Emil Hadina

Emil Hadina (* 15. November 1885 in Wien; † 4. August 1957 in Ingolstadt) war ein österreichisch-sudetendeutscher Schriftsteller und Lehrer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Emil Hadina übersiedelte 1897 mit seinen Eltern in deren Heimat, in die damals fast ausschließlich von Deutschen bewohnte Stadt Troppau (tschechisch Opava) im österreichischen Kronland Schlesien (Österreichisch Schlesien), wo er 1904 auch maturierte. Danach studierte er an den Universitäten Graz und Berlin und erwarb den Dr. phil.

Hadina arbeitete zunächst als Gymnasiallehrer in Bielitz (Österreichisch Schlesien), Iglau (Mähren) und schließlich in Troppau. Dort stieg er zum Direktor auf und arbeitete u.a. auch als Redakteur der Deutschen Post.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg hatte er im Stil der Romantik zu schreiben begonnen. Seine impressionistischen und neuromantischen Dichtungen sind der österreichischen Literatur verbunden. Sehnsucht nach Schönheit und Stille in seiner stimmungsvollen und musikalisch dahinschwebenden Lyrik, wie auch in seiner Prosa, sommerliche Stimmungen und Frauenliebe erfüllen viele Gedichtbände und Romane.

In seinen den Ersten Weltkrieg feiernden Gedichten Sturm und Stille (1916) preist er nicht nur die Wacht am Rhein, sondern auch die Wacht am Donaustrand. Die Gegner von Kaiser und Vaterland das tapfere Volk der Serben trifft der Blitz des Herrn. Mit Weib und Kind vernichtet / So hat sie Gott gerichtet! / Mit Mann und Roß und Wagen / So hat sie Gott zerschlagen!

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er als Sudetendeutscher aus seiner Heimat vertrieben und kam 1946 wieder nach Wien, wo er bis zu seinem Tod weiterhin als Schriftsteller sowie Mitarbeiter von Zeitungen und Zeitschriften wirkte.

Werke

  • Sturm und Stille. Kriegsdichtungen, 1916
  • Kinder der Sehnsucht, Novellen, 1917
  • Nächte und Sterne, Dichtungen, 1917
  • Suchende Frauen, Ein Buch von Frauen und Heimweh, 1919,
  • Liebesmären, 1919 (gemeinsam mit Otto Hödel und Karl Bienenstein)
  • Von deutscher Art und Seele, Ein Trostbüchlein, 1920
  • Das andere Reich, Novellen und Träume, 1920
  • Lebensfeier, Neue Dichtungen, 1921
  • Dämonen Der Tiefe, Ein Gottfried Bürger Roman, 1922
  • Die graue Stadt – die lichten Frauen, ein Theodor-Storm-Roman, 1922
  • Großböhmerland, Ein Heimatbuch für Deutschböhmen, Nordmähren und das südöstliche Schlesien, 1923
  • Advent, Roman einer Erwartung, 1924
  • Maria und Myrrha, Geschichte zweier Frauen und einer Liebe, 1924
  • Himmel, Erde und Frauen, Ein Sonettenkranz weltlicher Andacht, 1926
  • Götterliebling, Eine Hauff-Novelle, 1927
  • Die Seherin, 1928
  • Geheimnis um Eva, Ein Frauenreigen, 1929
  • Madame Luzifer, Roman einer Romantikerin - Caroline Schlegel, 1929
  • Friederike erzählt, Ein Tagebuch aus Sesenheim, 1931
  • Kampf mit den Schatten, ein Theodor-Storm-Roman, 1935
  • Caroline, die Dame Luzifer, 1952, ASIN B0000BIXY2

Herausgebertätigkeit

  • Johann Ludwig Deinhardstein. Ausgewählte Werke I. (Garrick in Bristol. Die Gönnerschaften). (in der Reihe: Deutsch-österreichische Klassiker Bibliothek. Bd. 38)

Literatur

  • Emil Hadina. In: Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 3, S. 17-18. Kremayr und Scheriau, Wien 1994. ISBN 3-218-00545-0
  • Zdeněk Mareček: Emil Hadina (1885-1957). Zum literarischen Leben in der Provinz. Dissertation, Brno 2006 (Volltext)

Weblinks