Heinrich Weingartner

Heinrich Weingartner
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Geburtstag 13. Dezember 1939
Geburtsort Wien
Nationalität OsterreichÖsterreich Österreich
Profi ca. 1960–1980er Jahre
Erfolge
Andere Turniere:
15 × österreichischer Staatsmeister
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL - Platz
Aktueller WRL - Platz
Verein(e)
  • Wiedner Billardfreunde OsterreichÖsterreich
  • Billard Sportklub Union OsterreichÖsterreich
  • Wiener Billard Assoziation OsterreichÖsterreich

Heinrich Weingartner (* 13. Dezember 1939 in Wien) ist ein ehemaliger österreichischer Carambolagespieler, ehemaliger Präsident des österreichischen Billard-Verbandes BSVÖ, Archivar, Verleger und Herausgeber der Fachzeitschrift „billard“, Autor und Betreiber eines Billardmuseums und einer Billardschule sowie Obmann und Gründungsmitglied der Wiener Billard Assoziation (WBA), eines der größten Carambolvereine Europas.

Inhaltsverzeichnis

Leben

[1]

Seine Eltern Heinrich und Rosa[2] arbeiteten im Wiener Café Niebauer in Wien-Leopoldstadt, wo er sie oft besuchte. Es war üblich, dass in solchen Caféhäusern auch Billardtische standen, die nicht den offiziellen Größen entsprechend, sondern etwas kleiner waren (Spielfläche 95 × 190 cm). Von den Großen nicht wahrgenommen, wandte er sich schon als Bub um 1950 dem Billardspiel zu. Er machte dort oft seine Schulaufgaben und suchte sich dazu immer einen Tisch vor den Billards aus. Von dort aus konnte er die aus seiner Sicht guten Spieler beobachten.[1]

Als er 14 Jahre alt war, sein Vater nahm ihn regelmäßig in verschiedene Billardkaffeehäuser mit, erkannten beide, dass das vorgefundene Material meist schlecht und ungepflegt war und traten deshalb am 1. Mai 1954 dem Billardclub Wiedner Billardfreunde im Café Kolschitzky bei. Josef Pipal, ein damals bekannter Berufsspieler und Trainer des Clubs, erkannte das Talent des jungen Heinrich und trainierte ihn kostenlos. 1956 folgte dann der Wechsel zum renommierten Billard Sportklub Union (BSK Union) in Wien-Neubau. Mit dem BSK wurde Weingartner dann am 20. Juni 1965 Europacupsieger in der Mannschaftsdisziplin.

Insgesamt errang Weingartner 15 österreichische Staatsmeistertitel und ist seit 1960 in verschiedenen Funktionen beim BSVÖ tätig. Im Laufe seines Lebens gründete er nicht weniger als 20 Billardclubs, 1957 den ersten im Alter von 17 Jahren. Nahe dem Westbahnhof betreibt er noch ein typisches Wiener Billardcafé.[3]

Seine Ausbildung zum Kaufmann half ihm im Alter von 24 Jahren, einen Handel für Billard- und Erwachsenenspiele aufzuziehen. Das war 1964, und es war damals landesweit das einzige seiner Art. Bis dato trainiert er täglich zwei bis drei Stunden am Tisch und nimmt immer noch an Turnieren teil. Dazu reist er im Durchschnitt etwa sechsmal pro Jahr zu internationalen Veranstaltungen, mal als Teilnehmer, mal als Zuschauer, um sich ein Bild zu machen. Er ist verheiratet mit Maria und hat einen Stammhalter mit gleichem Namen (* 1970). Beide arbeiten auch im Familienunternehmen: Während sich Maria um das Geschäft kümmert und Heinrich jun. um die notwendigen Behördengänge, ist Heinrich sen. für technische und organisatorische Belange zuständig.[2]

Unternehmensgründungen

[1]

Logo der Fachzeitschrift „billard“

Am 9. Dezember 1964 eröffnete Weingartner einen Fachhandel für Billardsport. 1966 folgte dann die Gründung seines eigenen Verlages und dort gibt er als Herausgeber die Fachzeitschrift „billard“ heraus. Sie erscheint momentan zehn Mal im Jahr, bisher sind 249 Hefte erschienen (Stand November 2012). Sie enthält auch einen offiziellen Teil des BSVÖ.

