OMV AG - Austria-Forum : AEIOU
OMV AG#
Im Juli 1946 wurden in der sowjetischen Besatzungszone Österreichs mehr als 300 Industriebetriebe, darunter fast die gesamte Erdölindustrie und die DDSG (Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft), sowie 140 land- und forstwirtschaftliche Besitzungen ehemaliges "Deutsches Eigentum" beschlagnahmt.
Erst als Folge des Staatsvertrags von 1955 gelangten die Betriebe in österreichisches Eigentum und wurden Teil der Verstaatlichten Industrie. Die Sowjetunion ließ sich die Verfügungsgewalt teuer abkaufen (Ablösezahlungen in der Höhe von 150 Millionen Dollar).
1956 gründete die Republik Österreich die Österreichische Mineralölverwaltung AG, die ab 1974 unter als ÖMV AG und seit 1995 OMV AG geführt wird.
1958 erfolgte die Grundsteinlegung der Raffinerie Schwechat, die Ende 1960 die Produktion aufnahm; bis zur ersten Teilprivatisierung 1987 war das Unternehmen zu 100 % im Besitz der Republik Österreich, seit 1995 besteht folgende Aktionärsstruktur: 35 % ÖIAG (für die Republik Österreich), 19,6 % IPIC (Abu Dhabi), Rest Streubesitz.
Geschäftsbereiche
Heute unterteilt sich die OMV in 3 Geschäftsbereiche:
- Im Bereich Exploration & Produktion (E&P) fokussiert die OMV überwiegend auf Gebiete, aus denen Erdöl und Erdgas in ihre drei Märkte transportiert und dort weiterverarbeitet werden kann. Aktiv von der Nordsee bis Neuseeland fördert der Konzern rund 80 % seines ausgewogenen Portfolios an Erdöl und Erdgas in OECD- und EU-Ländern.
- Der Bereich Gas & Power (G&P) engagiert sich sehr für das Nabucco Gas Pipeline Projekt. Mit Nabucco werden die großen Erdgasvorkommen im Kaspischen Meer und dem Mittleren Osten direkt an Europa angebunden.
In modernen Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerken wird Gas ab 2011 von der OMV zu Strom verarbeitet werden - effizienter und umweltfreundlicher als in herkömmlichen Kohlekraftwerken.
Am Central European Gas Hub (CEGH) wird Erdgas international gehandelt und verteilt – mit stark wachsender Nachfrage, seit Ende 2009 auch mit Gasbörse-Funktionalität in Kooperation mit der Wiener Börse.
- Der Bereich Refining & Marketing (R&M) verabeitet in Raffinerien Erdöl und Erdgas zu unterschiedlichen Endprodukten wie Kraftstoffen und petrochemischen Grundstoffen, aber auch zu Strom und Wärme. Durch die Beteiligung an "Borealis" stellt die OMV auch hochwertige Kunststoffe beispielsweise für Automobilteile, Haushaltsgeräte, medizinisches Equipment, Verpackungen und Folien her.
In Mittel- und Südosteuropa liegt der Schwerpunkt auf der Restrukturierung der Petrom Raffinerien, in der Türkei konzentriert sich R&M auf die Stärkung ihrer Marktposition im Tankstellenmarkt, in den die OMV durch die Beteiligung an Petrol Ofisi, der führenden Vertriebsgesellschaft von Mineralölprodukten in der Türkei, 2006 eingestiegen ist.
OMV Aktiengesellschaft (Eigenbeschreibung):
Mit einem Konzernumsatz von EUR 17,92 Mrd und einem Mitarbeiterstand von 34.676 im Jahr 2009 ist die OMV Aktiengesellschaft eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen Österreichs. Als führender Energiekonzern im europäischen Wachstumsgürtel ist der OMV Konzern im Bereich Raffinerien & Marketing (R&M) in 13 Ländern tätig.
OMV unterzeichnete im Jänner 2011 über seine 100%-Tochtergesellschaft OMV (Tunesien) Production GmbH eine Vereinbarung zum Kauf sämtlicher Kapitalanteile an "Pioneer Tunisia".
Nachhaltigkeit
Die OMV hat den UN Global Compact unterzeichnet und fördert aktiv die Werte, zu denen sie sich in ihrem Code of Conduct verpflichtet hat. Sie übernimmt Verantwortung für Mensch und Umwelt, vor allem in sozial und wirtschaftlich sensiblen Regionen. Die OMV setzt laufend Schritte, um die wirtschaftliche, ökologische und soziale Dimension in ihrem geschäftlichen Handeln verantwortungsvoll zu berücksichtigen. Das Unternehmen berichtet regelmäßig über seine entsprechenden Aktivitäten in einem Nachhaltigkeitsbericht, der gemeinsam mit dem Geschäftsbericht erscheint, und orientiert sich dabei an den international anerkannten Berichtsstandards der Global Reporting Initiative (GRI).
Weiterführendes:
