Ernst Krenn

Ernst Krenn (* 23. Dezember 1897 in Allentsteig/Österreich; † 15. April 1954 in Atzelsdorf/Wild) war ein österreichischer Skandinavist und spezialisiert auf die Färöer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

1934 promovierte er mit einer Arbeit über den färöischen Dichter und Freiheitshelden Nólsoyar Páll an der Universität Wien zum Dr. phil.

Um seine Verbundenheit mit den Färöern auszudrücken, veröffentlichte Ernst Krenn sein Buch Föroyar. Die Inseln des Friedens mit dem Beinamen „Gjógv“, der auf den gleichnamigen Ort der Färöer hindeutet (zusammen mit seiner Frau Franzi, geb. Schuecker). Sein komplettes färöisches Pseudonym war „Álvur við Gjógv“ (der Name Álvur bedeutet „Ernst“).

Er verfasste die zu seiner Zeit bedeutendsten Arbeiten über die Färöer und die färöische Sprache in deutscher Sprache, die allerdings zuweilen von der Fachwelt kritisiert wurden (Föroyische Sprachlehre, 1940). Ernst Krenn war zuletzt Dozent für Skandinavistik in Wien. Er verunglückte am Gründonnerstag 1954 in Atzelsdorf/Wild tödlich als er beim Umsteigen vom Autobus, in dem er mit seiner Frau Franziska unterwegs war, im Schneetreiben von einem sowjetischen Militärlaster erfasst wurde. Er war auf der Stelle tot.

Sein bereits Anfang der 1940er Jahre vorliegendes Manuskript für ein Färöisch-Deutsches/Deutsch-Färöisches Wörterbuch (12.000 Stichwörter), eine färöische Grammatik und andere bereits als „im Druck“ oder „in Ausarbeitung“ angekündigte Werke sind ungedruckt geblieben und gelten als verschollen. Das Wörterbuch ist jedoch 2003 im Nachlass von Christian Matras in der Landesbibliothek der Färöer gefunden worden.[1]

Werke

  • mit Franzi Krenn-Gjógv: Föroyar. Die Inseln des Friedens. Regensbergsche Verlagsbuchhandlung, Münster o. J. (1944), (Das Buch basiert auf den Erlebnissen einer Färöerreise im Jahre 1939 und auf umfangreichen Studien Krenns, die teilweise schon vorher in Zeitschriften veröffentlicht wurden. Mit Übersetzungen färöischer Märchen, Sagen, Prosatexten und Gedichten).
  • Föroyische Sprachlehre (= Germanische Bibliothek. 1. Abteilung: Elementar- und Handbücher. 1. Reihe: Grammatiken. 22. Bd., ZDB-ID 576882-2). Carl Winter´s Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1940.
  • Die Entwicklung der föroyischen Literatur (= Illinois Studies in Language and Literature 26, 1, ISSN 0073-5175). University of Illinois Press, Urbana 1940.

Literatur

  • Barbara Giller: „Heima í Føroyum“ – Der Österreicher Ernst Krenn und seine Leidenschaft für die Färöer. In: Sven Hakon Rossel (Hrsg.): Der Norden im Ausland – das Ausland im Norden. Formung und Transformation von Konzepten und Bildern des Anderen vom Mittelalter bis heute (= Wiener Studien zur Skandinavistik. Band 15). 25. Tagung der IASS (International Association for Scandinavian Studies) in Wien, 2.–7. August 2004. Praesens-Verlag, Wien 2006, ISBN 3-7069-0371-7, S. 291–298.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Who´s who in Austria 1957/58, S.277