Gisela, Martin und Frieda Legath

Gisela, Martin und Frieda Legath aus Eberau im Burgenland waren österreichische Bauern und im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv.

Sie wurden bekannt, da sie das Leben von zwei ungarischen Juden auf der Flucht gerettet haben, indem sie ihnen unter Lebensgefahr in den letzten Kriegswochen Unterschlupf in der Scheune ihres Wohnhauses gewährten.

Der 1922 in Szombathely (Ungarn) geborene György Krausz (heute Giora Karni in der israelischen Ortschaft Nir) befand sich im Februar 1945 in einer ungarischen jüdischen Arbeitseinheit, die zu Fuß aus Ungarn an die österreichisch-ungarische Grenze gebracht wurde und nahe dem Dorf Eberau im Burgenland den Südostwall gegen die vorrückende Rote Armee errichten musste.

Als den Mitgliedern der Arbeitsgruppe mitgeteilt wurde, dass sie einen weiteren Marsch ins KZ Mauthausen antreten müssen, flohen Krausz und sein Freund Cundra in den Wald, um dort auf die Befreiung durch die Rote Armee zu warten. Da sich Soldaten der Wehrmacht mit Spürhunden herumtrieben, war die Gefahr groß. Die beiden beschlossen, im Dorf Eberau Hilfe zu suchen. Auf ihrem Weg stießen sie auf den 14-jährigen Martin Legath und seine Schwester, die 13-jährige Frieda. Die beiden Kinder liefen in das Wohnhaus ihrer Eltern, Franz und Gisela Legath. Da ihr Mann nicht zu Hause war, hatte Gisela Legath zwar Angst, erfasste jedoch sofort, dass es für die zwei Flüchtlinge ohne ihre Hilfe kein Überleben geben könnte.

Im Laufe der Zeit begannen Krausz und Cundra im Rinderstall der Familie Legath zu arbeiten. Sie blieben in Giselas Scheune, bis die Wehrmachtseinheit abzog und das russische Militär das Dorf befreite.

Gisela Legath und ihre Kinder Martin und Frieda wurde dafür von Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet.

Im Jahr 2012 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) die Gisela-Legath-Gasse nach Gisela Legath benannt.

Literatur