Burg Graben

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Burg Graben
Planskizze des  Burgstalls Graben von Johann Ev. Lamprecht

Planskizze des Burgstalls Graben von Johann Ev. Lamprecht

Entstehungszeit: um 1100 (erste urk. Erwähnung), zerstört 1198
Burgentyp: Uferburg
Erhaltungszustand: abgekommen
Ort: Graben, Gemeinde Kirchdorf am Inn
Geographische Lage 48° 17′ 11,5″ N, 13° 15′ 44,7″ O48.28652713.262423Koordinaten: 48° 17′ 11,5″ N, 13° 15′ 44,7″ O
Burg Graben (Oberösterreich)
Burg Graben

Die Burg Graben lag in der Ortschaft Graben der heutigen Gemeinde Kirchdorf am Inn im Bezirk Ried von Oberösterreich.

Geschichte

In der Ortschaft Graben stand an der Uferterrasse des Inn eine Burg der Grafen von Ortenburg bzw. der Ahamer, welche ca. 1198 bei einer Fehde mit den Grafen von Pogen und mit dem Bischof Wolfker von Passau zerstört, später wieder aufgebaut, dann aber für immer verlassen wurde. Bischof Wolfker ließ danach die Burg Obernberg ausbauen, um am Inn einen sicheren Grenzschutz zu haben.

1175 fand in der Feste Graben eine Zusammenkunft der Vertreter Herzogs Heinrich mit dem Probst Arno vom Kloster Reichersberg über einen Gütertausch statt. In den Urkunden für das Kloster Reichersberg werden als Zeugen auf Burg Graben erwähnt: Hezilo von Graben (1180), Heinricus (1200), Wolframus de castro Graben (1220), die späteren wahrscheinlich alles Dienstmannen des Bistums Passau, die früheren der Ortenburger. In weiteren Urkunden wird 1177 von „in castro Grabn“ und 1220 „castro, quod tunc fuit Graben“ gesprochen, ein Hinweis, dass die Burg damals nicht mehr bestand.

Burg Graben heute

In der Beschreibung von Johann Ev. Lamprecht vor der Wende zum 20. Jahrhundert wird noch von einem „Burgstall mit einem hart am Stromwasser sich befindlichen niedrigen Burghügel“ gesprochen, dessen Großteil aber von den Fluten des Inn bereits weggespült war, und – wie aus der Planskizze Lamprechts zu ersehen ist – welcher an der Südseite hufeisenförmig von vier Gräben und Wallresten umschlossen und an der Ostseite von einem tief gebetteten und zum Inn ausfließenden kleinen Bach begrenzt war. Der Flächenraum dieses Burgstalls wurde mit etwa 2,5 ha angegeben.

Die Substruktion ist offenbar teilweise in den Inn gestürzt bzw. wurde von den Grundbesitzern oder wegen des Hochwasserschutzes gegen den Inn eingeebnet. Heute ist von der Burg Graben nichts mehr zu finden, der ehemalige Burgplatz wird für Veranstaltungen genutzt.

Literatur

  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  •  Johann Ev. Lamprecht: Archäologische Streifzüge (transkribiert von Josef Fischer). (Unveröff. Manuskript) Oberösterreichisches Landesarchiv, Linz o.J..
  •  Christian K. Steingruber: Eine kritische Betrachtung des Historisch-Topographischen Handbuches von Norbert Grabherr. Ober-Österreichisches Landesarchiv, Linz o.J..