten Bereichen. Zum Ersteren gehört etwa, was Bildhauerin Andrea Habeler an Werken zustande bringt, also auch ihre Puppen. Zum Zweiten gehören solche Momente, wie hier in der alten k.k. Poststation Gleisdorfs.
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[{Image src='kulturraum05d01.jpg' align='center' width='600' height='450'}]
Sie kennen das sicher auf diese oder jene Art. Was man erblickt, kann einen gleichgültig lassen. Oder es hat die Qualität, etwas in einem auszulösen, eine tiefere Innen-Außen-Beziehung herzustellen. So überbrückt man, was in der Neurologie als „Brain-Mind-Gap“ erwähnt wird.
Das bedeutet, zwischen unserem biologisch leicht auffindbaren Gehirn und unserem Bewußtsein, das sich im Körper nicht lokalisieren läßt, besteht eine Kluft. Das ist auch eine Kluft zwischen mir, also meinem Ich, und der Welt da draußen. Kunstpraxis und Kunstwerke sind Möglichkeiten, diese Kluft zu überbrücken, ohne dabei grundsätzlich auf Sprache angewiesen zu sein.
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[{Image src='kulturraum05d02.jpg' align='center' width='600' height='450'}]
Wir hatten hier eben noch die Ausstellung „Positionen“ gezeigt, tags zuvor die letzten Exponate rausgetragen. Nun also der alte Raum ganz für sich und unser Abstecher auf dem Weg zum archipelischen „Kulturraum“, wo unsere Session im Rahmen er „Konferenz in Permanenz“ anstand.
Eine Debatte über das Wesen der Wesen, so könnte man sagen, also über diese kulturelle Eigenheit, daß wir uns Figuren schaffen, die zu einem oft recht lebendigen Gegenüber werden, was sehr relevante emotionale Beziehungen ergeben kann.
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[{Image src='kulturraum05d03.jpg' align='center' width='600' height='450'}]
Was das an qualitativem Unterschied zu simpleren Gegenständen bedeutet, kann man an Igor sehr gut erkennen. Mit einer billigen Puppe aus der Massenproduktion ließe sich so eine Szene (wie die am Fenster) nicht realisieren. Dieser Moment erhält als Bild annähernd Werkcharakter.
Hier wird mit der Verbindung von Aura und Emotion gearbeitet. So steht diese Episode mit Habelers Puppen unter anderem im Zusammenhang mit unserer aktuellen Konzentration auf die Wechselwirkung zwischen Abstraktem und Konkreten.
Malerin Monika Lafer zitierte in ihrer jüngsten Episode im archipelischen „Zeit.Raum“ den Maler Antoni Tàpies zum Thema mit folgenden Worten: ''„Die Malerei hat immer abstrahiert, seit den Höhlen von Altamira über Velázquez bis zu Picasso. Den Fanatikern des Realismus habe ich oft gesagt, dass es Realität in der Malerei nicht gibt. Sie existiert einzig und allein im Kopf des Betrachters. So sehe ich auch keinen Gegensatz zwischen Abstraktion und Figuration, solange sie jene Idee von Wirklichkeit in uns evozieren. Die „Realität“, die das Auge uns zeigt, ist nur ein armseliger Schatten der Wirklichkeit.“''
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>[Andrea Habeler: Ein Wesen|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kulturraum05] (Eine Erkundung)
[{Metadata Suchbegriff='Wesen, Puppe, Andrea Habeler, Kulturraum, Epoche Null, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
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!Weiterführend
*[POSITIONEN|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/26september11] (sylvia kummer • isabelle stalzer • fritz pumm: malerei und objekte)
**[Gleisdorf: Die vormalige k.k. Poststation|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/poststation] (Ein historisches Terrain)
*[Konferenz in Permanenz|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/konferenz] (Laufende Diskurse)
*[Monika Lafer: Gegenstand und Abstraktion|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/vol71_abstrakt]
*[Martina Brandl: Abstraktion|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kulturraum04] (Vom Erleben zum Bild)