Deutschösterreichische Tages-Zeitung

Die Deutschösterreichische Tages-Zeitung, kurz DÖTZ, war eine von 1921 bis 1933 in Wien erscheinende Tageszeitung. Die DÖTZ entstand als Produkt der Vereinigung der „Ostdeutschen Rundschau” von Karl Hermann Wolf und des 1903 von Georg von Schönerer gegründeten Alldeutschen Tageblatts.

In den ersten Jahren ihres Bestehens trug sie den auf Schönerer verweisenden Slogan "Alldeutschland die Hoffnung, Großdeutschland das Ziel!" im Titel und verwies damit auf die Anschlussbestrebungen der Deutschösterreicher an das republikanische Deutsche Reich nach dem Ende des ersten Weltkrieges. Gegen Ende ihres Bestehens die Zeit, als der Deutschösterreicher Hitler die Macht im Deutschen Reich erlangte, war auch die DÖTZ als Zeitungsorgan der deutschösterreichischen Nationalsozialisten anzusprechen.

Ihr Kulturteil, in dem Mirko Jelusich 1923 bis 1933 als Feuilletonredakteur wirkte, wurde zum Teil von späteren prominenten Autoren geprägt, etwa dem jungen Heimito von Doderer oder dem Publizisten Kurt Ziesel. Die Blattlinie war durch den damals extrem stark ausgeprägten Nationalismus („Deutschtum”), verbunden mit einem weit verbreiteten prononcierten Rassismus und der jahrhundertealten Judenfeindlichkeit der Wiener gekennzeichnet. So forderte das Blatt schon im Oktober 1925 die Anlegung eines "Judenkatasters" für das österreichische Bundesheer und der Wiener Auftritt von Josephine Baker wurde 1928 als „Negerskandal” qualifiziert.

Literatur

  • Karoline Kühnelt: Goebbels' Propagandisten für die Ostmark. Journalisten, die mit dem „Anschluss“ nach Österreich kamen, um in Presse und Propaganda tätig zu werden. Eine kollektivbiographische Studie über den Berufsverlauf 1938–1945 und nach dem Ende des NS-Regimes. Wien 2004 (Wien, Universität, Diplom-Arbeit, 2004).
  • Helmut W. Lang (Hrsg.): Österreichische Retrospektive Bibliographie (ORBI). Reihe 2: Österreichische Zeitungen 1492–1945. Band 2: Helmut W. Lang, Ladislaus Lang, Wilma Buchinger: Bibliographie der österreichischen Zeitungen 1621–1945. A–M. Bearbeitet an der Österreichischen Nationalbibliothek. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-23384-1, S. 213–214.

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