Andreas Buberl

Andreas Buberl (* 29. November 1832 in Königsberg an der Eger; † 3. Juli 1907 in Franzensbad) war Militärarzt, Kurarzt und Volkstumsforscher des Egerlandes.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Familie

Andreas Buberl war ein Sohn des Josef Buberl, Grundbesitzer und Gastwirt in Königsberg an der Eger, einer kleinen Stadt etwa 10 km nordöstlich von Eger (Cheb) und seiner Ehefrau Rosina, geborene Altnöder, aus der benachbarten Oberpfalz. Er hatte aus der 1867 geschlossenen Ehe mit Franziska Cartellieri aus Franzensbad drei Söhne: Leonhard Buberl (* 5. November 1868 in Franzensbad; † 17. August 1927), Medizinalrat in Wien, Obmann der Egerländer Landsmannschaft in Wien; Paul Buberl (* 29. Mai 1883 in Franzensbad; † 10. Juli 1942 ebenda), Doktor der Philosophie, Direktor der Kunstabteilung des Dorotheum in Wien, 1908 bis 1920 Generalkonservator im österreichischen Staatsdenkmalamt, Mitglied des Historischen Institut beim österreichischen historischen Kulturforum in Rom und Herausgeber einer mehrbändigen österreichischen Kunsttopographie; und Friedrich (Fritz) Buberl (* 12. September 1884 in Franzensbad; † 12. Januar 1968 in Wien), Diplom-Ingenieur, Hofrat, Direktor des Österreichischen Hauptmünzamtes.

Biografie

Als Absolvent des Gymnasium in Eger (Cheb) in Westböhmen wurde Andreas Buberl Zögling des Collegium-Medico-Chirurgicum-Josephinum in Wien. Nach der Promotion zum Doktor der Medizin war er Oberarzt im Hospital der österreichischen Garnison in Mantua in der Lombardei). Im Deutschen Krieg 1866, in dem Preußen gegen Österreich und seine Verbündeten um die Vormachtstellung in Mitteleuropa kämpfte, verunglückte er als Regimentsarzt in einer der Schlachten in Nordböhmen und kam in das Ganisonshospital der Festung Theresienstadt (Terezín). Im Jahre 1867 ehelichte er Franziska Cartellieri, eine Tochter des Brunnenarztes Paul Cartellieri in Franzensbad bei Eger in Westböhmen und wurde Kurarzt in Franzensbad (Františkovy Lázně). Zu seinen Patienten zählten Mitglieder des europäischen Hochadels und des österreichischen Kaiserhauses Habsburg-Lothringen.

Wirken

Andreas Buberl legte neben seiner Tätigkeit als Kurarzt eine Sammlung von Volksliedern des Egerlandes an, war Mitglied des Verein der Egerländer (Egerländer Landsmannschaft) in Wien, Mitglied des Gemeindeausschusses in Franzensbad, 1882 bis 1887 Stadtrat und 1890 Abgeordneter des böhmischen Landtags.

Ehrungen

Angehörige aus Königsberg an der Eger

  • Kaspar (auch Caspar) Buberl (* 22. September 1832 in Königsberg an der Eger; † 22. August 1899 in New York). Sein Vater Simon Buberl, ein Hausweber und Krippenschnitzer, war ein Bruder des Gastwirtes Josef Buberl, dem Vater des Kurarztes Andreas Buberl. Kaspar Buberl erlernte das Handwerk des Steinmetz, wanderte 1852 nach Nordamerika aus, wurde Bildhauer und Lehrer an einer Kunstschule. In einem eigenen Atelier tätig, erhielt er beachtenswerte Aufträge. Seine kunsthistorisch bekanntesten Arbeiten sind das Relief am Denkmal des 1881 ermordeten 20. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika James A.Garfield in Cleveland/Ohio, der Fries des National Building Museum in Washington mit Darstellungen aus dem amerikanischen Sezessionskrieg und der Fries der Hartford-Gedenkstätte. Sein Bruder ist
  • Hans Buberl (* 8. März 1842 in Königsberg an der Eger; † 31. Juli 1894 in Wien), Fachmann für Eisenkonstruktionen mit Ausbildung in Wien und Prag; Konstrukteur und Bauleiter einer der Wiener Donaubrücken und der Elbebrücke in Aussig (Ústí nad Labem) in Nordböhmen. Im Jahre 1881 gründete er den Verein der Egerländer (Egerländer Landsmannschaft) in Wien und leitete diesen durch Jahre.

Literatur

  • Egerland Jahrbuch 38 (1908) Seite 225 ff.
  • Bohemia – Deutsche Zeitung vom 5. Juli 1907.
  • Unser Egerland, Jahrgang 1907, Seite 90.
  • Josef Weinmann: Egerländer Biographisches Lexikon mit ausgewählten Personen aus dem ehemaligen Regierungs-Bezirk Eger, Band 1 (A–M) Männedorf/ZH 1985, Seite 92 und 93, Seite 95 Bebilderung mit Werken des Bildhauers Kaspar Buberl. ISBN 3-922808-12-3
  • Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder, Band I (A–H), herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum von Heribert Sturm, Seite 158 und 159, Oldenbourg Verlag München Wien 1979. ISBN 3-486-49491-0