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Alte Universität - Akademie der Wissenschaften#

Alte Universität, jetzt Akademie der Wissenschaften
Die "Neue Aula" der Alten Universität
Foto P. Diem

Herzog Rudolf IV. (1339-1365) gründete die Institution einer Wiener Universität wenige Monate vor seinem Tod. Erst 1384/85 nahm sie einen gewissen Aufschwung, bestand aus der artistischen, juridischen, medizinischen und theologischen Fakultät und besaß eine eigene Gerichtsbarkeit. Unter Albrecht III. (1350-1395) befand sie sich im Gebäudekomplex gegenüber den Dominikanern (Wien 1, Postgasse). Die alte Universität umfasste Kollegium, Aula, Bibliothek und Spital, daneben entstanden Bursen. In der Folge breitete sich das Universitätsviertel in der Umgebung aus. Im Humanismus um 1500 erlebte die Universität Wien ihre Blütezeit.

Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) der im Zuge der Gegenreformation die Jesuiten nach Wien berufen hatten, übergab ihnen 1623 die theologische und philosophische Fakultät. Er verpflichtete sie zur Umgestaltung der Bauten in der Bäckerstraße. Die Gegend wurde dadurch ab 1625 grundlegend umgestaltet. Unter Maria Theresia (1717-1780) errichtete man die Neue Aula. 1827/28 wurde in der Postgasse 9 ein Erweiterungsbau für die Universitätsbibliothek errichtet, in dem heute das Archiv der Universität Wien beheimatet ist.

Das "Alte Universitätsviertel" rund um die Jesuitenkirche am Dr. Ignaz-Seipel-Platz ist eines der größten und bedeutendsten Denkmalensembles Wiens. Der frühere Jesuiten- oder Universitätsplatz hat sein Aussehen seit der Mitte des 18. Jahrhunderts kaum verändert. Östlich der Kirche erstreckt sich das Kolleg mit dem Stöcklgebäude an der Postgasse und dem ehemaligen Jesuitentheater an der Bäckerstraße. Die westliche Seite nimmt die Neue Aula, Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 2, ein. Seit 1857 Sitz der Akademie der Wissenschaften, handelt es sich um einen der wenigen imperialen Monumentalbauten aus der Zeit Maria Theresias, die ihn 1756 eröffnete. Von Jean-Nicolas Jadot de Ville-Issey (1710-1761) errichtet, begann mit dem Gebäude die Hinwendung zur französischen Architektur (zuvor orientierten sich die österreichischen Architekten an Italien). Die plastische Gestaltung der Fassade kommt durch den Standort zwischen zwei Gassen noch stärker zum Ausdruck. Sehenswert ist die Bauplastik, wie die Brunnen am Hauptportal, ebenso wie die reiche malerische Ausstattung der Räume.

Quellen#


  • Felix Czeike. Historisches Lexikon Wien
  • Helga Maria Wolf: Spurensuche Wien

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