Adolf Kozlik

Adolf Kozlik (* 12. Mai 1912 in Wien; † 2. November 1964 in Paris) war ein österreichischer und US-amerikanischer sozialdemokratischer Ökonom, Soziologe, Staats- und Rechtswissenschaftler; Professor für Ökonomie.

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Leben

Adolf Kozlik flüchtete nach dem Anschluss Österreichs im Juni 1938 in die Schweiz. Mit Hilfe eines akademischen Netzwerks gelang es dem jungen Wissenschafter, 1939 ins Exil in die USA zu gelangen. Er wurde Teil einer Gruppe von Exilanten, die die US-Geheimdienste mit Expertisen zur Wirtschaftslage des Deutschen Reichs versorgten. 1943 floh er erneut, diesmal vor dem FBI. In Mexiko sollte er seinen neuen Lebensmittelpunkt finden, wo er sich einer antifaschistischen Exilgemeinde anschloss. Mit Esteban Volkov, einem Enkel Leo Trotzkis, verband ihn eine tiefe Freundschaft.

Seine Werke veröffentlichte er auch unter den Pseudonymen „John B. Norman“, „Bruno Bauer“ und „Reinhard Bell“. In seinem unkonventionellen Werk sind besonders seine Kapitalismuskritik, seine radikale Demokratie-Perspektive und seine humorvolle Analyse des österreichischen Bildungswesens hervorzuheben.

Kozlik scheiterte bei seinem Versuch, nach dem Zweiten Weltkrieg nach Österreich zurückzukehren. Sein Buch über die Situation der österreichischen Universitäten und Hochschulen begann er mit folgenden Worten: „Wissenschaft ist die Summe der Meinungen, die alle Hochschullehrer teilen. Meinungen, die davon abweichen, sind Vorurteile. Die Lehre an den Universitäten ist rein, weil Personen mit Vorurteilen von den Hochschulen ferngehalten werden.“

Kurz vor seinem Tod hat er den Zusammenbruch des goldhinterlegten Bretton-Woods-Währungssystems vorhergesagt, welcher dann erst 1971 tatsächlich stattfand. Adolf Kozlik erlag 1964 in Paris unerwartet einem Herzschlag.[1]

Publikationen

  • Der Vergeudungskapitalismus. Das amerikanische Wirtschaftswunder, Europäische Perspektiven. Europa-Verlag, Wien 1966
  • Volkskapitalismus. Jenseits der Wirtschaftswunder, Europäische Perspektiven. Europa-Verlag, Wien 1968
  • Wie wird wer Akademiker? Zum österreichischen Schul- und Hochschulwesen. Wien, Frankfurt am Main, Zürich 1965

Literatur

  • Gottfried Fritzl: Adolf Kozlik. Ein sozialistischer Ökonom, Emigrant und Rebell. Leben und Werk eines österreichischen Wissenschaftlers und Intellektuellen. Verlag Lang, Frankfurt am Main [u.a.] 2004

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Der Wiederaufbau Österreichs und die Vertriebene Intelligenz aus der Wiener Zeitung