!!!SCHWARZ Kein Anfang nur Fall
von __Mona Luminata__
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Zwei Frauen.\\
Zwei Leben.\\
Zwei… Nicht‑Mehr‑Da.\\
Die eine: Netzlicht, Filterlächeln, Herz im Dunkeln.\\
Likes retten niemanden, wenn der Asphalt nach Blut schreit.\\
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Die andere: Alltag, Familie, der letzte Chat:\\
„Bin gleich da.“\\
Und dann: nichts.\\
Und dann die Nachricht: „Gefunden.“\\
Ein Wort.\\
Ein Wort, das alles zerreißt.\\
Zukunft. Hoffnung. Wir.\\
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Graz.\\
Zehn Tote.\\
Kinder. Lehrer.\\
Zu früh zu Boden gegangen, auf eine Art das nie dafür gedacht war. Geburtsurkunden zu tragen und Todeslisten zu füllen.\\
Und wir?\\
Wir scrollen.\\
Kaffee in der Hand.\\
Finger wischen über Bildschirme, während jemand anders die Tränen vom Gesicht kratzt.\\
Like. Share. Kommentar.\\
„So schlimm.“\\
Ein Herz-Emoji.\\
Es heilt nichts.\\
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Dornbirn.\\
Ein Mann.\\
Eine Leiche an der Wand eines Kindergartens.\\
Kinder spielen.\\
Wir merken nicht, wie laut das Schweigen zwischen Leben und Tod ist.\\
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Villach. Alltag.\\
Ein Messer in einer Hand, die gestern schon gefährlich war, heute tödlich.\\
Fünf verletzt. Einer tot.\\
Vierzehn Jahre. Vierzehn Jahre!\\
Und schon Geschichte.\\
Nicht erwachsen werden dürfen, weil jemand entschieden hat: Wut ist ein Werkzeug.\\
Blut ein Beweis.\\
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Wir haben die ganze Technologie.\\
Satelliten, die jede Wolke erkennen.\\
Drohnen, die punktgenau landen.\\
Autos, die denken können.\\
Maschinen, die Sterne suchen.\\
Wir erkennen Gesichter in Sekunden, in Massen.\\
Aber Vorwarnung, bevor jemand verschwindet?\\
Keine. Kein Alarm. Keine Chance.\\
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Wir könnten. Wir wollen nicht.\\
Wir diskutieren Täterprofile, Motive, Hintergründe.\\
Leid wird zu einem Puzzle, das uns nichts angeht.\\
Aber wer sieht, was nach einem Verbrechen zurückbleibt?\\
Wir sagen: „Nicht hier. Nicht wir.“\\
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Lüge.\\
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Der Boden kennt Blut beim Vornamen.\\
Die Nacht ist süchtig nach Angst.\\
Dunkelheit fragt nicht nach Erlaubnis.\\
Wir verkaufen Pfeffersprays. Taschenalarme. Apps.\\
Alles gut gemeint. Alles zu klein.\\
Weil Verantwortung fehlt.\\
Jede verpasste Chance. Jede ignorierte Warnung. Jede Frau, die verschwindet, ist ein Schrei, den wir hätten hören müssen.\\
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Jetzt schreie ich:\\
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Wir haben Maschinen, die den Himmel vermessen.\\
Aber keine, die das Verbrechen sehen, bevor es zuschlägt.\\
Wir haben das Universum in der Hand.\\
Aber nicht die Straßen, in denen Menschen sterben.\\
Wir scrollen. Wir zögern. Wir schweigen.\\
Und während wir das tun, verschwindet die nächste. Fällt die nächste. Stirbt die nächste.\\
Und später sagen wir: „Wir hätten es verhindern können.“\\
Sag nicht „Das geht nicht.“\\
Sag: „Ich will nicht.“\\
Sag: „Wir tun’s nicht.“\\
Alles andere ist Ausrede.\\
Sicherheit ist kein Geschenk.\\
Kein Zufall. Keine Hoffnung.\\
Sicherheit ist Pflicht.\\
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Die Vermissten warten nicht.\\
Die Trauer wartet nie.\\
Und Angst stirbt nicht, wenn du ihr nicht widersprichst.\\
Wir können hinschauen.\\
Wir können schreien.\\
Wir können eingreifen.\\
Wir können schützen.\\
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Nicht irgendwann. Nicht morgen.\\
Nicht „nach Reformen“. Jetzt.\\
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Wenn wir handeln, ändert sich das Land\\
Wenn wir wegsehen, bleibt es blutig.\\
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Und jeder Tropfen sagt: Alles war möglich.\\
Ihr musstet nur wollen.\\
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