Aleksander Brückner

Dieser Artikel behandelt den Slawisten, den deutschen Historiker Alexander Brückner (1834–1896) siehe dort.
Aleksander Brückner im Jahre 1939

Alexander Brückner (polnisch Aleksander Brückner; * 29. Januar 1856 in Brzeżany bei Tarnopol, Galizien; † 24. Mai 1939 in Berlin) war ein langjähriger Professor der Slawistik an der Universität Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Brückner war im Kaisertum Österreich geboren und studierte von 1872 bis 1876 Philosophie in Lemberg, erhielt 1876 seinen Doktorgrad in Wien und begann im gleichen Jahr Studien der Slawistik, die zu dieser Zeit noch ein Teilgebiet der Indogermanistik war, in Leipzig und Berlin unter Vatroslav Jagić.

1877 widmete er sein Werk Die Slavischen Fremdwörter im Litauischen seinem "hochvererten lerer August Leskien".

1878 habilitierte er in Wien und wurde Privatdozent in Lemberg.

1881 zog er nach Berlin und nahm er eine Dozentenstelle für Slawische Sprache und Literatur in Berlin an, diese wurde 1892 zu einer ordentlichen Professur erhoben. 1889/90 wurde ihm von seiner Universität eine Studienreise zur Sammlung von slawischer Sprachliteratur finanziert, wobei er reichlich Material für seine vielseitigen Werke erhielt.

Brückner war 44 Jahre für die Berliner Universität tätig. Er blieb politischen Aktivitäten fern und hielt sich stets in wissenschaftlichen Kreisen. Nach dem Ersten Weltkrieg lehnte er Angebote von Warschau, Posen und Wilna ab [1]. Selbst nach seiner Emeritierung 1924 setzte er seine wissenschaftlichen Studien in Berlin fort.

Brückners Tätigkeitsfeld war äußerst umfassend: neben Slawischer Philologie war er ein Experte in Sprachwissenschaft, Literatur, Kulturgeschichte, Folklore, vorchristlichen Religionen, Archäologie und anderem. Die Bibliographie seiner Publikationen enthält über 1.800 Positionen.

Brückner, der durch seine langjährige Tätigkeit einen wichtigen Beitrag zur Anerkennung der Slawistik als eigenständigem Forschungszweig leistete, veröffentlichte zahlreiche Werke in deutscher Sprache. Er gehört zu den Wenigen, welche in der Societas Jablonoviana in Leipzig zwei Preisschriften veröffentlichen konnten.

Max Vasmer hielt im Mai 1939 eine Gedenkrede zu Brückner's Bestattung in Berlin-Wilmersdorf und übernahm seinen Lehrstuhl.

Werke in deutscher Sprache (Auswahl)

  • Die Slavischen Fremdwörter im Litauischen, Alexander Brückner, Hermann Böhlau, Weimar 1877, gewidmet August Leskien
  • Randglossen zur kaschubischen Frage, Archiv für slavische Philologie 1899
  • Geschichte der russischen Litteratur, Leipzig 1905
  • Russische Literaturgeschichte, 2 Bd., Berlin/Leipzig 1919
  • Polnische Literaturgeschichte, Berlin/Leipzig 1920
  • Geschichte der polnischen Literatur, Leipzig 1922
  • Die Slaven. Religionsgeschichtliches Lesebuch, Tübingen 1926

Einzelnachweise

  1. Alexander Brückner, Max Vasmer

Literatur

  • Władysław Berbelicki: Aleksander Brückner, 1856-1939, Warschau 1989 (poln.)
  • Witold Kosny (Hg.): Aleksander Brückner, ein polnischer Slavist in Berlin, Wiesbaden 1991, ISBN 3-447-03204-9
  • Alicja Nagórko (Hg.): Aleksander Brückner zum 60. Todestag. Beiträge der Berliner Tagung 1999, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-631-37433-X
  • Reinhold Olesch, Hans Rothe: Fragen der polnischen Kultur im 16. Jahrhundert. Vorträge und Diskussionen der Tagung zum ehrenden Gedenken an Alexander Brückner, Bonn 1978. Band 1, ISBN 3-87711-018-5
  • Reinhold Olesch, Hans Rothe, Hans B. Harder: Fragen der polnischen Kultur im 20. Jahrhundert. Vorträge und Diskussionen der Tagung zum ehrenden Gedenken an Alexander Brückner, Bonn 1978. Band 1, ISBN 3-87711-021-5

Weblinks

 Commons: Aleksander Brückner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien