Dietwart

Der Dietwart ist im Österreichischen Turnerbund seit den Anfängen der Turnvereine in Österreich ein Amtsträger, zuständig für Festgestaltung, Festreden, Jugendbetreuung und ähnliches.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung des Namens

Diet kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet Volk, im übertragenen Sinn deutsch.

Das Wort Diet stammt in seinem ältesten Ursprung aus dem Althochdeutschen, und zwar von der lateinischen Form theodiske = Volk. Aus dieser Form entwickelte sich gegen Ende des 8. Jahrhunderts die Bezeichnung theoda für den politisch verbundenen Stamm oder die blutsverbundenen Stammesverwandten.

Der Dietwart ist also in des Wortes ursprünglichster Bedeutung der Volkswart, der Deutschwart, also Pfleger alles dessen, was dem Volke gehörig und eigen ist.

Historisches

Seit den Anfängen der Turnvereine gab es neben den Amtswaltern für Turnen und ähnliches auch den Dietwart. Etwa führte der 1862 gegründete Turnverein Baden (Niederösterreich) dieses Amt im Jahr 1889, zusätzlich zu den normalen Vereinsorganen ein.

Heute noch haben viele Vereine des ÖTB einen Dietwart.

NS-Zeit

Das Amt des Dietwarts wurde in der Zeit des Nationalsozialismus im August 1934[1] verpflichtend eingeführt.

Der Dietwart sollte in der NS-Zeit im Auftrag des Reichssportführers alle Turn- und Sportvereine im nationalsozialistischen Sinne schulen und deren Ideologie und „Erziehungsziele“, also Rassebewusstsein, Gemeinschaftssinn, völkische Haltung und antijüdische Ressentiments, an die Mitglieder herantragen. Dazu hatte er dafür Sorge zu tragen, dass die Mitglieder von Vereinen nationalsozialistische Lieder singen, die Reden des Führers hören. In Dietprüfungen wurde die völkische Haltung der Sportler kontrolliert. "Westdeutscher Beobachter" vom 8. Februar 1935.

Literatur

  • Kathi Renner: Frisch Fromm Fröhlich Frei. In: Context XXI: NS/OÖ. Sondernummer. Nr. 45. [1] (online [2])

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Andreas Schulz, Die Generale der Waffen-SS und der Polizei, Band 3, Bissendorf 2008, S. 188 FN 11