1969 gründete er sein eigenes Billardcafé[2] und seit der Gründung seiner eigenen Billardtischmanufaktur 1978 fertigt er dort circa 100 Tische pro Jahr. Außerdem betreibt er noch eine Billardschule mit drei Lehrern, die pro Trimester circa 300 Absolventen ausbildet, also etwa 1000 pro Jahr.

Billardmuseum

Gegründet wurde das Museum 1992 in Wien, und es ist das wahrscheinlich größte seiner Art weltweit, nur die Privatsammlung von Norman Clare Collection in Thurston, Liverpool ist damit vergleichbar. Dort konzentriert man sich aber naturgemäß auf Snooker und English Billiards.[4]

Die Sammlung umfasst 11 antike Billardtische, mehr als 7.000 Einzelstücke, 100.000 Fotos von Spielern, 2.000 Poster und 850 Bücher, wobei das älteste Buch von 1654 ist.[5]

Dem Museum ist ein Archiv über Billardgeschichte angegliedert, das er zusammen mit dem deutschen Archivar Dieter Haase betreibt. Haase stellte 2001 die weltweit umfangreichste Bibliografie zum Billardsport zusammen, die vor allem bei Bibliotheken, Archiven und Sammlern als Referenzwerk gilt. Eine zweite Auflage befindet sich in Arbeit.[6]

Ämter und Ehrungen

Im Jahr 2005 war Heinrich Weingartner Präsident des österreichischen Billardverbandes BSVÖ.[7] 2011 war er Vizepräsident des Verbandes.[3]

Aktuell (Stand November 2012) ist Weingartner Auslandssekretär und Pressereferent des BSVÖ, dessen Ehrenmitglied er auch ist.[8]

Veröffentlichungen

  • Billard. Das Buch Zum Spiel, Co-Autor: Michael Fluhme, Wien 1989, Privatdruck, 371 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-95003240-6
  • Gewinnen beim Carambol-Billard, Verlag: Rau, Düsseldorf (2000), brochiert, 107 Seiten, ISBN 978-3-79190455-9
  • 80 Jahre Billard Sportverband Österreich: 1931-2011, Gebundene Ausgabe: 96 Seiten, OCLC 760133467, ASIN B009YWWUVM
  • Enzyklopädie des Billardsports: Die Welt-, Europa-, Deutschen und Österreichischen Meisterschaften im Carambolbillard von 1903 bis 2008, Co-Autor: Dieter Haase, Wien 2009, 3 Bände, 1855 Seiten, ISBN 978-3-200-01489-3
  • billard, Wien, seit 1966, Eigenverlag, ZDB 1087098-2, ASIN B0039UA4AY, erscheint zehn Mal jährlich

Erfolge

  • Österreichischer Staatsmeister (Freie Partie): Sieger 1963–1966, 1968, 1971, 1974, 1977–79
  • Österreichischer Staatsmeister (Cadre 71/2): Sieger 1964
  • Österreichischer Staatsmeister (Cadre 45/1 bzw. 47/1): Sieger 1963, 1966
  • Österreichischer Staatsmeister (Einband): Sieger 1974
  • Coupe d’Europe (Mannschaft): Sieger 1965
  • Weltrekord in der Freien Partie: 500 Punkte in 1 Aufnahme

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c Heinrich Weingartner Kurzbiografie (deutsch). BSK Union Wien. Archiviert vom Original am 7. November 2012. Abgerufen am 5. November 2012.
  2. a b c Interview mit H. Weingartner auf Club-Carriere.com. Abgerufen am 8. November 2012.
  3. a b Von Banden und Kollisionen auf DiePresse.com. Abgerufen am 8. November 2012.
  4. Snooker Heritage Abgerufen am 7. November 2012.
  5. Weingartner Museum auf Kozoom.com. Abgerufen am 7. November 2012.
  6.  Weingartner/Haase: Enzyklopädie des Billardsports. 1. Auflage. Band 3, Weingartner, Wien 2009, ISBN 978-3-200-01489-3, S. 1852.
  7.  Heinrich Weingartner, Billard Sportverband Österreich (Hrsg.): 80 Jahre Billard Sportverband Österreich: 1931-2011. 1. Auflage. Wien 2011, S. 61.
  8.  Heinrich Weingartner, Billard Sportverband Österreich (Hrsg.): 80 Jahre Billard Sportverband Österreich: 1931-2011. 1. Auflage. Wien 2011, S. 59.