Die Wand (Film)

Filmdaten
Originaltitel Die Wand
Die Wand Österreichpremiere 2012 b Martina Gedeck Julian Pölsler.jpg
Produktionsland Österreich, Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK / JMK 12
Stab
Regie Julian Pölsler
Drehbuch Julian Pölsler
Produktion Rainer Kölmel
Antonin Svoboda
Bruno Wagner
Kamera J.R.P. Altmann
Christian Berger
Markus Fraunholz
Martin Gschlacht
Bernhard Keller
Helmut Pirnat
Hans Selikovsky
Thomas Tröger
Richi Wagner
Schnitt Bettina Mazakarini
Natalie Schwager
Thomas Kohler
Besetzung

Die Wand ist eine auf dem gleichnamigen Roman von Marlen Haushofer basierende Literaturverfilmung aus dem Jahr 2012. Martina Gedeck spielt in dem österreichisch-deutschen Drama nach dem Drehbuch und unter der Regie von Julian Pölsler die Hauptrolle.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Zusammen mit einem befreundeten Paar begibt sich die Frau auf eine einsame Jagdhütte in den österreichischen Bergen. Als dieses gegen Abend noch ins Dorf geht, legt sich die Frau schlafen und stellt am nächsten Morgen fest, dass das Paar nicht zurückgekehrt ist. Zusammen mit dem Hund Luchs macht sie sich auf die Suche und stößt dabei gegen eine unsichtbare Wand, die sie nicht durchbrechen kann und hinter der alles menschliche Leben wie eingefroren erscheint.

Isoliert von der Zivilisation ist die Frau aus der Stadt gezwungen, sich mit ihrer neuen Situation zu arrangieren. Sie wird zur Bäuerin und Jägerin. Eine Kuh und eine Katze laufen ihr zu. Beide bekommen je ein Jungtier. Im Sommer zieht sie mit den Tieren auf die Alm. Im zweiten Sommer trifft sie dort auf einen Mann, der den jungen Stier und ihren Hund mit einer Axt tötet. Daraufhin erschießt sie ihn mit dem Jagdgewehr.

Im dritten Jahr schreibt die Frau, basierend auf ihren Notizen, auf den Rückseiten von Kalenderblättern und Geschäftsbriefen einen Bericht über ihre Zeit im Wald. Er endet, als alles Papier in der Hütte vollgeschrieben ist.

Hintergrund

Gedreht wurde der Film im Dachsteingebirge unterteilt in einzelne Drehblöcke insgesamt von Februar 2010 bis Januar 2011. Durch den langen Dreh erklärt sich auch die große Anzahl der Kameramänner.[1] Der bayerische Gebirgsschweißhund Luchs gehört Regisseur und Drehbuchautor Pölsler und wurde auch von diesem trainiert.

Uraufführung von Die Wand war auf der Berlinale 2012, die Österreichpremiere fand am 2. Oktober 2012 statt, wenige Tage vor dem Kinostart im deutschsprachigen Raum.

Kritiken

„Der österreichische Regisseur Julian Pölsler hat es nun trotzdem versucht und aus dem eigenwilligen Stoff einen eindringlichen Film modelliert, der trotz des ereignisarmen Plots seine innere Spannung von Anfang bis Ende hält. Man wird langsam aber unaufhaltsam hineingezogen in die Abgeschiedenheit dieser Welt, obwohl die Ich-Erzählerin aus dem Off in betont nüchternem Ton von ihrem Schicksal berichtet.“

zeit.de[2]

„Alle Versuche jedoch, herauszukriegen, was der Film uns sagen will, scheitern an seiner schieren Langweiligkeit. Selbst wenn Martina Gedeck eine größere Schauspielerin wäre, als sie eh schon ist, könnte sie in diese tote Allegorie kein Leben bringen.(...) Die Naturbilder sind recht schön, der Sternenhimmel, der Tau im Gras, die Krähen auf dem Baum, die rötliche Dämmerung. Aber man muss diese blauschattige Waldeinsamkeit schon sehr lieben, um nicht auf die Uhr zu gucken. Fast zwei Stunden in das melancholisch stumme Gesicht der Gedeck blicken zu müssen, hält der stärkste Mann nicht aus.“

zeit.de[3]

„Im lo-fi-Science-Fiction-Drama Die Wand eröffnet die Isolation der Protagonistin den Weg zum ozeanischen Gefühl. Nicht mehr an die Interaktion mit Menschen gewöhnt, löst sich ihr Individualismus nach und nach auf und verwandelt sich in ein kosmisches Einheitsempfinden, in ein „Wir“, das Spezies-Grenzen überwindet und die Frau mit ihren Tieren verbindet. Die Wand mag sie von ihren Mitmenschen getrennt haben – zugleich aber ist die Trennwand zwischen Mensch und Natur eingerissen. Aus dieser Dialektik erwächst auch die Zivilisationskritik der Erzählung.“

kino-zeit.de[4]

Einzelnachweise

  1. Alexandra Seitz: Die Jetzt-Zeit-Frau. In: Ray Filmmagazin. Abgerufen am 7. Oktober 2012.
  2. Martin Schwickert: Gefangen in sich selbst. zeit.de, abgerufen am 24. Oktober 2012.
  3. Ulrich Greiner: Zurück zur Natur. zeit.de, abgerufen am 24. Oktober 2012.
  4. Martin Gobbin: Die Wand. kino-zeit.de, abgerufen am 1. November 2012.

Weblinks

 Commons: Die Wand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien