!!!Stromlinie: Die Epochen-Sache
!!(Möbel, Jazz und Fin de Siècle)
von __[Martin Krusche|User/krusche martin]__\\
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Wir waren eigentlich gerade noch mit Literatur und Grafik befaßt. Dabei hatte ich aus den Augen verloren, daß Johannes Rubey ursprünglich zum Tischler ausgebildet worden war und einige Jahre als Restaurator gearbeitet hat.
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[{Image src='puch27_07a.jpg' align='center' width='600' caption='Johannes Rubey, Handwerker' height='450'}]
Aber bei ihm fiel da freilich ein Groschen, als ich in das Thema Stromlinie hineingegangen bin. Das habe ich jüngst aus dem Epochen-Bogen Jugendstil, Art Deco und American Streamline hergeleitet. Davor war Biedermeier zu zitieren. Unterwegs standen Altdeutsche Möbel herum. Ich hab über Fin de Siècle und Bauhaus nachgedacht, mich an Stefan Zweigs bewegendes Buch „Die Welt von gestern“ erinnert.
Da saß mir nun Rubey gegenüber, einen Packen Fotografien in der Hand. So allerhand, was mich in der Epochen-Frage beschäftigt hat, war ihm als Artefakt vertraut, als Möbelstück, an dem er gearbeitet hatte.
Ähnlich der Befassung mit klassischen Automobilen ist es auch hier oft notwendig, eine Art von Wissensarcheologie zu üben, wo Dokumentation fehlt. Wie hat das damals genau ausgesehen? Auf welchem Weg ist man zu dieser Lösung gekommen? Denkvermögen, Handfertigkeit und Materialkenntnis müssen zusammenwirken.
Mehr noch als das Automobildesign hat das Möbeldesign einer Epoche Wirkmächtigkeit und Aussagekraft. Wenn ich nun einrechne, daß Rubey auch in der Geschichte des Jazz sehr versiert ist, bedeutet das, er kennt sehr spezielle kulturelle Entwicklungen, die aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in unsere Gegenwart heraufreichen.
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[{Image src='puch27_07b.jpg' align='center' width='600' caption='Materialkenntnis, Handfertigkeit, Problemlösungskompetenz...' height='450'}]
Nun kam dieser Tage noch Post von Sigi Lemmerer dazu. Als Musiker ein Virtuose, auch in der Theorie höchst bewandert. Zitat Lemmerer vom 7.10.26: ''„Das, was wir gemeinhin als Rock'n'Roll bezeichnen, geht im Grunde auf spirituelle Tanzlieder der nordamerikanischen Ureinwohner zurück! In deren Rhythmen ist die erste Achtelnote halbbetont, die zweite unbetont, die dritte vollbetont und die vierte unbetont.
Nach dem 2. Weltkrieg dominierte der afroamerikanische Swing zuerst einmal die Herzen und Hintern der Westeuropäer, bis der Rock'n'Roll die Herrschaft in den Discos übernahm - eine Groove die im Grunde indianisch war!
Dieser ‚rote‘ Puls drang in die westeuropäischen ‚Caucasians‘ mit voller Wucht ein und zwang sie dazu, die eigenen Marschmusik-Rhythmen, denen sie bis in einen Weltkrieg hinein gefolgt sind, zu hinterfragen und die Groove der indianischen Achtelnoten zu übernehmen.
Damit verlagerte sich auch ihre Mentalität ins Indianische und so, wie sie Steirer waren, wurden sie zu jenen speziellen Indianern, die auf einmal einen gewissen Reiz auf Außenstehende ausüben konnten, egal ob diese aus Wien oder aus Deutschland kommen...“''
Was das alles in meinem Kopf bewirkt, wo ich grade beginne, es zusammenzudenken, kann ich selbst noch nicht sagen. Es läßt sich aber notieren: Wir arbeiten dran.
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[{Metadata Suchbegriff='Stromlinie, Streamline, Mythos Puch, Mobilitätsgeschichte, Tesserakt, Archipel Gleisdorf' Kontrolle='Nein'}]
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!Postskriptum
Da waren außerdem noch gute Nachrichten von Petra Schwarz, die uns für „Mythos Puch Nr. 11: Endorphin-Maschine“ den mächtigen Roush Mustang beim „Kulturraum“ real vorgeführt hat. Es ist nun fast ein Jahr des Ringens mit der Behörde gewesen, um alle Details des Originals anerkannt zu bekommen. Der Stang ist nun street legal. Das Foto stammt vom „Motornight CarMeeting“.
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[{Image src='puch27_07c.jpg' align='center' width='600' caption='Petra Schwarz und der Roush Mustang: Road & Track.' height='450'}]
!Weiterführend
*[Johannes Rubey: Übersicht|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/rubey]
*[Let there be Jazz!|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/jazz] (Eine Erkundung)
*[Endorphin-Maschine|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/mythos_puch26] (Mythos Puch Nr. 11)