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Ö: Bussl, Busserl, Bussale, Bussele, Busseli, Bussi

D: Küsschen, Bützchen

Als „Bussl“, „Busserl“, „Bussale“, „Bussele“, „Busseli“ oder „Bussi“ bezeichnet man in Österreich und Süddeutschland jenes Zeichen der Zuneigung, das ansonsten „Küsschen“ heißt (im Rheinland „Bützchen“). Auch bei den Zeitwörtern setzt sich diese Unterscheidung fort: hier wird „gebusselt“, dort „geküsst“. Eine „Bussi-Bussi-Gesellschaft“ ist eine Clique oberflächlicher Menschen, die sich demonstrativ mit „Wangenküsschen“ begrüßen. Als „Kokosbusserl“ bezeichnet man in Österreich eine Teebäckerei aus Kokosflocken in der Form von kleinen Haufen. Ein Gegenstück in Deutschland sind „Plätzchen“.

„Bussl“, „Busserl“ etc. ist eine Verkleinerungsform von „Buss“, das allerdings verlorengegangen ist. Man findet jedoch ähnlich klingende Wörter in verschiedenen anderen Sprachen. Das Wort hat vielleicht seinen Ursprung von dem Laut, der beim „Busseln“ entsteht. Ein etymologischer Zusammenhang mit „Bützchen“ dürfte eher nicht bestehen, denn dieses leitet sich von einem mittelhochdeutschen Wort ab, das „schlagen, stoßen“ bedeutet hat. „Bussi“ ist eine familiäre Form, die auch in der Kindersprache häufig vorkommt. Die Wörter „Kuss“ und „küssen“ verdanken ihre Entstehung dem Umstand, dass der Laut u die für den Kuss typisch gerundeten Lippen hervorruft.

Was meinen Sie? Sollen wir weiterhin busseln? Oder ist küssen genauso schön?