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Döbling#

Wappen des 19. Wiener Gemeindebezirks Döbling
Wappen des 19. Wiener Gemeindebezirks Döbling.

Döbling, 19. Gemeindebezirk von Wien, 24,90 km², 67.178 Einwohner  (2006), um 1114 als Tobilic (Töblich) erwähnt, bis 1891 zwei selbständige Gemeinden (Ober- und Unter-Döbling, durch den Krottenbach voneinander getrennt), 1892 mit Sievering, Grinzing, Heiligenstadt, Nußdorf, Kahlenbergerdorf und Josefsdorf zum 19. Bezirk vereinigt; Salmannsdorf und Neustift kamen 1938 vom 18. Bezirk hinzu. Döbling reicht von der Donau und dem oberen Donaukanal über die Aussichtshöhen von Nußberg, Krapfenwaldl, Cobenzl und Himmel (Bellevue) bis auf die randliche Bergkette des Wienerwalds, die sich vom Dreimarkstein über Hermannskogel und Kahlenberg hinzieht und mit dem Leopoldsberg steil zur Donau abfällt.

Charakteristisch für Döbling sind die alten Ortsbilder (Winzer- und Heurigendörfer in den Tälern der Wienerwaldbäche) mit ausgedehnten Weinhängen (das größte Weinbaugebiet von Wien) und Wäldern, aber auch der Villenbezirk im Cottageviertel. Döbling entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem noblen Sommerfrischeort, zahlreiche Komponisten, Dichter und Schriftsteller wohnten hier. Döbling hat mehr als die anderen Wiener Bezirke sein ursprüngliches Siedlungsbild bewahrt, zu den Bauten des 20. Jahrhunderts gehören unter anderem die Höhenstraße, der Fernsehmast auf dem Kahlenberg, die Rudersportplätze in der Kuchelau und der Fußballplatz Hohe Warte. In Döbling liegen mehrere Spitäler und Heilanstalten, Parkanlagen (japanischer Setagaya-Park und andere), Freibäder und alte Friedhöfe. Die Vorortelinie (Schnellbahn) durchquert den Bezirk, an dessen Rand fahren die Franz-Josefs-Bahn und die U-Bahn-Linie U6; die U-Bahn-Linie U4 hat ihre Endstation in Heiligenstadt; Kreuzfahrtschiffe auf der Donau legen in Nußdorf an.

Wichtige Bauten: mehrere Kirchen (unter anderem in Grinzing, Heiligenstadt, Neustift, auf dem Kahlenberg und auf dem Leopoldsberg); einziger erhaltener Karner Wiens (bei der Heiligenstädter St.-Michaels-Kirche); Kleiner Zwettlerhof (1731); ehemalige Hochschule für Welthandel (Archäologische Institute), Schikaneder-Lehár-Schlössel (1737); Maria-Theresien-Schlössel (Neurologisches Krankenhaus der Stadt Wien); 5 Beethovenwohnungen (Gedenkstätten), unter anderem Eroicahaus (L. van Beethoven wohnte hier 1803/04 und arbeitete an seiner "Eroica"); Beethoven-Grillparzer-Haus (Ende des 18. Jahrhunderts; 1808 wohnten hier zur gleichen Zeit L. van Beethoven und der damals 17-jährige F. Grillparzer); Villa Hainisch (Musikschule der Stadt Wien), Wertheimstein-Villa (1834-36, mit Fresken von M. von Schwind; Bezirksmuseum und Weinbaumuseum), Villen von J. Hoffmann; Nußdorfer Wehr (Absperrvorrichtung des Donaukanals von O. Wagner, 1894-98); Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte; Internationales Pressezentrum (1970), Pressehaus (1963); Gemeindebauten (Karl-Marx-Hof, 1926-30; Klosehof, 1924; Pestalozzihof, 1925; Rebechof, 1929; Schnitzlerhof, 1960); spätrömische Baureste bei der Heiligenstädter St.-Jakobs-Kirche.

Weiterführendes#

Literatur#

  • F. Czeike, Historisches Lexikon Wien, 5 Bände, 1992-97
  • H. Kretschmer, Döbling, Wiener Bezirkskulturführer, 1982


--> Heimatkundliche Publikationen und DVDs über Döbling siehe:

www.döbling.com/verkauf/

-- Diem Peter, Donnerstag, 11. Juni 2015, 13:06