Adalbert Prey

Adalbert Prey (* 16. Oktober 1873 in Wien; † 22. Dezember 1949 ebenda) war ein böhmisch-österreichischer Astronom und Geodät, der später zunehmend im Bereich der Geophysik tätig war. Zwischen 1922 und 1950 verfasste er Lehrbücher über Sphärische Astronomie und eine Einführung in die Geophysik.

Er war ab 1917 ordentlicher Universitätsprofessor in Prag und ab 1930 ordentlicher Universitätsprofessor an der Universität Wien. Prey befasste sich u. a. mit dem Schwerefeld der Erde und anderer Himmelskörper. Der theoretische Schweregradient im Innern der Erdkruste, der Prey-Gradient, ist nach ihm benannt.

Zu Beginn der Zwanziger Jahre war er der erste Forscher, der die Höhen- und Tiefenverhältnisse der Erde in einer durchgängigen Kugelfunktionsentwicklung darstellen konnte. Wegen rechentechnischer Engpässe (damaliger Standard war logarithmisches Rechnen) konnte er die Entwicklung zunächst nur bis zur 5. Ordnung führen, aber 1922 gelang ihm die Weiterführung bis n = m = 16, was einem damals sensationellen harmonischen Modell des ganzen Globus mit etwa 1000 km Auflösung oder über 600 Schwerekoeffizienten entsprach.

Um 1940 entwickelte er eine originelle Methode für Astronomisches Nivellement, die auf Besonderheiten der Geoid-Krümmung beruht. 1941 publizierte er sie in den Denkschriften der Wiener Akademie der Wissenschaften.

Prey war wirkliches Mitglied dieser Akademie und Mitglied mehrerer internationaler und interdisziplinärer Organisationen und Forschergruppen. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm er für einige Jahre den Vorsitz der ÖKIE (Österreichische Kommission für die internationale Erdmessung).

Im Jahr 1987 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) der Preyweg nach ihm benannt. Sein Sohn Siegmund Prey war Geologe.

Literatur

Weblinks