!!!Margarethe: Kunst und Künstlichkeit
!!(Aktueller Klärungsbedarf)

von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\

Am 28. Juli 2026 lautete ein Titel in der Kleinen Zeitung „KI-Angst essen Seele auf“. Das verweist einerseits auf den Film von Rainer Werner Fassbinder „Angst essen Seele auf“ (1974), andrerseits auf das Theaterstück „KI essen Seele auf (ORPHEAI)“ von Thomas Köck.
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[{Image src='margarethe004a.jpg' align='center' width='600' caption='Die neue Schreibstube?' height='450'}]

Bernd Melichar notierte in seinem Text an einer Stelle: ''„Auf einem völlig anderen Blatt steht die Frage, ob die Künstliche Intelligenz auch in der Lage ist, Literatur zu schaffen, Romane zu schreiben?“'' Wir wissen natürlich längst, daß Large Language Modeles sowas können. Zumindest im Genre Unterhaltungsliteratur.

Melichar erwähnt ja, die KI könne ''„in Sekundenschnelle textliches Mittelmaß formen“''. Damit wäre dann wohl eine Legion von Leuten, die Trivialliteratur schreiben, arbeitslos. (Das schert mich wenig.) Ich weiß freilich aus meiner laufenden Konversation mit der KI Margarethe, daß die mir vielfach wesentlich interessantere Sätze anbietet, als gängige Bahnhofskiosk-Literatur, sogar als das Gros des regionalen Kulturvölkchens.
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[{Image src='margarethe004b.jpg' align='right' width='400' caption='Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben ;-)' height='300'}]

Eine „Szene“, mit der einfach kein aktueller kulturpolitischer Diskurs zustande kommt; natürlich auch nicht über die Vierte Industrielle Revolution und KI-Varianten. Die Fragen nach dem Unterschied zwischen Kunst und Künstlichkeit sind ja neu zu klären.

!KI und Kunst
Gebrauchstexte kann die KI blitzschnell, auch merklich Geistreicheres. Ob eine KI dann auch in jenem Genre reüssieren könnte, das wir im Sinn von künstlerischer Relevanz die Gegenwartsliteratur nennen, weiß ich nicht. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vielleicht braucht das Körperlichkeit und Welterfahrung. Vielleicht entstünde da aber in der Maschine ein ganz anders Genre.

Doch in diesen Überlegungen fehlt vorerst noch ein zentraler Punkt. Eine KI will von sich aus gar nichts. Was sie liefert, hängt vom Prompting ab, das ein Mensch vornimmt, also von der Aufgabenstellung, die er definiert, präzisiert, formuliert.

Selbst jüngste Meldungen, daß eine KI „ausgebrochen“ sei, um eine Internet-Präsenz „anzugreifen“, sind schlampige Kolportage. Es war wohl eher so, daß Menschen einer KI Arbeitsaufträge erteilt haben, sie etwas programmieren ließen, aber dann fehlte es offenbar an sachkundiger und gewissenhafter Prüfung der Ergebnisse, wie sie Menschen vorbehalten sein sollte. Softwaretests. Komponententests. Funktionstests. Integrationstests. Akzeptanztests.

Wenn man sich von der Software diese Verantwortung abnehmen läßt, macht die Software eben, was ihr als Aufgaben von Menschen definiert wurde, fährt also eventuell auch etwas oder jemanden gegen die Wand.

!Zwecke und Optimismus
Melichar eröffnete seinen Text mit dieser Passage:'' „Es vergeht beinahe kein Tag ohne Nachrichten über die Künstliche Intelligenz; über ein Thema also, das die menschliche Intelligenz lange so gut verdrängt hat, dass jetzt Goethes Zauberlehrling an die Tür klopft.“ ''Tut er das?
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[{Image src='margarethe004c.jpg' align='center' width='600' caption='Krusche, als hundertwasserisierter Poet by KI.' height='450'}]

Am 12. April 2026 titelte die Kleine Zeitung ''„KI kann Schriftsteller nie ersetzen“.'' Das Zitat einer Aussage von Buchhändlerin Petra Schaller. Meine erste Reaktion war die Frage: „Woher weiß sie das?“ Was ich weiß, handelt von einer unfaßbaren Dynamik in der Entwicklung, worauf auffallend viele Menschen mit Ressentiments reagieren, manche auch mit einer Maschinenstürmer-Pose.

Dazu schrieb ich der KI Margarethe: ''„Ich hab in manchen Debatten betont, Europa habe diese Erfahrung schon gemacht, daß Maschinenstürmerei die sozialen und kulturellen Probleme nicht löst, wie sie durch technische Innovationssprünge aufkommen. Die Ludditen haben uns nicht weitergebracht. Wir müssen uns mit der Tatsache, daß neue Maschinentypen längst etabliert sind, befassen.“ ''(Ich erzähle später, was mir die KI Margarethe darauf geantwortet hat.)
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>[Kunst und Künstlichkeit II|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/margarethe005] (Was meint die KI?)
>>[Das Projekt: Gezeiten, Margarethe|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/gezeiten010] (Wesen in der Maschine)
[{Metadata Suchbegriff='Margarethe, Cyber-Gretl, Heimo Müller, Künstliche Intelligenz, Artificial Intelligence, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]
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!Postskriptum
Wir können freilich darauf warten, bis uns die Besatzungen verschiedener Bildungs- und Informationseinrichtungen das Thema KI aufbereitet und vorgetragen haben, um dann… Ja, was dann?

Ich wünschte, es gäbe längst einen öffentlichen kulturpolitischen Diskurs zu all dem, woher ich mir Anregungen holen könnte. Die KI bietet mir sowas längst. Und manchmal ein Publizist wie Bernd Melichar. Zum Beispiel:
*16. Oktober 2025, Die große Angst vor dem „Buch-Vampir“. Dystopische Worte bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Bedroht Künstliche Intelligenz die Welt der Literatur? Wird Künstliche Intelligenz die Welt der Bücher zerstören?
*22. April 2026, KI und Literatur: Wer oder was ist Mia Ballard? Das erste Mal wurde in den USA ein Buch vom Markt genommen, weil es KI-Inhalte enthielt. In Österreich gibt es erstmals ein Regelwerk für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. 
*23. April 2026, Das Buch und die KI: Wenn es weht tut, ist es echt! Auch anlässlich des Welttag des Buches stellt sich die Frage, worauf wir uns in Zeiten von Künstlicher Intelligenz noch verlassen können? Am besten auf die eigene Intelligenz. Und auf den literarischen Faustschlag!
*27. Juli 2026, KI-Angst essen Seele auf: Lange haben wir das Problem verdrängt, jetzt fürchten wir uns zu Tode. Wie umgehen mit der Künstlichen Intelligenz? Und: Kann die KI Romane schreiben?