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Bad Aussee#

Bad Aussee
Wappen von Bad Aussee

Bundesland: Steiermark Bad Aussee, Steiermark
Bezirk: Liezen
Einwohner: 4.771 (Stand 2016)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 659 m
Fläche: 82,03 km²
Postleitzahl: 8990
Website: www.badaussee.at


Bad Aussee
Bad Aussee um 2010
© Austria-Forum
Bad Aussee liegt am Zusammenfluss der 3 Traun-Quellflüsse im Ausseer Land (Bezirk Liezen, Steiermark), ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Steirischen Salzkammerguts und ist die geografische Mitte Österreichs.

Der Ort liegt eingebettet zwischen Totem Gebirge und Dachstein und verdankt seine Entwicklung den reichen Salzvorkommen.

Bereits um 450 wurde in einem Dokument ein "römischer Burgstall" erwähnt, was als erstes Anzeichen für die Existenz der Ansiedlung im Raum des heutigen Bad Aussee gilt. Von 1065 bis 1091 wurde der steinerne Ostturm der Kirche errichtet, aus dem Jahr 1265 stammt die erste urkundliche Nennung von "Aussee“. Im Mittelalter (vor 1300) erfuhr die Siedlung durch die Errichtung von Salzpfannen einen großen Aufstieg.
Pest, Brände, Reformation und Gegenreformation (1599) brachten immer wieder Rückschläge in der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Ortes.
Ab dem 15. Jahrhundert war das Salzkammergut samt Aussee und dem Ausseerland direktes Eigentum des Kaisers (= Kammergut). (Der Kammerhof - einst Amtssitz der Salzverweser beherbergt heute ein Museum .)

Aussee 1897
Markt Aussee-1897
Foto aus der "Ehernen Mark", Band 2

Berühmt wurde der Ort im 19. Jahrhundert durch die Liebe des Erzherzog Johann zur Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl, die er 1829 heiratete. 1868 wurde Aussee zum Kurort ernannt (den Titel "Bad" erhielt der Ort allerdings erst 1911). 1877 wurde Aussee durch die Salzkammergutbahn erschlossen und so entwickelte sich das Ausseer Land zur bevorzugten Sommerfrische vor allem der literarischen Avantgarde.


1938 wurde Bad Aussee dem Bundesland Oberösterreich angeschlossen und erst 1948 wieder von der Steiermark übernommen.

1961 wurde die Heilquellen-Trinkanlage (hypertonische Natrium-Chlorid-Quelle) im Kurmittelhaus eröffnet, 1979 ein neues Kurzentrum am Oberen Markt errichtet und 1997 das neue Kurhaus offiziell seiner Bestimmung übergeben. 1994 wurde Bad Aussee zur Stadt erhoben, mit der Eröffnung der Universitätsklinik Bad Aussee für Psychosomatik und Psychotherapie wurde Bad Aussee zur Universitäts-Stadt und 2010 wurde sie zur Alpenstadt ernannt.


Besonders erwähnenswert ist auch das Narzissenfest, das seit 1960 alljährlich Ende Mai/Anfang Juni abgehalten wird und sich mittlerweile zum größten Frühlingsfest in Österreich entwickelt hat.


Bad Aussee ist reich an Kunstdenkmälern aus spätgotischer Zeit - besonders sehenswert sind u.a. sind die

  • Pfarrkirche St. Paul, erstmals erwähnt um 1300, mit einer gotischen Marienstatue (um 1420) und einem Sakramentshäuschen aus dem frühen 16. Jahrhundert
  • die Spitalskirche (vor 1395) mit 2 gotischen Flügelaltären aus dem 15. Jahrhundert und schönen Fresken
  • ein harmonisches Häuserensemble aus dem 15. Jahrhundert (Geburtshaus von Anna Plochl, der Gattin von Erzherzog Johann)
  • der Kammerhof (Baubeginn vor 1200): diente bis 1926 als Salzamtsgebäude und ist heute ein Heimatmuseum mit den Schwerpunkten Tracht, Volksmusik, Brauchtum, Salzgewinnung, Fossilien und Höhlenkunde
  • die Mercedes-Mittelpunkt-Brücke: 2005 waren die durch die Grundlseer- und Altausseertraun getrennten Kurparkbereiche durch diese-Brücke verbunden worden
  • der Mittelpunktstein: Bad Aussee gilt seit 1949 als offizieller Mittelpunkt Österreichs - das Denkmal ist im Kurpark von Bad Aussee zu besichtigen
  • die einzige noch existierende autodynamische Uhr der Welt


Der Kammerhof#

Der Kammerhof wurde urkundlich 1395 erstmals erwähnt. Obwohl er im Laufe seiner Geschichte mehrmals umgebaut wurde, ist die originale Bausubstanz auch heute noch in hohem Maße vorhanden. Der Kammerhof diente bis 1926 als Salzamtsgebäude.

Im Zuge der Errichtung des neuen Kurzentrums wurde er im Jahr 1971 von der Marktgemeinde Bad Aussee erworben. Die Hofmauer, alle Nebengebäude und das nördliche Treppenhaus mussten beim Neubau des Kurzentrums abgetragen werden.

Ein besonderes Juwel ist der Kaisersaal: in diesem Raum haben 1442 Friedrich III. und im Dezember 1511 Kaiser Maximilian übernachtet. Der kleine, zentral gelegene Raum fasziniert mit seinen schön facettierten Türrahmen, Fensterkreuzen und –bänken sowie dem Kamin aus Ausseer Rotmarmor (Ausseer Steinmetz Engelprecht um 1530 ) und den Freskomalereien aus der Zeit von 1740-1756, die Decke und Wände gleichermaßen bedecken. (Die Wandmalereien wurden von 2011 bis 2014 restauriert.)

Heute beherbert das Gebäude das Kammerhofmusuem - ein "Heimatmuseum", das zur kulturellen Identität der Region beitragen und den Gästen des Ausseerlandes die Geschichte und die Volkskultur des Ausseerlandes näherbringen will.

Weiterführendes#

Literatur#

  • M. Pollner, Das Salz-Kammergut, 1993