Franz Kain

Franz Kain (* 10. Januar 1922 in Goisern, dem heutigen Bad Goisern; † 27. Oktober 1997 in Linz) war ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Politiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach seinem Schulabschluss nahm er eine Ausbildung zum Zimmermann auf, die er jedoch abbrach und daraufhin als Holzknecht arbeitete.

Nachdem er im Alter von 14 Jahren das erste Mal verhaftet wurde, weil er Flugblätter der verbotenen kommunistischen Jugendorganisation KJV verteilt hatte, wurde er 1941 ein weiteres Mal verhaftet und ein Jahr später wegen Hochverrats zu drei Jahren Zuchthaus und Verbringung in eine Strafdivision verurteilt. Im Zuge der folgenden Kriegseinsätze geriet Franz Kain im Jahr 1943 in Tunesien in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1946 entlassen wurde. Während der Zeit seiner Kriegsgefangenschaft unternahm er erste literarische Versuche.

Nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, war er als Journalist für die kommunistische Tageszeitung Neue Zeit tätig. Ab 1953 war er für einige Jahre in der DDR Korrespondent der Zeitung Volksstimme. Hier machte er die Bekanntschaft zeitgenössischer Lyriker und Schriftsteller der DDR, wie beispielsweise Bertolt Brecht und Anna Seghers.

Seit der zweiten Hälfte der 1950er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1982 war Franz Kain Chefredakteur der Tageszeitung Neue Zeit. Er verstarb 1997 in Linz an einem Krebsleiden.

Franz Kain trat frühzeitig der KPÖ bei und war bis zu seinem Tod in verschiedenen Funktionen der Partei tätig. Von 1977 bis 1979 und von 1980 bis 1985 war er Gemeinderat der KPÖ in Linz.

Sein literarisches Schaffen umfasst hauptsächlich Romane, Erzählungen und Novellen. Seine Werke wurden größtenteils in der DDR erstveröffentlicht. Franz Kain beteiligte sich auch rege an AutorInnenlesungen, unter anderem, am „Linken Wort“ im Rahmen des jährlichen „Volksstimmefests“ im Wiener Prater. Die Anerkennung als Schriftsteller blieb ihm in seiner Heimat Österreich lange versagt. Erst kurz vor seinem Tod wurden seine Werke im Verlag Bibliothek der Provinz auch dort verlegt.

Ehrungen

Franz Kain wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Preis des Kulturministers der DDR, dem Theodor-Körner-Preis sowie mit dem Literaturpreis von Oberösterreich. Im Jahr 1979 wurde ihm die Professorenwürde angetragen. Weiterhin erhielt er Auszeichnungen und Ehrenmedaillen der Republik Österreich, der DDR sowie der UdSSR. 1994 den Kulturpreis des Landes Oberösterreich - Großer Preis (Adalbert-Stifter-Preis) und 1989 Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur.

Werke

Romane
  • Dann kam die Lawine
  • Der Föhn bricht ein
  • Das Ende der ewigen Ruh
  • Am Taubenmarkt
  • In Grodek blüht der Abendstern
Erzählungen
  • Romeo und Julia an der Bernauer Straße
  • Im Brennesseldickicht
  • Der Schnee war sanft und warm
Novellen
  • Die Donau fließt vorbei
Geschichten
  • Der Weg zum Ödensee
  • Das Schützenmahl

Literatur

  • Wulf Kirsten: Ein simplicianischer Lebenslauf. Der österreichische Schriftsteller Franz Kain (1922-1997). Eine assoziative Symphathiebekundung aus der Weiten; in: „Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands“, Jg. 19, Nr. 4; Wien: Februar 2003; S. 43-48. ISSN 1606-4321
  • Judith Gruber: Franz Kain - Eine Monographie. Dissertation. Universität Wien. Wien 1985
  • Eugenie Kain: „Man müsste sich die Zeit nehmen, genauer hinzuschauen“. edition philosophisch-literarische reihe, Land OÖ 2002

Weblinks