Diana Budisavljević

Diana Budisavljević, geborene Obexer, (* 15. Januar 1891 in Innsbruck, Österreich-Ungarn; † 20. August 1978 in Innsbruck, Österreich) war eine österreichische Humanistin. Während des Zweiten Weltkriegs, in den Jahren 1941 bis 1945, organisierte sie zusammen mit mehreren Mitarbeitern, unter welchen die wichtigsten der Diplomingenieur Marko Vidaković und Ingenieur Đuro Vukosavljević waren, eine private Hilfsaktion, die unter dem Namen "Aktion Diana Budisavljević" geleitet wurde. Die "Aktion" kümmerte sich um die Versorgung mit Hilfsgütern sowie Freilassung und Unterbringung von befreiten Kindern und Frauen, mehrheitlich serbischer Herkunft, aus den Todeslagern des Ustascha-Regimes. Mit Hilfe von Transportlisten und weiteren Quellen, führte sie zusammen mit ihren Mitarbeitern eine Kartei, die gegen Kriegsende Angaben von ca. 12.000 Kinder enthalten hat.

Inhaltsverzeichnis

Jugend und Ausbildung

Diana Budisavljević verbrachte ihre Jugend in Innsbruck, wo sie nach dem Volks- und Mittelschulabschluss auch die Ausbildung zur Krankenschwester im Allgemeinen Innsbrucker Krankenhaus absolvierte.

Während dieser Zeit lernte sie den Assistenzarzt und gebürtigen Serben Dr. Julije Budisavljević kennen, den sie 1917 heiratete. Sie zogen 1919 nach Zagreb, wo Dr. Budisavljević an der Medizinischen Universität tätig war.

Sie zog 1972 mit ihrem Mann wieder nach Innsbruck, wo sie bis zu ihrem Tod 1978 im Gebäude mit der Anschrift Anichstraße 24 lebte.

Auch heute noch gibt es das Geburtshaus von Diana Budisavljević mit der Aufschrift OBEXER-HAUS in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck.

Geburtshaus von Diana Budisavljević in der berühmten Maria-Theresien-Straße in Innsbruck

Lebenswerk

Budisavljevićs Familie war selbst durch das Ustascha-Regime gefährdet, doch als Diana Budisavljevic im Oktober 1941 von den Zuständen im KZ Lobor-Grad mitbekommen hatte, entschloss sie sich etwas dagegen zu unternehmen. Sie organisierte zusammen mit mehreren Mitarbeitern die private "Aktion Diana Budisavljević". Durch die Vermittlung der Jüdischen Kultusgemeinde wurden verschiedene Hilfsgüter, zunächst nach Lobor-Grad, später auch nach Gornja Rijeka geschickt. In den Folgemonaten wurden Frauen und Kinder aus Lobor-Grad freigelassen und zunächst in der Taubstummenanstalt in Zagreb untergebracht, bis es möglich war die Rückreise in ihre Heimatorte zu organisieren.

Grab der Familie Obexer

Während einer Hilfsaktion am Hauptbahnhof in Zagreb (Versorgung der Zwangsarbeitertransporte nach Deutschland), erfuhr Diana Budisavljevic von einer größeren Gruppe von Kindern die sich im Lager Stara Gradiska befindet. Mit Hilfe des deutschen Offiziers Albert von Kotzian bekam man im Juli 1942 die Erlaubnis die Kinder aus dem Lager zu holen. So gelang es der Aktion in Zusammenarbeit mit den Schwestern vom Roten Kreuz, unter der Leitung von Dragica Habazin, tausende Kinder aus den Lagern Stara Gradiska, Mlaka und Jablanac zu transportieren und diese in Heimen unterzubringen. An der Organisation der Unterbringung der Kinder in Zagreb, Jastrebarsko und später Sisak, war prof. Kamilo Bresler vom Sozialministerium massgeblich beteiligt. Als im August 1942 die Erlaubnis erteilt wurde die Kinder in den Familien unterzubringen, schlug Diana Budisavljevic vor, diese Aktion durch die Caritas-Vermittlung durchzuführen. Dadurch konnten Tausende Kinder überwiegend in den Bauernfamilien untergebracht werden.

Grab von Diana Budisavljevic und ihrer Tochter Ilse (Teil des Familiengrabs)

Diana Budisavljevic hat mit ihrer engsten Mitarbeiterin Frau Ivanka Džakula eine genaue Kartei mit den Namen und Fotografien der Kinder geführt, mit der die überlebenden Mütter ihre Kinder wiederfinden sollten. Die Kartei wurde am 28. Mai 1945, nach Aufforderung, an das Sozialministerium übergeben.

Das Kroatische Staatsarchiv und die Öffentliche Einrichtung der KZ-Gedenkstätte Jasenovac, unterstützt durch Dianas Enkelin Silvija Szabo, die die Tagebucheinträge auf kroatisch übersetzte, veröffentlichten 2003 in Zagreb das "Tagebuch von Diana Budisavljević 1941–1945", in dem man 388 Aufzeichnungen finden kann, die ihre selbstlose und mühsame Arbeit beschreiben.

Auszeichnungen

Die serbisch-orthodoxe Kirche mit ihrem Sitz in Belgrad hat die gebürtige Innsbruckerin Diana Budisavljević mit dem Orden "Kaiserin Milica" posthum ausgezeichnet.

Diana Budisavljević, die die erste Preisträgerin dieses Ordens ist, bekam Zutritt ins Todeslager von Jasenovac und andere Todeslager im damaligen Unabhängigen Staat Kroatien (USK bzw. NDH), aus denen sie tausende serbische, jüdische und Roma-Kinder rettete.

Der Orden "Kaiserin Milica" wurde an Diana Budisavljević nach dem Vorschlag von einem serbisch-orthodoxen Bischof auf Grund der Studie "Diana Budisavljević und ihre Rettungsaktion von 1941–1945 im nationalsozialistischen Kroatien" verliehen. Die Studie erarbeitete die Kommission für Jasenovac in Zusammenarbeit mit dem Museum der Holocaustopfer in Belgrad. Diana Budisavljević rettete von 1941 bis 1945 insgesamt 15.536 Mädchen und Jungen, von denen letztendlich 3.200 nach eineinhalb verbrachten Jahren im KZ nicht überlebten.

Neben dem Orden "Kaiserin Milica", wurde auch eine Straße in Belgrad nach Diana Budisavljević benannt.

Am 22. September 2011 wurde im Innsbrucker Gemeinderat die Initiative des Serbisch-Orthodoxen Jugendvereins Innsbruck – SPO(J)I und des Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnenbundes Tirols einstimmig beschlossen, dass Diana Budisavljević mit dem Orden II. Grades der Stadt Innsbruck ausgezeichnet wurde.

Am 15. Februar 2012 wurde Diana Budisavljević die "Miloš-Obilić-Medaille" für den "bekundeten Mut und Taten des persönlichen Heldentums" zugeteil. Die Auszeichnung wurde anlässlich des serbischen Nationalfeiertages von dem serbischen Präsident Herr Boris Tadić verliehen.

Literatur

  • Das Kroatische Staatsarchiv und die Öffentliche Einrichtung der KZ-Gedenkstätte Jasenovac. Dnevnik Diane Budisavljević 1941-1945. Hrvatski državni arhiv, Zagreb 2003, ISBN 953-600562-X.
  • Milan Koljanin: Akcija Diana Budisavljević. Tokovi istorije, 2007, S. 191–207. (in Serbisch)

Weblinks