Freidenkerbund Österreichs

Der Freidenkerbund steht in der Tradition der europäischen Aufklärung und ist die älteste und mitgliederstärkste säkular-laizistische Organisation Österreichs. Seine Mitglieder sind in der Regel Atheisten und Agnostiker, die sich uneingeschränkt zu Aufklärung, Humanismus und den Menschenrechten bekennen. Ziel der politisch unabhängigen Organisation ist die Trennung von Staat und Religion, die Abschaffung der Privilegien der Religionsgemeinschaften und die Förderung eines rationalen Weltbildes.

Der Freidenkerbund lehnt religiöse, magische oder esoterische Erklärungsmodelle ab, und übt auch Religionskritik, da Religionen - mit all ihren negativen Begleiterscheinungen - nur auf Annahmen beruhen, für die es keinerlei Evidenz gibt. Ihr Gewaltpotential, welches diese bereits mannigfach unter Beweis gestellt haben, kann eine essentielle Gefahr für die Zukunft der Menschheit darstellen. Der religiösen Indoktrination soll ein rational fundiertes, an wissenschaftlichen Erkenntnissen fundiertes Weltbild entgegengesetzt werden. Die Freidenker vertreten eine humanistische Ethik, wie sie auch der Europäischen Deklaration der Menschenrechte zugrunde liegt. Die Mitgliedschaft steht sowohl Männern als auch Frauen offen, die sich keiner Kirche, Sekte oder Religionsgemeinschaft zugehörig fühlen.

Der Freidenkerbund wurde bereits 1887 als Verein der Konfessionslosen gegründet. In der Zwischenkriegszeit umfasste er fast 100.000 Mitglieder und war somit eine bedeutende politische Macht. In der faschistischen Ära wurde der Freidenkerbund als eine verbotene Organisation angesehen und daher bereits 1933 unter Engelbert Dollfuss aufgelöst. 1948 erfolgte unter massiver Behinderung klerikaler Kreise eine Neugründung, die mit einem Verlust des gesamten Vereinsvermögens verbunden war. Trotz dieser schwierigen Situation konnte sich der Freidenkerbund allmählich etablieren. Der Freidenkerbund ist Gründungsmitglied des Zentralrates der Konfessionsfeien. Der Freidenkerbund Österreich ist der Herausgeber der quartalsmäßig erscheinenden Zeitschrift "freidenkerIn".

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