Andreas-Hofer-Bund (Südtirol)

Andreas-Hofer-Bund ist der Name einer Südtiroler Widerstandsgruppe während des Zweiten Weltkriegs.

Bestätigung über die Zusammenarbeit des AHB mit den Diensten CIC und SCI,1945

Diese Widerstandsbewegung gegen die Umsiedlung der Südtiroler ins Deutsche Reich formierte sich nach der Option im November 1939 aus Dableibern. Der Südtiroler Andreas-Hofer-Bund wurde von Friedl Volgger und Hans Egarter geleitet, auch Josef Mayr-Nusser , Alois Puff und Erich Amonn gehörten ihm an. Nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Südtirol 1943 wurden dessen Mitglieder verfolgt und drakonisch bestraft. Im Herbst 1943 bestand der aktive Kern des AHB nur mehr aus etwa 30 Personen. Zu diesem Zeitpunkt übernahm Hans Egarter die Leitung dieser bis zu diesem Zeitpunkt rein politisch-propagandistisch agierenden Organisation. Egarter schrieb 1945: „Die Aufgabe des Andreas-Hofer-Bundes war es, gegen den Faschismus und den Nazismus zu arbeiten und zu deren Zerstörung beizutragen. Die Mitglieder der Gruppe wollten der Welt zeigen, dass es in Südtirol Männer gibt, die nichts mit den Nazi-Verbrechern gemeinsam haben und die durch ihre Arbeit gegen Nazismus und Faschismus zeigten, dass sie ihren Worten auch Taten folgen ließen und dass sie bereit waren, die schwersten Opfer zu bringen, um ihr Ziel zu erreichen.“

Egarter kam im Laufe der Zeit zu der festen Überzeugung, dass eine Befreiung Südtirols von NS-Unterdrückung und der italienischen Herrschaft nicht mit Hitler, sondern nur im Widerstand gegen das Hitler-Regime erreichbar wäre. Mit dieser Haltung stand er im offenen Gegensatz zu vielen seiner Landsleute. Ein Tagebucheintrag eines Südtirolers aus dem Jahre 1944 fasst die Stimmung der Südtiroler Mehrheit zusammen: „Wir haben voll auf die deutsche Karte gesetzt und müssen jetzt mit ihr siegen oder untergehen“. Die Gruppe um Egarter war pro-österreichisch und katholisch eingestellt und strebte nach einer Angliederung Südtirols an ein unabhängiges Nachkriegsösterreich. Für die Umsetzung dieses Zieles hatte die Gruppe um Egarter ab 1944 Kontakte zum französischen und zum britischen Militärgeheimdienst in die Schweiz. Aus diesem Bund ging 1945, zumindest teilweise, die SVP hervor.

Literatur

  • Gottfried Solderer (Hrsg.): Das 20. Jahrhundert in Südtirol. Autonomie und Aufbruch (1960–1979). Edition Rætia, Bozen 2002, ISBN 88-7283-183-0.
  • Gerald Steinacher: Südtirol und die Geheimdienste 1943-1945. Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte 15. Studien-Verlag, Innsbruck - Wien 2000, ISBN 3-7065-1346-3.
  • Gerald Steinacher (Hrsg.): Südtirol im Dritten Reich. NS-Herrschaft im Norden Italiens 1943–1945. Italienisch: L´Alto Adige nel Terzo Reich. L´occupazione nazista nell’Italia settentrionale 1943–1945. Studien-Verlag, Innsbruck - Bozen 2003, ISBN 3-7065-1914-3. (Beiträge teilweise deutsch, teilweise italienisch)
  • Leopold Steurer, Martha Verdorfer, Walter Pichler: Verfolgt, verfemt, vergessen. Lebensgeschichtliche Erinnerungen an den Widerstand gegen Nationalsozialismus und Krieg. Südtirol 1943–1945. Edition Sturzflüge, Bozen 1993, ISBN 3-900949-02-6.

Siehe auch