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Deutscher Orden #

Deutscher Ritterorden, Deutschherren


Neben den Ritterorden der Johanniter und der Templer eine der drei großen Vereinigungen, die zur Zeit der Kreuzzüge ursprünglich als karitative Gesellschaft gegründet wurden, später aber für Verbreitung und Verteidigung des Christentums zuständig waren (seit 1198 geistlicher Ritterorden).

Herzog Leopold VI. rief den 1190 in Akkon gegründeten Orden zu Beginn des 13. Jahrhunderts nach Wien; weitere Niederlassungen (so genannte Kommenden) folgten in Wiener Neustadt, Linz, Graz, Friesach, Bozen und Sterzing.


Nach der Auflösung des Deutschen Ordens außerhalb des Kaisertums Österreich durch Napoleon (1809) erneuerte ihn Franz I. 1834 in Österreich als katholische Adelsgemeinschaft. 1780-1923 war stets ein österreichischischer Erzherzog "Hoch- und Deutschmeister" des Deutschen Ordens (zuletzt Erzherzog Eugen).

1929 wurde der Orden in einen geistlichen umgewandelt und seine Tätigkeit auf karitative und religiöse Aufgaben beschränkt. 1938 von den Nationalsozialisten aufgehoben, erhielt er in der 2. Republik wieder alle alten Rechte.

An die einst großen Besitzungen des Deutschen Ordens und seine kulturelle Bedeutung in Österreich erinnern noch die Deutschordenskirchen in Wien, Wiener Neustadt und Friesach sowie das Deutschordenshaus in Wien. Die Deutschordensschwestern unterhalten heute noch ihre fürsorglichen Einrichtungen in Friesach (Mutterhaus), Klagenfurt, Thurn, Spittal an der Drau (alle Kärnten).


--> Sonderbriefmarke 1992, Serie Stifte und Klöster in Österreich (Briefmarken)

Literatur#

  • M. Tumler und U. Arnold, Der Deutsche Orden. Von seinem Ursprung bis zur Gegenwart, 1992
  • 800 Jahre Deutscher Orden, Katalog des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, 1990
  • P. Stenitzer, Die Deutschordensprovinz Österreich unter dem Deutschmeister J. J. P. Harrach, Dissertation, Wien 1992
  • B. Demel und W. Krones, Das Deutschordens-Haus zu Wien, 1993