[{Image src='puch2624a.jpg' align='right' width='500' caption='Corrida de Toro (Foto Richard Mayr)' height='354'}]
!!!Die Corrida
!!(Opfergang und Spektakel)
von [Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]\\
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Wir Menschen wissen um die Grenzen unserer körperlichen und mentalen Kräfte in der Regel ganz gut Bescheid. Mit entsprechenden Intentionen und konsequentem Training sind diese Grenzen erweiterbar.

Woran messen wir uns? An Mitmenschen, an Tieren, an der Natur. Diese Kulturraum-Episode zu „Mythos Puch“ #11 habe ich „Corrida“ genannt, weil wir im zweiten Teil Stierkampf-Fotos von Richard Mayr zeigen. Ein heute reichlich umstrittenes Thema.

Die „Corrida de Toro“, das rituelle Töten von Kampfstieren, ist schon durch eine Quelle von 1215 belegt, als bei einer Bischofssynode den Klerikern die Teilnahme an „Bullenspielen“ untersagt wurde. Es gab allerhand Varianten der „Stierspiele“, wobei Hunde, Bären, Löwen und andere Tiere gegen die Stiere gehetzt wurden.

Was sich schließlich zu einer Art der Opferzeremonie entwickelte, wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit der „Tauromaquia“ zugunsten der Menschen wesentlich entschärft. Der Torero José Delgado y Gálvez verfaßte 1796 das Regelbuch „Tauromaquia o arte de torear á caballo y á pie“ („Stierkampf oder die Kunst des Stierkampfes zu Pferd und zu Fuß“).

Die Organisation PETA notiert: ''„In Spanien, Frankreich, Portugal sowie einigen südamerikanischen Ländern wie Mexiko, Venezuela, Peru und Ecuador finden noch immer Stierkämpfe statt. Unter dem Deckmantel der ‘Tradition‘ werden allein in Spanien jedes Jahr mehrere Tausend Stiere regelrecht zu Tode gefoltert.“''
[{Image src='puch2624b.jpg' align='right' width='500' caption='„Tauromaquia“, Blatt 10: „Der erste Gang mit dem Umhang (capa) bei lenkbaren Stieren“.' height='323'}]

Deckmantel der „Tradition“? Es ''ist ''unbestreitbar Tradition, die genau nicht verdeckt, sondern alles offenlegt, zur Schau stellt. Bei der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz lese ich: ''„Der im 13. Jahrhundert entstandene Stierkampf wurde schon sehr bald als Teufelswerk verurteilt und dann 1567 von Papst Pius V. verboten, ‚weil Stierkampf und Kämpfe mit anderen wilden Tieren gegen die christliche Frömmigkeit und Liebe verstoßen … daher verbieten wir allen christlichen Fürsten, geistlichen wie weltlichen, kaiserlichen und sämtlichen anderen, ebenso den Städten und sonstigen Gemeinwesen für ewige Zeiten… daß sie in ihrem Geltungsbereich Stierkämpfe und andere Kämpfe mit wilden Tieren abhalten lassen …‘ Zitiert nach J. Maurer (1962).“
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Heute ist der Stierkampf in manchen Ländern aber auch in einigen Regionen von Ländern untersagt, anderweitig Gegenstand laufender Kontroversen. Beispiel:'' „Das spanische Verfassungsgericht hat am 20. Oktober 2016 das Stierkampfverbot in Katalonien für verfassungswidrig erklärt.“'' (Deutscher Tierschutzbund e.V.)

Ein spektakuläre Exempel für das Kollidieren verschiedener Rechtsgüter. Es gehört übrigens zum Wesen von Tradition und Brauchtum, daß derlei auch an Bedeutung verlieren und verschwinden kann. Die Angelegenheit ist noch offen.
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>[Mythos Puch #11|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/mythos_puch26] (Endorphin-Maschine)
>>[Corrida|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/licht_start04] (Episode IV: Endorphin-Festival)
[{Metadata Suchbegriff='Corrida, Gezeiten, Endorphin-Maschine, Mythos Puch, Mobilitätsgeschichte, Tesserakt, Archipel Gleisdorf' Kontrolle='Nein'}]
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