!!!Transit: Stein 
!!(Die Zeichen brauchen Flächen)
von __[Martin Krusche|Kunst_und_Kultur/Volkskultur_und_Mythen/kru]__\\
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Ich sehe mich auf solchem Terrain laufend um, denn das ist ein faszinierendes kulturelles Feld, auf dem Status und kulturelles Empfinden einzelner Menschen, ansässiger Familien, sogar ganzer Milieus verhandelt werden.
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[{Image src='transit015a.jpg' align='center' width='600' height='450'}]

Unter all den Möglichkeiten, wie wir im öffentlichen Raum einander etwas mitteilen, ist dieser Bereich von besonderen Emotionen getragen. Mich interessiert, wie Menschen das zusammenführen: Sich selbst, seinen Leuten, aber auch allgemein, den Mitmenschen diese Momente klar zu machen.

Wir sind nicht die einzige Spezies, der Trauer gegeben ist. Daran bleibt mir einiges rätselhaft. Aber das scheint klar zu sein: Das Leben selbst teilt uns über diese Emotion etwas mit. Dieser Umstand findet seinen kulturellen Ausdruck nicht nur im Brauchtum. (Immerhin merkwürdig, daß dieses Genre kaum vorkommt, wenn öffentlich von Volkskultur die Rede ist.) Das Genre prägt Gemeinschaften.
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Mit dem Thema ist übrigens nicht zu scherzen. So haben wir etwa einen breiten gesellschaftlichen Konsens, daß es eine ''„Störung der Totenruhe“'' gibt, die wir als Straftat verstehen, welche „gegen die Sitte und das Andenken Verstorbener“ gerichtet sei; so der § 190 StGB.

Da heißt es unter anderem: ''„Wer Schmuck von einer Beisetzungs-, Aufbahrungs- oder Totengedenkstätte entfernt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen zu bestrafen.“''
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Ich finde hier also diesen besonders geschützten kulturellen Raum, dessen sehr unterschiedliche Zeichensysteme mir unter anderem Auskunft geben, in welcher Stadt ich lebe. Das betrifft einen Bogen, der sich zwischen Volksfrömmigkeit, Spiritualität und Statuswettbewerb stammt.

Das stützt sich traditionell ganz wesentlich auf ein Handwerk, dessen Berufsbezeichnung vermutlich auch nicht mehr allen Leuten geläufig ist: Steinmetz. Solche Kompetenzen haben sich noch am ehesten im Kunstbereich gehalten, etwa mit dem Steinbildhauer und natürlich auch der Steinbildhauerin. Aber die Grabsteine kommen, so höre ich, heute vor allem vorgefertigt aus China und zunehmend aus Indien.
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