Adolf von Wien

Adolf von Wien (auch Adolfus Viennensis) war ein Dichter des 14. Jahrhunderts mit Wirkungsstätte im namengebenden Wien.

Sein einziges bekanntes Werk ist der Doligamus, ein Gedicht in lateinischer Sprache über die Treulosigkeit der Frauen. Darin bezeichnet er sich selbst mit einem Akrostichon im Prolog als Adolfus me fecit. Am Schluss des Gedichts gibt er das Datum 1315 an, und weiters identifiziert er sich als einen Schüler des Magisters Ulrich von St. Stephan zu Wien (Bürgerschule zu St. Stephan). Sonst ist über ihn nichts bekannt.

Der Doligamus umfasst insgesamt 691 Verse, davon sind die meisten Distichen. Der erste Teil des Gedichts (v. 1–482) besteht aus einem Prolog und neun Geschichten (fabulae), die hauptsächlich von Ehebruch handeln. Der zweite Teil ist eine satirische Schmährede gegen die Frauen. Der Doligamus ist in 13 Handschriften aus dem 14. und 15. Jahrhundert überliefert, darunter je eine in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien (Cod. 4264),[1] in der Beinecke Rare Book and Manuscript Library (Beinecke MS 462)[2] und in der Universitätsbibliothek Lund (Medeltidshandskrift 64).[3]

Werkausgaben

  • Adolfo di Vienna: Doligamus : gli inganni delle donne. Herausgegeben von Paola Casali. Zweisprachige Ausgabe (latein/italienisch). Sismel, Florenz 1997, ISBN 88-870-2708-0

Literatur

Einzelnachweise

  1. Codex 4264 der Österreichischen Nationalbibliothek auf manuscripta.at
  2. Eintrag in yufind, dem Katalog der Yale University Library
  3. Medeltidshandskrift 64