Darshano L. Rieser

Darshano L. Rieser kurz DaO (* 17. Mai 1956 in Zell; bürgerlich Ludwig "Luggi" Rieser; alias Swami Prem Darshano) ist ein österreichischer Bergsteiger und Kletterer sowie nach eigenem Bekunden Ikonoklast und Mystiker.[1][2] Er lebt mit seiner Familie in Mayrhofen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Rieser besuchte zunächst die Hauptschule mit anschließendem Besuch der Handelsschule. Hernach machte er eine Ausbildung zum Drogisten und bestand die Abschlussprüfung der dreijährigen Ausbildung bereits nach zwei Jahren mit Auszeichnung. Nach dem Abschluss seiner Berufsausbildung betrieb er zusammen mit seiner Mutter zunächst die großmütterliche Drogerie. Er erweiterte das neu entstandene Unternehmen Rieser und Malzer um zwei weitere Drogerien, ein Reformhaus, eine Parfümerie, einen Kosmetiksalon, zwei Sonnenstudios, eine Veranstaltungsorganisation und einen Zeitungsverlag.[2]

Rieser studierte die Lehren des Bhagwan Shree Rajneesh und nahm daraufhin seinen spirituellen Namen Swami Prem Darshano an. Den Namensteil Darshano führt er bis heute in seinem Namen.

Leistungen

Darshano ist ein Spitzenkletterer, der seit Mitte der siebziger Jahren fast 300 Erstbegehungen vollbrachte. Alle seine Erstgehungen sind von seiner hohen kletterethischen Auffassung geprägt. Seine Routen wurden alle von unten erschlossen, nicht mit Bohrhaken abgesichert und sind reine Freikletterrouten. Darshano kletterte an vielen Orten der Welt, doch sind es wohl die Alpen, die ihn immer wieder zu Neuem inspirieren. Die Zillertaler Alpen, das Rofangebirge und die Dolomiten stehen dabei im Zentrum seiner Erschließungsarbeiten.

Zu seinen wichtigsten Erstbegehungen zählen:

  1. Mephisto, Heiligkreuzkofel, 1979, VIII- (UIAA), erste bohrhakenfreie Neuroute der Alpen im VIII. Grad (UIAA), Begeher: Darshano und Reinhard Schiestl[3]
  2. Odyssee, Wilder Kaiser, 1984, IX-, erste bohrhakenfreie Neuroute der Alpen im IX. Grad, Begeher: Darshano und Wolfgang Müller[4]
  3. Steps across the border/Senkrecht ins Tao, Marmolada, 1995, X-, erste bohrhakenfreie Neuroute der Alpen im X. Grad, Begeher: Darshano, Ingo Knapp und Hanspeter „Jesus” Schrattenthaler[5]

1985 nahm Darshano an einer von Reinhold Messner geführten Expedition an die Annapurna-Nordwestwand teil. In Seilschaft mit Reinhard Patscheider und Reinhard Schiestl erreichte er eine Höhe von 7200 m. Eine zu große Schneemenge stoppte den weiteren Aufstieg und zwang sie zur Umkehr. Während des Abstieges stürzte Patscheider eine 400 m hohe Eisflanke herab. Glücklicherweise blieb er unverletzt, doch verzichtete die Seilschaft auf einen weiteren Gipfelversuch.[6]

Bekannt wurde Darshano aber nicht nur wegen seines Kletterkönnens, sondern auch durch seine teilweise ausgefallene Kletterkleidung. So klettert er immer wieder mal im gelben Frack und mit Zylinder.

Darshano war auch als Drachenflieger sehr erfolgreich. Zwischen 1976 und 1982 hielt er mehrfach Rekorde im Streckenflug, im Höhengewinn und im Dauerflug.[2]

Werke

  •  Darshano L. Rieser: Erstbegehungen in den Zillertaler Alpen. In: Bergsteiger. Nr. 8, 2010, ISSN 1435-8905•1681, S. 70 ff.
  • Darshano L. Rieser in  Walter Klier, Anette Köhler (Hrsg.): Wo die wilden Hunde wohnen. 3 Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2011, ISBN 978-3-7022-3043-2, S. 144 ff.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Darshano – Climber’s Curriculum Vitae. Abgerufen am 23. Mai 2012 (Homepage von Darshano L. Rieser).
  2. a b c Rieser, Ludwig - Personenmappe (Signatur: DAV PER 1 SG/1824/0). Historisches Alpenarchiv der Alpenvereine in Deutschland, Österreich und Südtirol, abgerufen am 17. Juni 2012 (PDF).
  3. Mephisto , Grad 8-. 1. Januar 2009, abgerufen am 28. Mai 2012.
  4. Odyssee , Grad 9-. 10. Januar 2009, abgerufen am 28. Mai 2012.
  5. Steps across borders / Senkrecht ins Tao , Grad 10-. 30. März 2012, abgerufen am 28. Mai 2012.
  6.  Reinhold Messner: Überlebt, Alle 14 Achttausender mit Chronik. 8. Auflage. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München 2002, ISBN 3-405-15788-9, S. 188 f..