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Eggenberg, Schloss#

Im Grazer Stadtbezirk Eggenberg, wurde 1625-55 für Fürst Johann Ulrich Eggenberg von Giovanni Pietro de Pomis erbaut, kam 1754 in Besitz der Grafen Herberstein, die es umbauten, 1939 an das Land Steiermark.


Eggenberg ist das größte Barockschloss der Steiermark, 24 Prunkräume (17. und 18. Jahrhundert, Wand- und Deckenbilder von H. A. Weißenkircher, 1684).

Das Land Steiermark erwarb Schloss Eggenberg im Jahr 1939. Nach Kriegszerstörungen und umfangreichen Restaurierungen wurde es dem damaligen Landesmuseum Joanneum eingegliedert und 1953 für das Publikum geöffnet.

Seit der Neuaufstellung der Alten Galerie im ersten Stock des Schlosses (2005), der Wiedereröffnung des Münzkabinetts (2007) und dem Neubau des Archäologiemuseums im Schlosspark (2009) stellt Schloss Eggenberg ein Highlight der österreichischen Museumslandschaft dar. Seit 1. August 2010 zählt Schloss Eggenberg zum UNESCO Weltkulturerbe; d.h. es wurde die bestehende Welterbestätte "Graz – Historisches Zentrum" um das Schloss Eggenberg erweitert und wird in Zukunft "City of Graz – Historic Centre and Schloss Eggenberg" heißen.

Weiterführendes#



Der Rosenhügel mit seinen chinesischen Elementen ist ein interessantes Symbol. Der Schirm ist nur "Beiwerk", eine nette nutzbare Ergänzung für einen Aufenthalt und zugleich die Einbindung eines Elements aus der Zeit der Romantischen Gärten.

Wenn man wüsste, was die beiden Adelsgeschlechter von Andlau (Ballbina, welches die Eremitage in Arlesheim bis 1785 in der Erstfassung schuf) und die von Eggenberg verband, so könnte man über diesen Schirm einiges ableiten. Ein solcher Schirm wurde nämliche selten verwendet und zeigt symbolisch die Einbindung eines Stilelements aus aus dem Reich der Mitte.

So wie es in Frankreich eine Rarität ist, einen Romantischen Garten zu finden, so selten ist dies auch in Österreich, weil das Barock alles als Stilelement zu beherrschen wusste.

Ursprung des Barock ist übrigens der Garten des Konzils im Vatikan, nach dessen Vorbild Gärten in Frankreich und in Österreich später entstanden sind.

Die Kombination mit dem Rosengarten müsste man einmal dahingehend prüfen, ob die Wegführung die Umrisse von Rhodos wiedergibt: Rhodos war ja die Roseninsel der Antike, bis durch eine der ersten Umweltsünden die Libanonzeder von den alten Ägyptern so drastisch (wegen der Qualiätt des Holzes als Bauholz) dezimiert wurde, dass die gesamte Region nach und nach versteppte und damit der Glanz von Rhodos mit mehreren Millionen Rosen erloschen ist.

Wenn der Weg den Umrissen von Rhodos entspricht, so war für den Rosengarten die Roseninsel im 2. Akt, Plan E des Weltkulturerbes Wörlitzer Park, Pate.

Über den Sortenabgleich der Rosen könnte man dies prüfen. Nur müsste man dazu den ersten Sortenspiegel des Schlossparks Eggenberg kennen!

Unklar ist, nach welchem Kupferstich oder Gemälde der Schirm erbaut wurde.

Wie wir heute einen Erlebnispark nutzen, so war es früher dem Adel vorbehalten, sich Freuden in einem Garten zu schaffen.

Gruß Einer_von_uns

--Rosner Leo, Donnerstag, 30. September 2010, 21:11


Dass der Rosenhügel in seiner Form bei der Entstehung auf gewaltigen Widerstand gestoßen ist, kann niemanden verwundern, denn seit dem Luther durch seine Übersetzung die Basis schuf, nicht so streng nur im Latinum die Lehren zu popularisieren und zu leben, wurden auch andere Formen als nur die "alten" in Gärten (fast als Protest) eingesetzt.

Wenn im Vatikan damals strenge symmetrische Formen im Garten des Konzils die Strenge der Lehre selbst darstellten (Basis für die Erstellung dieses Gartens war übrigens ein Teil des Garten des Plinius des Älteren), so folgten Menschen ihrer Konfession nicht zuletzt auch im Stil des Anlegens eines Gartens.

Er war somit eine kleine Revolution, auch innerhalb des Adels in Österreich, weil der Garten als "protestantisch" eingestuft werden konnte. Durch den Chinesischen Schirm jedoch war es möglich, einen Hinweis darauf geben, dass es ja nur ein "gedanklicher Import" aus dem Reich der Mitte war.

Dass die Art eines Garten sehr erst genommen wurde, kann man daran erkennen, dass man in England alle Gärten auf englisch trimmte (über 4,000.000 Bäume wurden dafür pro Jahr aus der Neuen Welt importiert). Auch in Frankreich wurden systematisch Abtrünnige vom symmetrischen Gartenstil bis zur Enteignung bestraft.

Liberalisiert wurde dies erst, als selbst Versailles mit einem Romantischen Garten für die Königin diesen Stil bedingt salonfähig machte.

So gesehen haben alle Symbole in einem Garten in jeder Gartenszene eine eigene Aussage, die mit dem zeitlichen und örtlichen philosophischen und religionsüblichen Gedankengut einhergehen musste.

Man muss einen Garten zumindest als "konform" verteidigen können. In diesem Sinne ist dieser Rosengarten eine Revolution in der öffentlichen Darstellung von Kunst in Österreich.

Gruß Einer_von_uns

--Rosner Leo, Freitag, 1. Oktober 2010, 03:26


Herbstnacht in Schlosspark Eggenberg

Zur Nacht verliert der Herbst den Glanz
Die Farben werden blass fast ganz
und nächtens dann beim Mondenschein
schläft auch der Wind allmählich ein.

Im Park zieht ein die große Ruh
nur große Eulen schauen zu
Dem Wind nun ganz die Kraft erlischt
Der Park mit Himmel sich vermischt

Für Menschen jetzt der Traum beginnt
bis Sonnenschein den Morgen find't
Und Farbenglanz im Licht sich bricht.
Der Park beim Schloss ist ein Gedicht!

Gruß
Einer_von_uns

P.S.
Es wird wohl Zeit, dort live zu geh'n,
als alles nur als Bild zu seh'n.
Das Forum aber, ist 'ne Wucht,
danach habe ich schon lang gesucht!

--Rosner Leo, Sonntag, 10. Oktober 2010, 21:26