Heinrich Schneider (Politikwissenschaftler)

Heinrich Schneider (* 10. August 1929 in Brandenburg an der Havel) ist ein deutscher Politikwissenschaftler.

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Leben

Heinrich Schneider, Sohn des Mediziners Georg Heinrich Schneider und dessen Ehefrau Clara, studierte nach seinem Abitur in Bamberg die Fächer Philosophie, Pädagogik, Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Psychologie, Politikwissenschaft und Soziologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Bamberg (heute: Otto-Friedrich-Universität Bamberg), ab 1950 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ab 1953 an der US-amerikanischen Case Western Reserve University. An der LMU wurde er 1955 zum Dr. phil. promoviert. Von 1955 bis 1959 engagierte sich Schneider in der Europäischen Bewegung und war hier Dozent und stellvertretender Direktor.[1] Von 1959 bis 1962 war er Leiter der Akademie für Politische Bildung.

1963 erhielt er einen Ruf auf die Professur für Politische Wissenschaften an die PH Hannover. Von 1968 bis 1971 war Schneider Professor für Philosophie der Politik und Idiologiekritik an der Universität Wien. Von 1971 bis 1991 war er Ordinarius für Politikwissenschaften in Wien und dessen Institutsvorstand. 1995/1996 war er Inhaber des Jacques Delors-Lehrstuhls für Europapolitik an der RWTH Aachen.[2][3] Von 1996 bis 2001 lehrte und forschte Schneider in Aachen. Er war Gastprofessor an der Donau-Universität Krems.[1] Er lehrte langjährig Sicherheitspolitik an der Landesverteidigungsakademie des Österreichischen Bundesheers.

Schneiders Lehr- und Forschungsschwerpunkt sind internationale Politik, europäische Integration, Sicherheitspolitik, politische Bildung sowie Geschichte und Theorie des politischen Denkens. Er hat über 500 Veröffentlichungen in Büchern, Aufsätzen und Schriftenreihen. Seit 1987 ist er Herausgeber der Zeitschrift Integration.[1]

Schneider war von 1973 bis 2001 Ehrenvorsitzender des Wissenschaftlichen Direktoriums des Instituts für Europäische Politik, Berlin. Er hatte Beratungsmandate in sicherheitspolitischen Fragen. Unter anderem war er stellvertretender Missionschef des Heiligen Stuhls bei der KSZE/OSZE. Er hat Ehrenämter und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großkreuz des Gregoriusordens, dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sowie dem Wilhelm-Hartel-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Kardinal-Innitzer-Preis.[1] Er ist Großoffizier (Komtur mit Stern) des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.[2]

Schriften

  • Europäische Sicherheitsarchitektur. Konzeptionen und Realitäten. Lang, 2007, ISBN 3-631-30377-7.
  • Der christlich-muslimische Dialog. Voraussetzungen – Erfahrungen – Probleme. Böhlau, 2007, ISBN 978-3-205-77689-5.
  • Die Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Tradition und Gegenwart einer geistlichen Gemeinschaft. Tyrolia, 2010, ISBN 978-3-7022-3099-9.

Literatur

  • Roland Hierzinger: Europäische Leitbilder. Festschrift für Heinrich Schneider. Nomos, 2001, ISBN 3-7890-7058-0.

Einzelnachweise

  1. a b c d Heinrich Schneider: Der christlich-muslimische Dialog: Voraussetzungen – Erfahrungen – Probleme. Böhlau, 2007
  2. a b Heinrich Schneider, Hans-Georg Heinrich, Alfred Klose, Eduard Ploier: Politische Kultur in Österreich: Gewidmet Heinrich Schneider. Veritas 1989, S. 158 ff.
  3. Erich Peter Hochleitner: Das europäische Sicherheitssystem zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Böhlau, 2000, S. 453

Weblinks