unbekannter Gast

Capitanio, Isidoro#


* 8. 9. 1874, Brescia (Provinz Brescia, Region Lombardei)

† 29. 12. 1944, Brescia


Komponist


Capitanio war der Sohn eines Musikers. Er studierte Komposition und Harmonie am Liceo di Bologna. Er führte eine private Klavier-, Harmonie- und Kompositionsschule für sehr erfolgreich. Viele seiner Schüler haben dann am Konservatorium ausgezeichnet abgeschnitten. Er war Gewinner des Bewerbes der Lehrer für Musik-Historie am Civico Istituto Musicale di Brescia. Er war als Organist ein Meister der Improvisation. Weiters war er ein guter Harmonielehrer und Polyphonist. Er organisierte Choral- und Symphoniekonzerte in Brescia und in vielen Musikgenres erfolgreich. Er komponierte religiöse und weltliche Musik sowie für verschiedene Instrumente. U. a. komponierte er ein Trio für Klavier, Violine und Violoncello, die „Visioni Mitologiche“, dies ist eine Komposition für Orchester, ein Streichquartett mit Klavier, Kantaten und eine einzige Oper. Es ist dies „Dianora de´Giunta“, heute bekannt unter dem Namen „Pasqua Fiorentina“ (Florentinische Ostern), ein dreiaktiges Werk, 1934 komponiert, in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts spielend. Die Uraufführung erfolgte allerdings erst 1998 in Brescia.

"Pasqua Fiorentina"#

Es liegt hier eine CD-Aufnahme beim Label Bongiovanni aus Bologna vor; sie entstand im Teatro Grande di Brescia am 4. und 6. Dezember 1998. Dauer der Oper: 99´ 16“ (CD I: 38´ 17“, CD II 60´ 16“)

„Pasqua Fiorentina“, Lyrisches Drama in drei Akten, Libretto von Antonio Lega; Florenz zu Ostern im 14. Jahrhundert

Dianora de` Giunti, Sporan: Anna Maria Chiuri
Bonaccorso De` Giunti, Dinorahs Gatte, Bariton: Massimiliano Fichera
Lauretta De` Giunti, Bonaccorsos Schwester, Sopran: Se Jin Lee
Aldovrando De` Landi, Tenor: Alberto Jelmoni
Benci D´Jacopo, Tenor: Seung Seo Na
Il Furla, Bariton: Andrea Concetti
Il Capitano del Popolo, Bass: Andrea Bazzani
Chor und Orchester vom Theater Marrucino in Chieti; Dirigent: Vittorio Parisi

Inhalt#

1. Akt:

Bonaccorso, der mit Dianora verheiratet ist, hat den Verdacht, dass ihn seine Frau betrügt. Er setzt den Intriganten Furla als Spion ein, der nicht genau erkennen kann, ob Aldovrando oder Benci der Geliebte Dianoras ist, oder gar beide. Bonaccorso bekommt vom Capitano del Popolo den Rat, beide gegeneinander auszuspielen.

2. Akt:

Bonaccorsos Schwester Lauretta liebt Benci, der sich aber inzwischen Dianora zugewendet hat, die auch mit ihm flirtet, um von ihrer wahren Liebe Aldovrando abzulenken. Bonaccorso macht Benci eifersüchtig auf Aldovrando und umgekehrt. Lauretta versucht Benci zu warnen, aber vergeblich. Aldovrando verletzt Benci schwer.

3. Akt:

Lauretta findet den tödlich Verwundeten, der sie um ihr Gebet bittet und stirbt. Bencis Anhänger suchen ihn; Bonaccorso sagt ihnen, dass Aldovrando ihn getötet hat und sie schwören Rache. Bonaccorso will jetzt genau wissen, wen seine Frau liebt. Als sie an Bencis Leiche steht, kann sie ihre Freude kaum unterdrücken, dass es nicht Aldovrandro ist, spielt aber ihrem Ehemann vor, dass Aldovrando sie hasst, um ihn zu retten. Aldovrando wird hergebracht, sie verflucht ihn und verlangt seinen Tod. Bonaccorso tut, als wollte er Aldovrando begnadigen, da er ja Dianoras Liebhaber getötet und ihm damit einen Dienst erwiesen hat. Als Aldovrando wegen des Verlustes von Dianoras Liebe sterben will, gesteht sie Aldovrando ihre Liebe und die List (Liebesduett). Sie träumen von ihrer gemeinsamen Flucht. Von Bonaccorso überrascht, stürzt sich Aldovrando aus dem Fenster und fällt Bencis Anhängern in die Hände; man hört seinen Todesschrei. Bonaccorso packt triumphierend die ohnmächtige Dianora, während die wahnsinnig gewordene Lauretta erscheint.

Man muss Brescia sehr dankbar für die Aufführung dieses unbekannten Werkes sein. Auf Grund der „antiquierten“ Textierung bzw. der veralteten Ausdrucksweise wie „Consorti“ und „Commensali“ erwartet man sich ein „altes“ Werk. Die Musik, die ihre Entstehungszeit um 1938 nicht leugnen kann, überrascht dann doch sehr. Immer wieder klingt auch die Musik, dem Text entsprechend, sehr dramatisch, z. B. Laurettas „Donna che avete intelletto d`amore“ im 1. Akt. Sehr stimmungsvoll sind der Schluss des 1. Aktes mit „Evviva!“, sowie das Liebesduett zwischen Dianora und Aldovrando. Die besten Stücke sind die jeweiligen Aktschlüsse mit sehr stimmungsvollem Glockengeläute.

Quellen#

  • Wikipedia
  • Booklet zur CD


Redaktion: Dr. Halper