!!!Stromlinie: Komenda pur
!!(Der VW Typ 1 als Hot Rod)
von __[Martin Krusche|User/krusche martin]__\\
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Das Heck ist unverwechselbar, das Fahrzeug ein Sonderfall. Split Window. Ein „Brezel-Käfer“. Aber da ist noch mehr. Ich entdeckte den speziell ausgestatteten Typ 1 eher zufällig am Rande des Halloween-Run der Franz Josef-Partie. Davor hatte mir Micky Tieber, Frontman der „Alltagsklassiker“ eben erzählt, daß er in der Szene keine Nachwuchsprobleme sehe.
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Da man bei Franz Josef Enterprises auf die Luftgekühlten spezialisiert ist, durfte ich mit einer guten Klassiker-Auswahl rechnen, denn in meiner aktuellen Episode von „Mythos Puch“ geht es nicht nur um die Stromline, sondern um den gehabten Epochenwechsel.
Der VW Typ 1, im Deutschen Reich als KdF-Wagen konzipiert, hat genau darin einige Schnittpunkte mit dem Steyr-Puch 500: Ein Streamliner, luftgekühlter Boxer im Heck und ein Beitrag zur Volksmotorisierung, die in beiden Fällen erst nach dem Zweiten Weltkrieg vorankam.
Das Käfer-Design ist eine Arbeit von Erwin Komenda. Der war zwischen 1926 und 1929 in den Steyr-Werken tätig, wo Karl Jenschke 1936 sein Steyr „Baby“, den Typ 50, realisiert hatte. Ein beeindruckender Streamliner, der durch den Schell-Plan vom Markt verschwand.
!Der geschichtliche Bogen
Komenda hatte die Käfer-Karosserie im Wesentlichen bis 1938 herausgearbeitet, was per Patentanmeldung als belegt gilt. Nach Kriegsende wurden unter britischer Militärverwaltung im Jahr 1945 die ersten zweitausend Einheiten des Typ 1 gebaut.
Was ich mir jüngst am Stadtrand von Gleisdorf hatte näher ansehen können, stand also in makelloser Lackierung für fast ein Jahrhundert der Designgeschichte; in dieser absolut unverwechselbaren Formgebung. Dann aber staunte ich beim Blick ins Innere des Käfers.
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Hinter dem stilistisch passend ausgewählten Sportlenkrad ein großer Drehzahlmesser. Das ist gewöhnlich der Hinweis auf ein Rennfahrzeug, denn der Motorsportler braucht keinen Tacho, er muß jederzeit sehen können, wie hoch der Motor dreht.
Erst danach fielen mir die Schalensitze auf und daß der Raum dahinter leergeräumt war. Da kann ich jetzt über das verborgene Triebwerk spekulieren. Es ist doch sehr wahrscheinlich ein recht muskulöses Maschinchen, was auch die hinteren Radnaben belegen könnten.
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Also hatte ich keinen Zweifel: Vor mir stand ein Typ 1 Hot Rod. Das muß ein Menge Arbeit gewesen sein, denn der Gesamteindruck läßt mich vermuten: Da hat jemand mit Stilsicherheit und technischem Können einen Hochkaräter des Genres hingestellt. Dieser Rod macht sich nicht über schreiende Details wichtig, sondern über seine schlüssige Umsetzung.
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[{Metadata Suchbegriff='Erwin Komenda, VW Typ 1, Stromlinie, Streamline, Mythos Puch, Mobilitätsgeschichte, Tesserakt, Archipel Gleisdorf' Kontrolle='Nein'}]
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!Post Scriptum
Die Hot Rod-Subkultur ist zwar von spektakulär modifizierten Fahrzeugen geprägt und der Wow-Effekt im Auftritt spielt dabei eine große Rolle, aber das konstituierende Merkmal ist die „heiße Pleuelstange“. Demnach sind Hot Rods natürlich Custom Cars, aber eben jene mit sehr leistungsstarken Motoren, was ich bei diesem Typ 1 als gegeben annehme. Dazu kommen dann Details wie die Nerf Bars statt der Stoßstangen, die neckischen Außenspiegel, solche Kleinigkeiten. Wo andere auf große Gesten setzen, nimmt der Purist eben alles möglichst zurück.
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