__MAK__ \\ \\
! Bis 19. April 2015
__Wege der Moderne. Josef Hoffmann, Adolf Loos und die Folgen__\\
[{Image src= 'MAK Loos.jpg' height='200' class='image_left' alt='(c) MAK' width='126'}]
[{Image src= 'MAK Hoffmann.jpg' height='200' class='image_right' alt='(c) MAK' width='160'}]
Ausgehend von den legendären Werken von Josef Hoffmann
(1870–1956) und Adolf Loos (1870–1933) illustriert die Schau
die Entwicklung der Wiener Moderne zur Weltmarke. Mit Radikalität, Konsequenz und
pointierter Schärfe erarbeiteten Hoffmann und Loos, die zu den einflussreichsten
Gestaltern in Wien um 1900 zählen, zwei für die damalige Zeit spektakuläre, völlig
konträre Alternativen für die Modernität in Kunst, Architektur und Design. "Wege
der Moderne" widmet sich nicht nur den Denkweisen und Schlüsselwerken der
beiden Visionäre, sondern auch der Vorgeschichte ihrer Ideen und deren Weiterleben
bis heute. Der Industrialisierungs- und Demokratisierungsprozess in Wien um 1900 bot den
Rahmen für die Ideen von Hoffmann und Loos, die mit einem „schöpferischen“ und
einem „ökonomischen“ Weg zwei erfolgreiche Ansätze für die zunehmend bedeutende,
individuelle Identität der KonsumentInnen boten. Hoffmann interpretierte Architektur
und Design als künstlerische Projekte, Loos dagegen verstand Kunst als einen autonomen Bereich, der nichts mit der Herstellung alltäglicher Bauten und Gebrauchsgegenstände zu tun hat. Hoffmann wollte moderne Kunst liefern, Loos moderne Kultur
schaffen.
[{Image src= 'MAK D.jpg' width='200' class='image_left' alt='(c) MAK' height='150'}]
Mit einer Auswahl von Schlüsselwerken an Bauten, Einrichtungen, Gebrauchsgegenständen und Schriften stellt das erste Ausstellungskapitel __"Neue Konsumwelten"__ dar, auf welchen Leistungen ihrer Vorgänger die Künstler der Wiener Secession und ihr Antipode Adolf Loos aufbauten. Beispielhaft wird hier unter anderem die Arbeit des Architekten Theophil von Hansen für Erzherzog Leopold in Schloss Hernstein (1870er Jahre) gezeigt. \\ \\ \\
[{Image src= 'MAK E.jpg' width='200' class='image_right' alt='(c) MAK' height='150'}]
Das zweite Kapitel __"Otto Wagner"__ ist dem „Vater der Wiener
Moderne“ gewidmet. Die Essenz von Wagners Entwurfsstrategie wird anhand einer
Auswahl seiner wesentlichsten Werke vor Augen geführt, darunter die Rekonstruktion
der Fassade und der Ausstattung für das Depeschenbüro „Die Zeit“ (1902), zahlreiche
Originalmöbel und Entwurfszeichnungen für seine wichtigsten Bauten. Die Ausstellung informiert über Wagners richtungweisende Leistungen, der fast alle Bautypen der modernen Großstadt erstmals für Wien prototypisch definierte. \\ \\ \\
[{Image src= 'MAK B.jpg' width='200' class='image_left' alt='(c) MAK' height='153'}]
[{Image src= 'MAK A.jpg' width='200' class='image_right' alt='(c) MAK' height='150'}]
__"Moderne Lebensweisen"__, das dritte und zentrale Kapitel in der großen
MAK-Ausstellungshalle, ist dem Höhepunkt der Wiener Moderne in den Jahren zwischen der Gründung der Secession 1897 und der Vollendung der Hauptwerke um 1910
gewidmet. Ausgehend von durchaus noch ähnlichen frühen Lösungsansätzen von
Hoffmann und Loos werden in Rekonstruktionen und Modellen ihre schon bald gegensätzlichen Interpretationen wichtiger Bauaufgaben einander gegenübergestellt.
Erstmals werden in diesem Ausstellungsbereich Rekonstruktionen zweier fast gleichzeitig entstandener Innenräume verglichen. Sie präsentieren beispielhaft die unterschiedlichen Grundhaltungen der Antipoden: Im Schlafzimmer der von Josef Hoffmann gestalteten Wohnung Salzer (Wien, 1902) sind alle Objekte in einem strengen
Quadrat-Ornamentsystem geordnet. Im Schlafzimmer in Loos‘ eigener Wohnung
(Wien, 1903) schafft dagegen die dominant haptische Ästhetik von Wandvorhängen
und Teppichen, die nicht von ihm gestaltet wurden, eine intime Atmosphäre.
[{Image src= 'MAK G.jpg' width='200' class='image_left' alt='(c) MAK' height='148'}]
Das vierte Kapitel __"Neue Wiener Wege"__ beleuchtet das inspirierende Potenzial von Josef Hoffmanns ästhetizistischer Haltung und Adolf Loos‘ evolutionär-emanzipatorischer
Strategie. Eine neue ArchitektInnengeneration ließ schon ab 1910 weitere Wege der
Moderne entstehen, die auf Hoffmann und Loos aufbauten. Die konträren Positionen von Secession und Adolf Loos werden durch Rekonstruktionen des opulenten Boudoir d’une grande vedette, Hoffmanns Beitrag
1937 auf der Weltausstellung in Paris, und Margarete Schütte-Lihotzkys Wohnung der
berufstätigen alleinstehenden Frau (1927–1928) illustriert.
[{Image src= 'MAK H.jpg' width='200' class='image_right' alt='(c) MAK' height='136'}]
Das fünfte Kapitel __"Ressourcen"__ zeigt das Fortwirken der Denkweisen
von Hoffmann und Loos nach 1945. \\
Zur Ausstellung ist ein Katalog (336 S., € 39,60) erschienen, es wird ein reiches Rahmenprogramm geboten.
[{Metadata Suchbegriff='Museum Wien Moderne ' Kontrolle='Nein'}]
----
[{Image src='https://austria-forum.org/images/sim-link.png' class='image_block' height='16'}]
__Austria-Forum Beiträge in ähnlichen Gebieten__
>[https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Kunst/Adolf_Loos|https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Kunst/Adolf_Loos]
>[https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Kunst/Wien_Moderne_um_1900|https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Kunst/Wien_Moderne_um_1900]