[{Image src='museum001a.jpg' align='right' width='500' height='375' caption='Judenburg: großes Schau-Modell des Kultwagen von Strettweg, der im Original zirka 46 Zentimeter hoch ist.'}]
!!!Das schwebende Museum: Kontext
!!(Sammeln zwischen privat und Staat)
von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\
Im alten Griechenland galten die Musen als Schutzgöttinnen der Künste. Das Heiligtum der Musen wurde ''Museion ''genannt. Ein Ort der Bildung und der kultischen Handlungen. Und heute? Kunsthistorikerin Beate Reifenscheid verwies 2019 auf eine Museumsdefinition von 2007, die vom Internationalen Museumsrat ICOM zwölf Jahre danach überarbeitet wurde.
Zitat: ''„Ein Museum ist eine dauerhafte Einrichtung, die keinen Gewinn erzielen will, öffentlich zugänglich ist und im Dienst der Gesellschaft und deren Entwicklung steht. Sie erwirbt, bewahrt, beforscht, präsentiert und vermittelt das materielle und immaterielle Erbe der Menschheit und deren Umwelt zum Zweck von Studien, der Bildung und des Genusses.“''
Danach hieß es am 25. 7.2019: ''„ICOM announces the alternative museum definition that will be subject to a vote.“'' Dem folgte ein Vorschlag, den ich für unsere regionale Wissens- und Kulturarbeit als sehr anregend einschätze.
Zitat: ''„Museums are democratising, inclusive and polyphonic spaces for critical dialogue about the pasts and the futures. Acknowledging and addressing the conflicts and challenges of the present, they hold artefacts and specimens in trust for society, safeguard diverse memories for future generations and guarantee equal rights and equal access to heritage for all people. Museums are not for profit. They are participatory and transparent, and work in active partnership with and for diverse communities to collect, preserve, research, interpret, exhibit, and enhance understandings of the world, aiming to contribute to human dignity and social justice, global equality and planetary wellbeing.“''
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[{Image src='museum001b.jpg' class='image_block' width='400' height='300' caption='Von links: Richard Mayr, Heinz und Lisl Mesicek'}]
[{Image src='museum001c.jpg' class='image_block' width='400' height='300' caption='Austro-Daimler: Eine exquisite Schau aus Privatbesitz.'}]
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Den hier genannten Zwecken wird sich eine Kommune oder ein Land widmen können. Gelegentlich ist es auch das Werk einer wohlhabenden Privatperson, die dafür persönliche Gründe hat. Unterhalb dieses hohen Organisations- und Infrastruktur-Levels finden sich viele kleinere Formen der Sammelleidenschaft, was in Summe einen wichtigen Wissensschatz für ein Land ergibt.
Manches davon wir wenigstens für Momente auch der Öffentlichkeit zugänglich. Anderes ist privat und Bedarf der persönlichen Kontakte, um als Außenstehender Zugang zu erhalten. Ich weiß von einigen bemerkenswerten Sammlungen, mit denen sich die jeweiligen Schlüsselpersonen im Gemeinwesen niemals exponieren würden, obwohl sie staunenswerte Exponate besitzen, die eine Region aufwerten würden.
[{Image src='museum001d.jpg' class='image_right' width='500' caption='Mit meiner Miniaturensammlung läßt sich die gesamte Automobilgeschichte nachstellen.' height='375'}]
!Private Expertise
Es gibt auch interessante (unbezahlbare) Mischformen. Ich war erst kürzlich wieder mit Fotograf Richard Mayr in Wiener Neustadt, um im Automobilmuseum der Familie Fehr das Ehepaar Heinz und Lisl Mesicek zu treffen. Sie sind beide Hochkaräter, was Vorkriegsfahrzeuge aus österreichischer Produktion angeht. Diesmal hatten sie aufgrund ihrer persönlichen Kontakte eine staunenswerte Sonderschau zur Marke Austro-Daimler zusammengestellt.
Die Mesiceks sind ein markantes Beispiel für den hohen kulturellen Wert des privaten Engagements. Selbst von Sammelleidenschaft bewegt, inhaltlich und handwerklich versiert, vor allem aber aufgrund ihrer persönlichen Eigenschaften Angelpunkt eines wichtigen Netzwerkes in einschlägigen Kreisen. Was sie leisten, ergänzt staatliche Kulturmaßnahmen komplementär und erschließt Nischen des Wissens wie des Erhalts von Artefakten auf eine Weise, für die es keine staatlichen Mittel gibt.
>[Übersicht: Das schwebende Museum|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/museum] (Ein virtueller Raum)
>>[IOCM: Definitionsvorschlag|https://icom.museum/en/news/icom-announces-the-alternative-museum-definition-that-will-be-subject-to-a-vote]
>>>[Die Mesiceks|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/mesicek]
[{Metadata Suchbegriff='Museum, Wunderkammer, Epoche Null, Konferenz in Permanenz, Kulturpolitik, Netzkultur, Tesserakt, Archipel Gleisdorf, Feuilleton' Kontrolle='Nein'}]