Christoph Philipp Schließmann

Christoph Philipp Schließmann (* 1958 in Aschaffenburg) ist ein deutscher Jurist,Wirtschaftswissenschaftler und Fachbuchautor.

Leben

Schließmann studierte Rechtswissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen und der Stanford University. Er wurde 1987 bei Manfred Weiss an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main promoviert. 1988 wurde er als Rechtsanwalt und 1993 als Fachanwalt für Arbeitsrecht zugelassen.

Seit 1991 berät Schließmann Unternehmen - vorwiegend Produktionsbetriebe - im In- und Ausland an der Schnittstelle von Wirtschaft & Recht. Schwerpunktthemen sind das Wirtschaftsrecht in Vernetzung mit Fragen der Unternehmenstrategie, dem Leadership, der Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement sowie aktuellen Einflüssen der digitalen Welt. Schließmann gründete 1994 die heute in Frankfurt a.M. ansässige CPS Schließmann | Wirtschaftsanwälte. Sein besonderer Fokus liegt auch auf der Betreuung von Herstellern und Eignern von Yachten.

2007 stellte Schließmann in der Publikation „Das No-Go-Phänomen“ ein von ihm entwickeltes Modell zur Evaluierung von Leistungspotentialen in Grenzrelationen von Aufgabe und persönlichen Fähigkeiten von Führungskräften vor. Das Instrumentarium dient der Messung der Balance oder Disbalance zwischen dynamischen Aufgabenanforderungen zu persönlichem Talent, fachlicher und motivatorischer Reife unter Einfluss kultureller Faktoren.

2010 präsentierte Schließmann mit seinem Buch Interdependency. Systeme verstehen - Dominoeffekte vermeiden ein sechsstufiges Konzept und Instrumentarium zur Analyse und Steuerung von Systemen wie Organisationen und Unternehmen aller Branchen und Größen. Dabei geht es zum einen um die Bestimmung von "Komplexität" als Eigenschaft eines Systems, zum anderen um die präventiven Erkennung von Systemrisiken sowie der Vermeidung von unerwünschten Dominoeffekten. Ein Kernelement der Arbeit von Schließmann ist der Transfer eines dynamischen System- und Komplexitätsanalyseinstrumentes aus seinem bisherigen Anwendungsbereich in geschlossenen Systemen in vorwiegend technischen Bereichen wie z.B. der Luftfahrtindustrie, in eine offene Anwendung für menschlich gesteuerte Systeme wie Unternehmen und Organisationen.

Mit dem "Strategie-Würfel" veröffentlichte Christoph Schließmann 2012 in seinem Beitrag "Die neue Dimension strategischen Denkens" zur Festschrift "Unternehmensführung: State of the art und Entwicklungsperspektiven" ein Unternehmensführungsmodell, das auf der U-Kurve von Michael Porter aufbaut und diese unter Einbezug des Faktors "systemische Lebensfähigkeit" weiterentwickelt.

Von 1991 bis 2007 lehrte Schließmann Strategische Unternehmensführung, Entrepreneurship und Leadership am Managementprogramm St. Gallen, heute an der Paris-Lodron-Universität Salzburg und der Universität Innsbruck. Außerdem ist er Honorarprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Salzburg. Schließmann gestaltet Executive Seminare für internationale Business Schools, u.a. für die Zürich International Business School.

Schriften

  • Bildschirmgeräteeinsatz und Betriebsverfassung. Fischer, Frankfurt 1987, ISBN 3-88323-694-2.
  • Strategisches Marketing. Gabler, Wiesbaden 1995, ISBN 3-409-18767-7.
  • Aufbruch in die Veränderung. Strategien für die erfolgreiche Unternehmensführung. Gabler, Wiesbaden 1995, ISBN 3-409-18839-8.
  • Unternehmer-Nachfolge. Luchterhand, Neuwied 2001, ISBN 3-472-04784-4.
  • (Hrsg. und Autor): Unternehmer aus Leidenschaft. Redline Wirtschaft, Frankfurt 2004, ISBN 3-636-01125-1.
  • Das No-Go-Phänomen: Wenn Führungskräften nicht mehr zu helfen ist. ESV, Berlin 2007, ISBN 978-3-503-10637-0.
  • Interdependency: Systeme verstehen - Dominoeffekte vermeiden. Bank-Verlag Medien, Köln 2010, ISBN 978-3-86556-236-4.
  • Die neue Dimension strategischen Denkens, in: Kaltenbrunner/Urnik (Hrsg.), Unternehmensführung State of the art und Entwicklungsperspektiven, Oldenbourg-Verlag 2012, ISBN 978-3-486-70623-9

Weblinks