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Alaleona, Domenico#


* 16. November 1881, Montegiorgio, Region Marken, Provinz Ascoli Piceno

† 28. Dezember 1928



Komponist


Alaleonas erster Musiklehrer war Antonio Bernabei. Dann studierte er am Liceo Musicale der S. Cecilia in Rom Komposition bei Cesare de Sanctis, Klavier bei Alessandro Bustini und Giovanni Sgambati, Harmonie und Orgel bei Remigio Renzi. Er machte 1906/07 das Diplom an der S. Cecilia mit einem Oratorium. Das Studium der Literaturwissenschaften schloss er mit dem Doktorat ab. Außerdem befasste er sich mit gregorianischem Gesang. Er komponierte rund 600 Werke der verschiedensten Gattungen.

Er verfasste auch etliche Schriften, darunter die „Studi sulla storia dell´oratorio musicale in Italia“, eine These für Oratorien, sowie in diversen Fachzeitschriften Kritiken, wie in „Nuova Muscia“, „Revista Musicale Italiana“, „Il Pianoforte“ und „Harmonia“.

Er lehrte an der Scuola Nationale di Musica (ihr Leiter war Pietro Mascagni) Choralgesang, Musikgeschichte und Esthetik am Liceo Musicale di S. Cecilia in Rom, war Direktor der Societá Corale Guido Monaco in Livorno und Direktor des Coro dell´Augusteo in Rom; weiters gründete er die „Madrigalisti Romani“ und initiierte einen Wettbewerb für Choralgesang. Zudem war er Orchesterleiter in Livorno und Rom.

In seinem Heimatort sind das Teatro Comunale und die Piazza mit seinem Geburtshaus nach ihm benannt.

Mirra#

Eine einzige Oper hat Alaleona hinterlassen, die zweiaktige „Mirra“. Er komponierte sie in den Jahren 1908 – 1912. Mit „Mirra“ hatte er 1913 einen Wettbewerb in Rom gewonnen. Die Uraufführung fand wegen des 1. Weltkrieges erst am 31. 3. 1920 im Teatro Costanzi in Rom statt. Manche wurden durch seine teilweise neue Musiksprache schockiert, aber Mascagni und Puccini haben sich positiv dazu geäußert. Für die Musik hat er Anleihen aus anderen Schulen, wie Wagner, Debussy, Puccini und veristischen Komponisten genommen. Das Intermezzo vor dem 2. Akt hat er Toscanini gewidmet. Lange war diese Oper vergessen. Erst im Jahr 2002 wurde sie in jüngerer Vergangenheit auszugsweise in Jesi gebracht und erst am 21. November 2003 konzertant bei Radio France in Paris, Salle Olivier Messiaen, aufgeführt.

Der Oper liegt das gleichnamige Stück von Vittorio Alfieri zugrunde. Alaleona hat allerdings nur den 4. und 5. Akt vertont; die drei anderen Akte sind eher eine Vorgeschichte. Der Text des Autors wurde mit geringen Änderungen bzw. Kürzungen verwendet, wie z. B. Debussy bei „Pelleas et Melisande“ und Strauss bei „Salome“. In dieser Oper finden wir viele Rezitative und wenige Arien. Das Werk gilt als Oper des „Italienischen Expressionismus“.

Im Jahr 2004 ist diese Oper auf CD bei Radio France/Naive erschienen. Dauer der Oper: 82´15“ (CD I: 44´21“, CD II: 37´54“)

Cecri, Königin von Zypern: Julia Gertseva, Mezzosopran
Ciniro, König von Zypern: Franck Ferrari, Bariton
Mirra, deren Tochter: Dania Mazzola-Gavazzeni, Sopran
Euriclea, Mirras Amme: Hanna Schaer, Mezzosopran
Pereo: Mario Malagnini; Tenor
Violinsolo Luc Héri, Chor von Radio France, Nationalorchester France unter Kurt Masur

Die Oper spielt auf der Insel Zypern in der Antike.

Inhalt#

1. Akt

Die Königstochter Mirra soll den Prinzen Pereo heiraten; allerdings liebt ihn MIrra nicht. Ihre Eltern und ihre Amme wollen sie umstimmen. Da dies nicht gelingt, wird Mirra in die Fremde geschickt, damit sie sich anders besinnt. Da Cecri verlautet hatte, dass Mirra schöner als die Göttin Venus sei, hat sich Venus gerächt, indem sie Mirra sich unsterblich und inzestiös in ihren Vater verlieben lässt. Nach ihrer Heimkehr ist sie immer noch nicht gewillt, Pereo zu heiraten. Der Vater will sie zur Vernunft bringen – vergebens. Pereo, der Mirra liebt, begeht daraufhin Selbstmord.

2. Akt

Ob des Todes von Pereo sind Mirras Eltern verzweifelt. Mirra erklärt im Laufe eines ausführlichen Gespräches, dass sie nur ihren Vater liebe. Mirra kann von niemandem beruhigt werden. Sie ersticht sich. Diese Oper muss man mehrere Male (auf Opernlautstärke) hören, um ihre großen Qualitäten zu erkennen. Die Musik klingt sehr dramatisch – was ja auch hervorragend zu dem Stoff passt. Die Sänger lassen keine Wünsche offen.

Herausragend sind im 1. Akt das „Zwiegespräch“ zwischen Pereo und Mirra „D´inaspettata gioia hammi ricolmo, Mirra, il tuo genitore“, das Duett zwischen Mutter und Tochter, also Cecri und Mirra „Uscito e il padre?“, das Zwischenspiel vor dem 2. Akt, sowie im 2. Akt die lange Szene zwischen Cinro und Mirra „Eccola al fine. – Oimè!“ Und auch der Schluss mit „Quand´io ….. tei…….. chiesi …….“ klingt sehr dramatisch.

Quellen#

  • Wikipedia
  • Booklet zur CD „Mirra“


Redaktion: Dr. Halper