Hans Erich Feine

Hans Erich Alfred Feine (* 21. März 1890 in Göttingen; † 6. März 1965 in Tübingen) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Hans Erich Feine war der Sohn des Theologieprofessors Paul Feine und der Bruder von Gerhart Feine. Seine Mutter war die Tochter eines Reichsgerichtsrates. Feine legte 1909 das Abitur in Breslau ab. Er studierte Rechtswissenschaft und Geschichte an den Universitäten Breslau, Freiburg, Berlin und Halle. Nach dem Studium war er Referendar in Lauchstädt bei Halle. 1913 promovierte er bei Paul Rehme an der Universität Breslau mit der Arbeit Der Goslarische Rat bis zum Jahre 1400. Von 1914 bis 1918 war er Kriegsteilnehmer und war zum Ende des Krieges Oberleutnant der Reserve. 1918 wurde er Assistent unter Ulrich Stutz am Kirchenrechtlichen Institut der Universität Berlin. 1920 erfolgte seine Habilitation mit einer von Rehme betreuten Arbeit über Die Besetzung der Reichsbistümer vom Westfälischen Frieden bis zur Säkularisation 1648–1803. Von 1920 bis 1922 war er Privatdozent für deutsches Recht. Eine Berufung nach Königsberg lehnte er ab. Von 1922 bis 1931 lehrte er als ordentlicher Professor für bürgerliches Recht, deutsches Privatrecht und deutsche Rechtsgeschichte an der Universität Rostock. Anschließend war er von 1931 bis 1945 ordentlicher Professor für Rechtsgeschichte, Handels- und Kirchenrecht an der Universität Tübingen. Feine gehörte nicht der NSDAP an. Doch feierte er Adolf Hitler und seine Bewegung überschwänglich.[1] 1946 wurde er aus dem Beamtenverhältnis durch die französische Besatzungsmacht entlassen. 1949 erfolgte seine Versetzung in den Ruhestand. Die Universität Tübingen betrieb jedoch seine Rehabilitation. Im Zeitraum zwischen 1950 und 1955 übte Feine eine Lehrtätigkeit an der Hochschule in Bamberg aus und hatte eine Lehrstuhlvertretung für Deutsche Rechtsgeschichte in München. Von 1955 bis 1958 war Feine erneut ordentlicher Professor für Deutsches und Kirchenrecht in Tübingen. 1958 wurde er endgültig emeritiert.[2]

Feines Forschungsschwerpunkte waren Kirchenrecht, Handelsrecht, deutsche Rechtsgeschichte. Er war von 1922 bis 1965 Mitherausgeber der Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. 1954 wurde Feine Ehrenmitglied des Österreichischen Instituts für Geschichtsforschung. 1957 wurde Feine korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und 1964 korrespondierendes Mitglied der Philologisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Schriften

  • Territorium und Gericht. Studien zur süddeutschen Rechtsgeschichte. Eingeleitet und herausgegeben von Friedrich Merzbacher. Scientia-Verlag, Aalen 1978, ISBN 3-511-00877-8.
  • Kirchliche Rechtsgeschichte. Die katholische Kirche. 5., durchges. Aufl., Köln u.a. 1972.
  • Kirchliche Rechtsgeschichte. Band 1:[3] Die katholische Kirche. Auf der Grundlage des Kirchenrechts von Ulrich Stutz. Böhlaus Nachfolger, Weimar 1950 (5., durchgesehene Auflage. Böhlau, Köln u. a. 1972, ISBN 3-412-38972-2).
  • Der Goslarische Rat bis zum Jahre 1400 (= Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechts-Geschichte. H. 120, ISSN 0083-4572). Marcus, Breslau 1913 (Zugleich, Halle, Univ. Diss.), (Neudruck. Scientia-Verlag, Aalen 1970, ISBN 3-511-04120-1).

Literatur

  • Karl S. Bader: Nachruf auf Hans Erich Feine. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Kanonistische Abteilung. Bd. 51, 1965, ISSN 0323-4142, S. XI–XXXI.
  • Feine, Hans Erich Alfred. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 3: Einstein – Görner. 2., überarbeitete und erweiterte Ausgabe. Saur Verlag GmbH & Co. KG, München 2006, ISBN 3-598-25033-9, S. 258.
  • Martin Heckel: Hans Erich Feine (Nachruf). In: Zeitschrift für evangelisches Kirchenrecht. Bd. 11, 1965, ISSN 0044-2690, S. 390–392.
  • Martin Heckel: Hans Erich Feine (1890–1965). In: Ferdinand Elsener (Hrsg.): Lebensbilder zur Geschichte der Tübinger Juristenfakultät. Aus Anlaß des 500jährigen Bestehens der Fakultät (= Contubernium. Bd. 17). Mohr, Tübingen 1977, ISBN 3-16-939742-7, S. 189–213.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Uwe Dietrich Adam: Hochschule und Nationalsozialismus. Die Universität Tübingen im Dritten Reich (= Contubernium. Bd. 23). Mohr, Tübingen 1977, ISBN 3-16-939602-1, S. 174.
  2. Ewald Grothe: Zwischen Geschichte und Recht. Deutsche Verfassungsgeschichtsschreibung 1900–1970 (= Ordnungssysteme. Bd. 16). Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57784-0, S. 315f. (Zugleich: Wuppertal, Univ., Habil.-Schr., 2003).
  3. Mehr nicht erschienen.