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Frohnleiten#

Frohnleiten
Wappen von Frohnleiten

Bundesland: Steiermark Frohnleiten, Steiermark
Bezirk: Graz-Umgebung
Einwohner: 6.705 (Stand 2016)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 438 m
Fläche: 127,6 km²
Postleitzahl: 8130, 8131
Website: www.frohnleiten.com/
Mit 1.1.2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform des Landes Steiermark die Gemeinde Frohnleiten mit
den Gemeinden Röthelstein und Schrems bei Frohnleiten zusammengeschlossen. Die Gemeinde führt weiterhin den Namen Frohnleiten.


Frohnleiten im Bezirk Graz-Umgebung liegt auf einer hochgelegener Flussterrasse am Murufer zwischen Graz und Bruck an der Mur.

Die Grafen von Pfannberg, Herren der nahen Burg, hatten hier - als einzigen Murübergang zwischen Bruck und Graz - eine Mautbrücke aus Holz gebaut und gründeten zu deren Schutz um 1280 den Markt "Freyleiten". Nach Aussterben des Geschlechts der Pfannberger (1362) fiel Frohnleiten den Landesfürsten zu.

Die folgenden Jahrhunderte waren voller Höhen und Tiefen: das 15. Jahrhundert war von ständigen Kriegen und Seuchen gekennzeichnet, im 16. Jahrhundert gab es mehrere Feuersbrünste und Hochwasser. Häufige Pestepidemien, hohe Steuern, Soldatendurchmärsche ließen die Bevölkerung verarmen.

Frohnleiten gehörte ursprünglich zur Urpfarre Adriach, als deren Filiale die Bürger im Markt die St. Katharinen-Kirche errichteten. Von 1679 bis 1701 wurde ein Servitenkloster errichtet; 1786 wurde diese Klosterkirche (anstelle der Kirche von Adriach) zur Pfarrkirche erhoben, die Katharinenkirche wurde profaniert und als Wohnhaus weiterverwendet.

Nach den siegreichen Türkenkriegen setzte am Beginn des 18. Jahrhunderts endlich wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, allerdings gefolgt von neuerlichen Feuersbrünsten und Verheerungen im Laufe der Franzosenkiege. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie Mürzzuschlag-Graz (1844) bedeutete für Frohnleiten einen wirtschaftlichen Rückschlag, da nun der Verkehr auf den Schienen am Markt vorbeirollte.

Erst die Gründung der Kaltwasserheilanstalt (1867) verbesserte die wirtschaftliche Lage - Frohnleiten wurde ein gern besuchter Kurort. Zwanzig Jahre später (1887) entstanden die Papierfabrik "Carl Schweizer" (später "W. Hamburger GmbH", heute geschlossen) und die Kartonfabrik "Mayr-Melnhof", die das Wirtschaftsleben entscheidend prägten.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Frohnleiten viel investiert und neu gestaltet: so z.B. die Neugestaltung des Ortszentrums (mit Fußgängerzone und Tiefgarage), der Bau eines Krankenhauses (für Orthopädie und orthopädische Rehabilitation) "Theresienhof", des Murkraftwerks Rabenstein und einer Mülldeponie.

Sehenswert in Stadt und Umgebung sind u.a.

Frohnleiten (historischer Markt)

  • ehemalige Marktbefestigung (Leobner Tor, Tabor)
  • Pfarrkirche (1679-1701): mit Rokokoausstattung (um 1764)
  • Katharinenkirche: 13. Jhdt.; zuerst nur Turm und Kirchenschiff, später auch Chor, mehrmals umgebaut; 1786 als Kirche aufgehoben; Turm dient heute als Glockenturm für die Pfarrkirche
  • Mariensäule (1732)
  • Kurhaus: 1867 vom Arzt Franz Rumpelmaier erbaut; heute Wohnhaus
  • Volkshauspark
  • Burgruine Pfannberg
  • Schloss Neupfannberg (1737): mit englischem Park, darin Karner (um 1500) des ehemaligen Dorfes Mauritzen
  • Schloss Rabenstein (12 Jhdt.): mehrfache Umgestaltungen in Zeiten (um 1670) mit mittelalterlicher Burgruine; heute restauriert und öffentlich zugänglich (Privatbesitz)

Adriach (einst römische Poststation)

  • romanisch-gotische Filialkirche heiliger Georg (1076-1786 Pfarrkirche) mit Fresken von J. A. Mölk und Grabmälern (15.-16. Jahrhundert)
  • gut erhaltene Römerbrücke (2.-3. Jhdt.)

Rothleiten

  • Wasserschloss Weyer (13. Jhdt.): ehemalige Wasserburg, , Umbauten 16.-18. Jahrhundert; am Eingang zum Gamsgraben


Die Stadt Frohnleiten, bekannt für ihren schönen Blumenschmuck, lädt Gäste zu einem Rundgang durch den historischen Markt mit den Bürgerhäusern rund um den Hauptplatz ein und bietet neben vielen kulinarischen und kulturellen Veranstaltungen einen Golfplatz und zahlreiche Ausflugsziele, Wander- und Radwege in der Umgebung.

Weiterführendes#

Literatur#

  • O. Pickl, Geschichte des Marktes Frohnleiten, 1956
  • A. Graschy, Stadtgeographie von Frohnleiten, Dissertation, Graz 1970