[{Image src='puch2614a.jpg' align='right' width='300' caption='Grhard Szamuhely, der Garagenliebling.' height='350'}]
!!!Endorphin-Maschine: Zeitreisen
!!(Lebhafte Geschichtsbetrachtung)
von [Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]\\
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Sobald er auf den Straßen etwas Spezielles auch bloß im Augenwinkel bemerkt, schlägt er mit seiner Kamera zu. Gerhard Szamuhely ist ein Jäger der öffentlichen Schätze. Und manchmal kommt er an verborgene Perlen heran. (Dann ist er der „Garagenliebling“.)
Das ergibt in Summe eine komplexe Bilderwelt als eine Art des virtuellen Paralleluniversums. Eine Zeitreise der Betrachtungen. Allerdings mit sehr physischen Fundamenten. Szamuhely ist ein erfahrener Schrauber und hat für persönliche Ausfahrten einige sehr feine Fahrzeuge zur Auswahl. (Schwerpunkt: Italianità.)
Das bedeutet in Summe, dieser Mann ist ein Experte und Praktiker in Sachen Endorphin-Maschine. Dabei werden mehrere Genres verknüpft. Technologiegeschichte berührt Volkskultur in der technischen Welt. Das hat weitere Schnittstellen mit Industriedesign und Popkultur.
Von da verzweigt sich manches in den Motorsport, anderes zu Korso-Varianten und Klassiker-Treffen. Schließlich wäre folgernder soziokultureller Punkt zu unterstreichen. Um Teil dieses Genres zu sein, muß man weder Milliardärs-Sohn, noch Konzern-Boss sein, auch kein reicher Börsenmakler.
Know how, Enthusiasmus und ein Durchschnittseinkommen können in Kombination völlig genügen, um sich in der Szene der Schrauber und Sammler gut aufzustellen. Das äußert sich in kulturellen Formen, die von keinen akademischen und keinen politischen Eliten bestimmt werden. In älterer Sprachregelung: Es ist eine Kultur von unten.
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[{Image src='puch2614b.jpg' class='image_block' width='400' caption='Puch 800: Die Vierzylinder-Königin aus Graz.' height='267'}]
[{Image src='puch2614c.jpg' class='image_block' width='400' caption='Puch 125 LM: die Zeppelin-Puch.' height='267'}]
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Das unterliegt im Kern auch nicht den Verwertungsinteressen der Unterhaltungsindustrie; unberührt davon, daß es hochkarätig dotierte Veranstaltungen gibt, bei denen das Inventar von Schatzkammern auf die Straßen kommt. Wesentlich bleibt all der Spielraum für individuelle Begeisterung und persönliches Engagement, dem man ganz nach eigener Laune nachgehen kann.
Allerdings ist so eine Kombination, in der Szamuhely dieses Genre verkörpert, nicht Standard. Das ist von der Leidenschaft und Kompetenz her eine gehobene Liga. Was er an fotografischer Beute heimbringt, ergibt inzwischen eine Art der visuellen Geschichtsschreibung.
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[{Image src='puch2614d.jpg' class='image_block' width='400' caption='Puch 200: der Preßstahlrahmen blieb einmalig.' height='267'}]
[{Image src='puch2614e.jpg' class='image_block' width='400' caption='Puch 350 GS: quasi eine frühe Serien-Enduro. height='267' height='267'}]
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Während rundum noch viel Skepsis und auch viel an Ressentiments gegenüber den Hybriden und den Vollelektrikern herrscht, setzen sich die neuen Fahrzeugtypen immer stärker durch. Dabei verbreiten sich eine andere Technologie, andere Fahrdynamik und anderes Automobildesign; im Kontrast zu all dem, was uns das eben noch vertraut war. Der Umbruch geschieht derzeit mit Wucht.
Vorbei die Ära der konkreten Maschinen als vorherrschende Version, in der überwiegend galt: die Form offenbart die Funktion. Es setzen sich immer mehr abstrakte Maschinen durch, deren Komponenten verborgen sind, deren Funktionen sich oft erst durch bestimmte Software ergeben. Ein guter Grund, das Klassische Revue passieren zu lassen, um im Kontrast besser zu sehen, was derzeit im Aufstieg begriffen ist, was wir hinter uns lassen. (Die hier gezeigten Fahrzeuge stehen im Motorradmuseum Vorchdorf.)
>[Home: Mythos Puch #11|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/mythos_puch26] (Endorphin-Maschine)
[{Metadata Suchbegriff='Gerhard Szamuhely, Garagenliebling, Puch 800, Handwerk, Mythos Puch, Mobilitätsgeschichte, Tesserakt, Archipel Gleisdorf' Kontrolle='Nein'}]