Ein Tirol

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Ein Tirol war eine Untergrundorganisation, die in den 1980ern in Südtirol Sprengstoffanschläge durchführte. Die Gruppe hatte Verbindungen zum organisierten Rechtsextremismus in Österreich, unter anderem zu Exponenten der Burschenschaft Brixia in Innsbruck.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mehr als zehn Jahre nach den letzten Anschlägen in Südtirol und nachdem mit der Umsetzung des Pakets begonnen und das Zweite Autonomiestatut eingeführt wurde, explodierten ab 1978 wieder Bomben. Anschläge, wie z.B. auf das Siegesdenkmal in Bozen, den Kapuzinerwastl (Alpini-Denkmal zum Abessinienkrieg) in Bruneck und das Grab des faschistischen Senators Ettore Tolomei in Montan, bildeten den Anfang einer neuen zehnjährigen Anschlagserie. Auf die Attentate wurde ebenfalls mit Gewalt geantwortet: Anschläge auf das Haus von Landeshauptmann Silvius Magnago, das Andreas-Hofer-Denkmal in Meran und verschiedene Hotels waren die "italienische Antwort", ausgeführt von den Gruppen Associazione Protezione Italiani (Api - ital. Vereinigung zum Schutz der Italiener) und Movimento Italiani Alto Adige (Mia - ital. Bewegung der Italiener in Südtirol).

Die "deutschen" Anschläge von 1978 bis 1982 dürften authentisch sein, ab 1986, nach einer erneut ruhigeren Periode mit nur noch vereinzelten Aktionen, war die Gruppierung Ein Tirol aktiv. Dazu gehörten Karl Außerer, Karola Unterkircher, Peter Paul Volgger und Karl Zwischenbrugger. Sie verübten Anschläge, die offenkundig das vorgegebene politische Ziel - die Selbstbestimmung - schädigten. Die Selbstbestimmungsbewegung innerhalb und außerhalb der Südtiroler Volkspartei (SVP) geriet unter Druck. Funktionäre der Partei, Schützen und Heimatbündler gerieten in das Kreuzfeuer der Justiz. Die Attentate geschahen pünktlich vor wichtigen politischen Ereignissen oder Wahlterminen. Nutznießer der Anschläge, die sich 1987 intensivieren, war die neofaschistische italienische Partei Movimento Sociale Italiano (MSI), die ab 1985 bedeutende Wahlerfolge erzielte. Die Partei, die nun im Popolo della Libertà (PDL) aufgegangen ist, wehrte sich am stärksten gegen die Autonomiebestrebungen der Südtiroler Volkspartei. Die Anschlagserie endete 1988 mit der Verhaftung Karl Außerers und später der anderen Mitglieder der Untergrundorganisation.

Auswahl der Anschläge

  • Rohrbombenanschlag auf den RAI Sitz auf dem Mazzini-Platz in Bozen
  • Anschlag auf eine Druckrohrleitung eines Kraftwerkes in Lana
  • Anschlag auf das Geldinstitut Banco di Roma
  • Anschlag auf ein Gebäude der staatlichen Telefongesellschaft SIP

Weblinks

Literatur

  • Hans Karl Peterlini, Südtiroler Bombenjahre. Raetia Edition, Bozen 2003

Einzelnachweise

  1. Die rechten Stifter (IV): Dornenkrone und Fensterkitt "stoppt die rechten", 22. Juni 2012