Ernst Waldinger

Ernst Waldinger (* 16. Oktober 1896 in Wien-Neulerchenfeld; † 1. Februar 1970 in New York) war ein österreichischer Lyriker und Essayist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ernst Waldinger entstammte einer jüdischen Familie. Im Ersten Weltkrieg wurde er 1917 in Rumänien schwer verwundet (verlor zeitweise sein Sprechvermögen), nach dem Krieg studierte er Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Wien (Dr. phil. 1921). Anschließend arbeitete er für den Verlag "Allgemeiner Tarifanzeiger", ab 1935 war er Mitherausgeber der Reihe "Das kleine Lesebuch". Nach dem Anschluss 1938 floh er aus Wien vor den Nationalsozialisten nach New York. Er erhielt 1947 eine Professur für deutsche Sprache und Literaturgeschichte am Skidmore College in Saratoga Springs N. Y., die er bis 1965 innehatte. Als Lyriker und Essayist verarbeitete er die leidvollen Erfahrungen der Entwurzelung durch das Exil. [1]

In New York City war er 1944 Mitbegründer von Wieland Herzfeldes Aurora-Verlag.

Werke

  • Die Kuppel. Wien 1934 (Gedichte)
  • Der Gemmenschneider. Neue Verse. Wien 1937
  • Die kühlen Bauernstuben. Aurora-Verlag, New York 1946
  • Musik für diese Zeit. München 1946
  • Glück und Geduld. New York 1952
  • Zwischen Hudson und Donau. Wien 1958
  • Gesang vor dem Abgrund. 1961
  • Ich kann mit meinem Menschenbruder sprechen. Wien 1965 (Gedichte)
  • Noch vor dem jüngsten Tag - Ausgewählte Gedichte und Essays, Karl-Markus Gauß (Hrsg. und Nachwort), mit Theodor Waldinger: Mein Bruder Ernst Waldinger, Müller Salzburg 1990, ISBN 3-7013-0799-7.

Auszeichnungen

Literatur

  • Hans J. Schütz: Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen - Vergessene und Verkannte Autoren des 20. Jahrhunderts, Beck München 1988, ISBN 3-406-33308-7.
  • Theodor Waldinger, Zwischen Ottakring und Chicago, Salzburg 1993

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Literaturhaus Wien Eine Ausstellung zu Ernst Waldinger, Kurator: Heinz Lunzer, Zwischen Hudson und Donau, Bio/Bibliografie, Portraits, Typoskripte, Wien 2006.