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KRIMMLER WASSERFÄLLE#

von Ingrid-Charlotte Graupp

Österreich, ein Land, das mit Naturschönheiten reich gesegnet ist, darf sich rühmen einen der außergewöhnlichsten Wasserfälle ihr eigen zu nennen.

Im Salzburger Pinzgau, im reizvollen Achental befinden sich die berühmten Krimmler Wasserfälle, bereits Weltkulturerbe, die sich in drei mächtige Kaskaden (400 m) tosend in die Tiefe stürzen.

Krimml
Krimmler Wasserfälle, Foto: I-Ch. Graupp
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Krimmler Wasserfälle, Foto: I-Ch. Graupp

Gleichzeitig wirkt der Sprühnebel wahre Wunder für all jene Menschen die an Asthma, Allergien und dem Immunsystem leiden. Bereits vor 200 Jahren wusste der Arzt Dr. Wolfgang Oberlechner über die Heilkraft Bescheid und sprach von kohlensäurer Luft, doch wie so oft, geriet diese Erkenntnis wieder in Vergessenheit. Vor Jahrzehnten beschäftigte man sich abermals mit dem größten Wasserfall Europas im Naturpark Hohe Tauern und entdeckten seine Geheimnisse für die Gesundheit der Menschen. Nun gibt es die entsprechenden Einrichtungen die man in Anspruch nehmen kann.

Bald wäre es um dieses Weltwunder geschehen.

Es war im Jahr 1899 wie bekannt, bewarb sich eine Wiener Unternehmung um in Krimml eine große Fabrik Anlage zu errichten und um das Recht, der Krimmler Ache per Sekunde zwölf Kubikmeter Wasser zu entnehmen, um dasselbe in drei Rohleitungen zu Tal zu bringen. Dort sollte in 19 Turbinen elektrische Energie für 28.000 Pferdekräfte entwickelt werden.

Über den Wasserreichtum der Krimmler Ache hatte man seit einigen Jahren regelmäßige Messungen vorgenommen. Das Ergebnis ergab von zwölf Sekundenmetern Wasser auf Schönangerl die beiden unteren Fälle in den wasserreichsten Monaten Juli und August auf mehr als die Hälfte ihrer Wassermenge, in den übrigen Monaten aber auf ein Minimum oder auf nichts reduziert würden.

Niemand wird verkennen, dass die Nutzung der Wasserkräfte in den Alpen für wirtschaftliche Zwecke im allgemeinen sehr zu begrüßen ist und sie auch förderte. Doch im vorliegenden Fall handelte sich jedoch wie der Alpenverein aufzeigte um ein Naturschauspiel von europäischer Großartigkeit die Gefahr läuft, dass für den größeren Teil des Jahres kaum noch Wasser vorhanden und ihres Daseins beraubt sein würde. Die Sorge war nicht unbegründet, dass die Zerstörung der einzigartigen hervorragenden Naturschönheit des Salzburger Landes auf das Ärgste gefährdet war. Nur in ihrer Gesamtheit bilden die drei Krimmler Fälle jenes großartige Naturereignis das jeden Beschauer unvergesslich bleibe und alljährlich Scharen von Touristen magnetisch anlockte.

Seit der Eröffnung der Pinzgauer Lokalbahn konnten die Besucher außerdem bequem in drei Stunden von Zell am See nach Krimml fahren.

Es stand fest, die Krimmler Wasserfälle dürfen nicht angetastet werden, die in ihrer schäumenden, brausenden Wildheit in der gesamten Alpenwelt ihresgleichen suchen. Bedenke man nur für den Fremdenverkehr würde das verheerende Folgen nach sich ziehen. Gegenüber dem Vorteile, welche die Energiegewinnung brächte, würden zahlreiche Erwerbszweige und Existenzen, die vom Fremdenverkehr abhängig waren, zugrunde gehen. Der Standpunkt der Naturfreunde, welche für die Erhaltung des alpinen Kleinod eintraten, waren davon überzeugt, dass nur im Interesse des Fremdenverkehrs gehandelt würde, da in letzter Zeit in Krimml und Umgebung eine rege Bautätigkeit zu bemerken war, und diese Unternehmer ausschließlich auf den Fremdenverkehr angewiesen waren.

Es war nur zu hoffen, dass die bevorstehenden Verhandlungen über die Bewilligung der geplanten Kraftanlage, eine Ablehnung erfuhren, damit die Krimmler Wasserfälle in ihrer grandiosen Einmaligkeit erhalten bleiben, denn es wäre ein nie wieder rückgängiger Frevel der hier begangen würde. Zum Glück wurden im Laufe der Jahrzehnte andere Mittel und Wege gefunden und die Besucher dürfen sich noch heute an dem Wunder der Natur erfreuen.

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