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Grafendorf bei Hartberg#

Wappen von Grafendorf bei Hartberg
Wappen von Grafendorf bei Hartberg

Bundesland: Steiermark Grafendorf bei Hartberg, Steiermark
Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Einwohner: 3.124 (Stand 2016)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 383 m
Fläche: 45,7 km²
Postleitzahlen: 8232, 8230, 8233
Website: www.grafendorf.at
Mit 1.1.2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform des Landes Steiermark die Gemeinde Grafendorf bei Hartberg mit
der Gemeinde Stambach zusammengeschlossen. Die Gemeinde führt weiterhin den Namen Grafendorf bei Hartberg.


Die Marktgemeinde Grafendorf bei Hartberg (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) liegt im oststeirischen Hügelland am Fuße des Masenberges, ca. 6 km nördlich von Hartberg nahe der Grenze zum Burgenland.

Die Gegend um Grafendorf war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, wie einige Funde belegen. Zur Römerzeit war das Gebiet Teil der Provinz Noricum - römerzeitliche Gutshöfe, zahlreiche Grabhügel und Grabsteine im Gemeindegebiet weisen auf eine dichte Besiedlung hin.

Es folgte eine wechselvollen Geschicht: zunächst siedelten hier Slawen, dann war das Gebiet kurz Teil des Fränkischen Reiches, ehe es von den Ungarn erobert und schließlich von König Heinrich rückerobert wurde; danach wurde die deutsche Besiedlung wieder aufgenommen. Um 1130 gründete Graf Ekbert II von Formbach-Pitten die Burg Kirchberg als Verwaltungszentrum für seine Besitzungen südlich des Wechsels und das Dorf (des Grafen = Grafendorf) als wirtschaftliches Zentrum. 1158 wurde das bayrische Kloster Formbach am Inn Grundherr von Grafendorf und blieb dies bis zur Aufhebung des Klosters 1803. Von 1803 bis 1815 wurde das Dorf vom Staat eingezogen und 1815 an den Inhaber einer Glasfabrik versteigert. Von 1831 bis Abschaffung der Grundherrschaft 1848 war das Kloster Vorau Grundherr über Grafendorf.

Im Gebiet der Gemeinde, die 1964 zur Marktgemeinde erhoben wurde, befindet sich die land- und forstwirtschaftliche Fachschule Kirchberg am Walde.

Sehenswert im Ort bzw. der Gemeinde sind u.a.

Grafendorf

  • Pfarrkirche (urk. 1158, Umbau frühes 18. Jh.), Barockfiguren auf dem Hochaltar, volkstümliche Kreuzwegbilder (um 1800), Grabsteine der Familie Trautmannsdorff (17. Jh.); Kreuzkapelle mit Fresken von 1724
  • barocker Pfarrhof
  • Kirche St. Pankrazen (urk. 1544, um 1800 erneuert) mit Barockaltar
  • Schloss Kirchberg (um 1130, seit 1923 landwirtschaftliche Fachschule)

Stambach

  • Schloss Reitenau (erbaut 14. Jh., Ausbau 17./18. Jh.) mit Wassergraben, 4 runden Ecktürmen und 6-eckigem Innenhof mit Pfeilerarkaden, Kapelle (1732) mit Stuckzierat, historischen Öfen (um 1800), Basteien
  • Kirche St. Pankrazen
  • sogenanntes "Mesnerhäusl"

Eingebettet in eine waldreiche Hügel- und Wiesenlandschaft gehört Grafendorf zu den traditionellen Sommerfrischen des südlichen Wechselgebietes. Die Gemeinde Grafendorf bei Hartberg ist mit den Gemeinden Hartberg, Grafendorf, Greinbach, Kaindorf, Rohrbach an der Lafnitz und St. Johann in der Haide Mitglied des Tourismusverband Hartbergerland.

Weiterführendes#

Literatur#

  • Marktgem. G. b. H. (Hg.), G. b. H., seit 1. August 1964 Markt, Festschrift anläßlich der Markterhebung, 1964.