Ágota Kristóf

Kristóf als Abiturientin in Szombathely (1954)

Ágota Kristóf (* 30. Oktober 1935 in Csikvánd, Ungarn; † 27. Juli 2011 in Neuenburg[1]) war eine ungarisch-schweizerische Schriftstellerin, die in französischer Sprache schrieb.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ágota Kristóf wuchs in der ungarischen Kleinstadt Kőszeg auf und kam mit 14 Jahren ins Internat. 1956, nach der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes, floh sie zusammen mit ihrem Mann, der bis zu ihrem Abitur ihr Geschichtslehrer gewesen war, und ihrer viermonatigen Tochter in die Schweiz. Kristóf fand Arbeit in einer Uhrenfabrik und erlernte die französische Sprache, in der sie seit den 1970er Jahren ihre Bücher und Hörspiele schrieb. Nach fünf Jahren im Exil verliess sie ihren Mann, gab ihre Arbeit in der Uhrenfabrik auf und besuchte Sommerkurse an der Universität Neuenburg. Kristófs Werke sind in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden. Sie lebte bis zu ihrem Tod in Neuenburg. Ihr Nachlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

Bücher

  • 1986: Le grand cahier. Le Seuil, Paris. Deutsch: Das große Heft. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer, Rotbuch Verlag, Berlin 1987; 2005/06 in die Reihe Schweizer Bibliothek aufgenommen.
  • 1988: La preuve. Le Seuil, Paris. Deutsch: Der Beweis. 1988.
  • 1991: Le troisième mensonge. Le Seuil, Paris. Deutsch: Die dritte Lüge. 1992.
  • 1995: Hier. Le Seuil, Paris. Deutsch: Gestern. 1995.
  • 2004: L’analphabète. Récit autobiographique. Zoé, Genf. Deutsch: Die Analphabetin. Autobiographische Erzählung. 2005.
  • 2005: Où es-tu Mathias? Zoé, Carouge, 2-88182-548-6 (Minizoé. 64).
  • 2005: C’est égal. Editions du Seuil, Paris. Deutsch: Irgendwo.

Hörspiele

  • Das große Heft in einer Bearbeitung von Garleff Zacharias-Langhans. Regie: Heinz Hostnig. Prod.: BR/SWF, 1989, ISBN 3-89584-871-9
  • Die Epidemie. Regie: Wolfgang Rindfleisch. Prod.: hr, 1996.

Theaterstücke

  • 1998: L’heure grise et autres pièces
  • John und Joe
  • Lucas, Ich und Mich

Literatur

  • Verena Auffermann: Agota Kristof – Die Wörterbuchleserin. In: Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März, Elke Schmitter (Hrsg.): Leidenschaften. 99 Autorinnen der Weltliteratur. C. Bertelsmann, München 2009, S. 281–285, ISBN 978-3-570-01048-8
  • Michele Sandrine Bacholle: Representing the double bind: Doubleness and schizophrenia in the works of Annie Ernaux, Agota Kristof, and Farida Belghoul 1998 (Dissertation)
  • Dorothee Röseberg: Agota Kristof, in: Kritisches Lexikon der fremdsprachigen Gegenwartsliteratur (KLfG). München: Edition text und kritik (fortlaufend)
  • Ulrich Seidler: Nach der Kindheit kamen die schlechten Jahre. Der ungarischen Schriftstellerin Agota Kristof zum 70. In: Berliner Zeitung, 29. Oktober 2005. (Online-Version)
  • Cyril Tissot: Agota Kristof. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz – Dictionnaire du théâtre en Suisse. Band 2. Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 1037. (französisch)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Agota Kristof gestorben in: NZZ Online vom 27. Juli 2011